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HSV gewinnt gegen Bayern beim LIGA total Cup 2011

Mittwoch, Juli 20th, 2011

Das Ergebnis ist mir egal. Wichtig ist mir, was dem HSV gegen Bayern einfällt. Können sie mithalten? Könnten sie das schnelle Passspiel beibehalten? Wie macht sich Töre auf der 10er Position? Schießt Son auch gegen starke Gegner seine Tore? Wie sicher stehen sie hinten in der Abwehr?

Spielverlauf HSV gegen Bayern

Die ersten Minuten musste der „neue“ HSV erstmal mit dem Tempo von Bayern zurecht kommen. Sie liefen hinterher und stellten sich langsam immer besser auf den FC Bayern ein.

Es war bei Ballbesitz HSV das neue Spielsystem zu erkennen. Jeder versuchte mit einer Ballberührung den Ball weiter zu spielen. Das klappte in den ersten 20 Minuten besser, danach schienen die Spieler platt zu werden, so dass sich nicht mehr so viele Spieler anboten. Deshalb wurde der Ballbesitz pro Spieler länger. Aber selbst in Bedrängnis spielte der HSV dieses System.

Zweite Halbzeit hielt der HSV gut mit. Nach hinten wurde wirklich diszipliniert gespielt. Nach vorne wurde schnell umgeschaltet. Der Auftrag von Oenning immer sofort nach vorne spielen, schnelle Konter einleiten, wurde von der Mannschaft befolgt. Es gab ein paar Möglichkeiten zum Ende des Spiels. Hier fehlte der letzte Pass. Aber das System war eindeutig zu erkennen.

Beim ersten Tor wurde der Freistoß gefährlich vors Tor geschlagen. Son sehr cool und überlegt.

Das zweite Tor war ein schneller Tempogegenstoß, der von Jarolim eingeleitet wurde. Dann schön von Diekmeier vorbereitet und nach einem Blick auf den nachrückenden Mann, spielte er den Ball in den Fuß von Son. Der hat sich gegen vier Gegenspieler durchgesetzt. Die Attacken gegen Son in der zweiten Halbzeit hätten eigentlich härter bestraft gehört. Denn Badstuber hätte bei seinem Einsteigen die rote Karte sehen müssen.

Das Gegentor ging einem Abwehrversuch von Diekmeier voraus. Der Ball wurde von Kroos mustergültig angenommen und aufs Tor gebracht. Was mir nach dem Gegentreffer sehr gut gefallen hat, war der Wille der Mannschaft hier nicht mehr verlieren zu wollen. Es schien, als würde jeder Spieler noch ein paar Prozente mehr aus sich herauskitzeln. Das war schön mit an zu sehen und ich halte Oenning immer noch für einen genialen Trainer, der es schafft die Spieler zu motivieren und einzustellen.

Spielerkritik

Töre hält auch in Bedrängnis den Ball, kann ihn behaupten und spielt richtig gute Pässe. In den Zweikämpfen muss er sich noch an die Bundesliga gewöhnen. Da wurde er zu einfach abgedrängt. Ansonsten ist das sein Platz. Da gehört er hin und ich glaube, dass der Norweger kämpfen muss, um diesen Platz zu bekommen. Töre Kräfte ließen Ende der ersten Halbzeit die Kräfte nach, was sich auch in der zweiten Halbzeit zeigten. Er wurde nach der Einwechslung von Jansen auf der rechten Position eingesetzt, wo er mir nicht so gut gefallen hat. Ihm fehlten die Bälle. Die Auswechslung war aufgrund der fehlenden Kraft. Denn er hatte gut gespielt. Das wird der Spieler der Saison.

Kacar hat mir als 6er viel besser gefallen, als auf der 8 im letzten Testspiel. Erst stand er recht tief, aber als er weiter vorne angriff, wurde es besser, weil die Angriffe der Bayern eher unterbunden wurde. Er gewann viele Zweikämpfe, war präsent. Das war sehr gut.

Jarolim trennte sich schnell vom Ball. Kein Ballverschleppen, keine Alibipässe, ich war überrascht. Sehr überrascht, dass er das System von Oenning so schnell umsetzen kann. Er war immer anspielbar und wurde von den jungen Spielern gesucht, wenn Not am Mann war. In diesen Situationen versuchte Jarolim das Spiel zu verlagern oder zu beruhigen. Das gefiel mir sehr gut.

Die Abwehr stand recht gut. Erste Halbzeit hatte Bayern ein paar gefährliche Aktionen, die durchaus zu einem Tor hätte führen können. Aber die Defensive spielte sich immer besser ein und bald hatte Bayern keine Torchancen mehr. Dass ein Gomez nicht bei allen Freistößen gedeckt werden kann, ist normal. Bei Freistößen bin ich der Meinung kann der HSV noch zulegen, noch sicherer stehen.

Elia war agil, aber zweite Halbzeit nicht mehr so effektiv. Obwohl der HSV mangels Kraft immer tiefer stand und Wert auf die Defensive legte. Es wurde mit zwei vierer Ketten verteidigt und das gut. Es wurde gedoppelt, es wurde sich geholfen. Das war sehr gut. Ebenso gefiel mir, dass sich die Mannschaft gegenseitig Mut machte und aufmunterte.

Über Son muss nichts mehr gesagt werden. Er hat gezeigt, dass er auch gegen starke Gegner seine Tore macht. Wie er es ja letzte Saison auch gegen Chelsea zeigte. Bleibt er fit und gesund wird es seine Saison werden. Immerhin hat er letzte Saison trotz Verletzung, trotz Asia Cup und trotz Leistungstief 3 Tore geschossen.

Ben-Hatira agierte unglücklich und viel gerade in der ersten Halbzeit ab. Er kämpfte, er lief und er ackerte, aber es kam nichts zählbares dabei heraus.

Diekmeier spielte gegen Ribery ein gutes Spiel. Ihm wurde von Ben-Hatira geholfen, so dass nicht viel über diese Seite von Bayern ging. In den ersten Minuten wurde Ribery gut freigespielt, was auch zu einer gefährlichen Aktion der Bayern führte, aber danach hatte Diekmeier seine Seite immer besser im Griff. Er gefällt mir sehr gut, zumal er sich nach einer Anfangsphase immer mehr in den Angriff einschaltet. Leider wurde er manchmal von Ben-Hatira übersehen, was schade war, denn die gespielten Pässe von ihm waren nicht annähernd so gut. Das Zuspiel zum 2:0 durch Son war wirklich gut. Diekmeier hat die Ruhe, er blickt hoch und sucht seine Mitspieler. Das fehlte letzte Saison, wenn dort zum Beispiel Pitroipa spielte. Er war zu überhastet und übersah seine Mitspieler oder spielte einen unsauberen Pass. In der Vorbereitung hat Diekmeier schon einige Tore super vorbereitet. Schon in der vergangenen Saison spielte Diekmeier hinten sicher und vorne mit gefährlichen Flanken. Bin gespannt, ob er eine Chance bei Löw bekommt. Immerhin war Diekmeier vor seiner Verletzung Stammspieler bei der U21 und hat seinen Stammplatz beim HSV sicher.

Mancienne hat mir gut gefallen. Wie auch schon in den letzten Testspielen. Er spielt ruhig und sucht seine MItspieler. Wird es eng, drischt er den Ball auch mal auf die Tribüne. Das passt. Er antizipiert viele Bälle und ist so einen Schritt schneller als sein Mitspieler. Er hat so viele Gegenstöße eingeleitet. Bin gespannt, ob Bruma ihn wird verdrängen können. Denn Bruma wird wohl höher eingeschätzt als Mancienne. Allerdings spielt er sich mit der Mannschaft ein und Brumo muss immer noch verletzungsbedingt passen. Ich erkenne bei Mancienne, dass er sich von Spiel zu Spiel mehr zutraut. Er tauscht sich mit seinen Mitspielern aus, ist sehr schnell, zweikampfstark und hat ein Auge für die Situation. Er weiß, ob er einen kurzen Pass zum Mitspieler spielen kann oder einen langen Befreiungsschlag. Auch das Zusammenspiel mit dem Torwart wird besser.

Westermann lief als Kapitän auf den Platz. Er gewann seine Zweikämpfe gewohnt gut und spielte den Ball zum Mitspieler. Von ihm wird nichts besonders mehr erwartet, sondern das Anspiel eines Mittelfeldspielers. Das sah schon viel besser aus, als noch in der letzten Saison. Steigert er sich weiter, wird er gesetzt sein, ansonsten droht Bruma.

Aogo spielte gegen Robben und von Robben war nicht viel zu sehen. Aber auch er hatte eine gute Möglichkeit in den ersten Minuten, in denen der HSV sich sammeln musste. Danach war auch von ihm nichts mehr zu sehen. Die Räume wurden eng gemacht. Elia half viel auf der Seite von Aogo, so dass Bayern nicht gefährlich über diese Seite kam. Das sah schon alles sehr gut aus. Aogo sieht spritziger aus und strahlt Ruhe aus. Ihn wird Jansen in der Form nicht verdrängen können.

Da Mickel von Oenning favorisiert wird, er seine Sache sehr gut macht, denke ich wird er als zweiter Torwart in die Saison gehen.

Jansen kam in der zweiten Halbzeit für Ben-Hatira. Elia rückte in den Sturm neben Son und Jansen ging in das linke Mittelfeld. Er war engagiert, aber konnte keine Akzente mehr setzen. Da Elia vor ihm ist und gesetzt sein sollte, muss Jansen mehr bringen. Er selber sieht sich als linker Verteidiger, aber dort spielt Aogo. Für Jansen könnte es sehr schwer werden, denn ich sehe nicht, dass er eingesetzt wird. Vielleicht sollte er sich umorientieren und nach einem Verein umschauen. Denn sein erklärtes Ziel war Nationalmannschaft und ein Stammplatz im Verein. So wird er beides nicht schaffen.

Spielsystem

Natürlich wird sich noch einiges ändern. Immerhin fehlen noch einige Spieler wie: Petric, Guerrero, Rincon, Tesche, Drobny, Castelen. Aber es war das System zu erkennen. Die Mannschaft spielt einen schnellen Ball. Wenn es geht mit nur einer Ballberührung. Es wird nach hinten gedacht. Das Spiel wird für den Gegner eng gemacht, so dass sich keine Räume ergeben. Bei Ballbesitz wird blitzschnell umgeschaltet und der Konter eingeleitet. Die Automatismen müssen sich noch einspielen, aber die Ideen waren zu erkennen und das zweite Tor fiel genau aus so einer Situation. Balleroberung, schnelles Zuspiel über drei Stationen und Tor. Der HSV hat viele schnelle Spieler, sei es mit Elia und Ben-Hatira, Töre, Son oder die Außenverteidiger Aogo oder Diekmeier. Diese können sich beim Konter einschalten. Trifft Son wie in der Vorbereitung wird er seine Tore in den Spielen machen. Dann sehe ich eine interessante und spannende Saison vor uns, die uns viel Spaß machen wird.

Ausblick auf Dortmund

Das Schöne am Siege gegen Bayern war, dass es morgen gegen Dortmund geht. Somit konnte der HSV in der Vorbereitung gegen beide Auswärtsgegner spielen, die am 1. und 3. Spieltag Gegner vom HSV sein werden. So können Erkenntnisse gesammelt werden, so dass in den verbleibenden Wochen die letzten Stellschrauben gestellt werden können, damit der HSV in den ersten Spielen wirklich wettbewerbsfähig wird. Denn das war das Ziel von Oenning und ich denke, dass er das auch hinbekommen wird. Oenning ist der richtige Mann am richtigen Ort. Ich drücke dem HSV die Daumen, dass der Saisonauftakt gelingt, damit in Ruhe weiter gearbeitet werden kann.

Spaß bringen die jungen Spieler und die Neueinkäufe. Sei es Mancienne oder Bruma, die beide in der Bundesliga werden bestehen können oder aber Töre, der auf der 10er Position glänzte. Mit seinem Auge, seiner Technik, seiner Physis wird er für die entscheidenden Momente sorgen. Er ist ein Spieler, der die überraschenden Pässe spielt, die eine Abwehr auseinanderreißen. Kann er seine Leistung bestätigen bzw. weiter ausbauen, kann es eine gute Saison von ihm werden. An Son wird Oenning nicht mehr vorbeikommen. Hoffentlich wird er nicht zu sehr nach außen abgeschoben, so dass die Stärken von Son auch zu tragen kommen. Oenning hat offen gelassen, ob mit Petric und Son eventuell ein 4-4-2 System gespielt wird, obwohl dann wohl Töre weichen müsste. Oder Töre wechselt auf die rechte Seite für Ben-Hatira. Aber da sehe ich Ben-Hatira defensiv wesentlich stärker. Da Petric wohl gesetzt sein wird, bin ich sehr gespannt, wie Oenning das lösen wird. Aber solange Oenning diese Wahlmöglichkeiten hat, ist alles gut.

Nur der HSV!

Boateng und das unkritische Wechseltheater

Freitag, Juni 24th, 2011


In Deutschland werden wechselwillige Spieler anscheinend nur an den Pranger gestellt, wenn sie innerhalb Deutschlands oder aus Deutschland raus wechseln wollen oder manchmal noch nicht mal das. Spieler, die nach Deutschland wechseln wollen wird dagegen eine Plattform geboten. Oder werden die Aussagen von Boateng irgendwo kritisch gesehen?

Ba provozierter Wechsel von Hoffenheim nach Stuttgart

Jedem Fußball Interessierten ist das Wechseltheater von Ba bekannt, obwohl er dieses Theaterstück gleich zweimal aufführte. Ba wollte als Gomez Ersatz nach Stuttgart wechseln, aber Hoffenheim ihn nicht ziehen lassen. Obwohl erst hieß es nein, dann „gegen eine bestimmte Ablöse“, die dann wohl für Stuttgart zu hoch war. Ba sich damit aber nicht zufrieden geben wollte. Na ja, alles schlimme Sachen und am Ende blieb er bei Hoffenheim, weil der den Medizincheck nicht bestand. Es gab Unsicherheiten, da noch ein Nagel im Fuß steckte. Nun gut, Ba musste bleiben und alle zeigten mit dem Finger auf ihn. Dass er da immer von Dingen sprach, wie „das wurde ihm mündlich zugesagt“ lasse ich unkommentiert stehen.

Ba provozierter Wechsel von Hoffenheim nach Newcastle United

Aber das Theater ging ein halbes Jahr später weiter, als Gustavo nach Bayern gehen durfte. Anscheinend wurde Gustava das erlaubt, was Ba verwehrt blieb. Das brachte diesen dann so auf die Palme, dass er einen erneuten Wechselversuch startete.

Aber auch dieses Mal ging es nicht reibungslos über die Bühne, wie auch, wenn ein Spieler sich nicht an schriftliche Verträge hält. Auch wenn ihm mündlich etwas zugesagt wurde, sollte jeder wissen, dass diese Zusage nur gilt, wenn sie schriftlich fixiert wird. (Wie wir bei anderen Wechselversuchen unten sehen werden.) Allerdings war das Ansehen von Ba in der Bundesliga durch die öffentliche Schelte dahin und auch für Hoffenheim kam nur noch ein Wechsel in Frage.

Warum der Mäzen Hopp bei der Ablöse von Gustavo erklärte, dass Hoffenheim ein Ausbildungsclub sei und man natürlich immer auch schauen müsste, dass genügend Einnahmen durch die Wechsel generiert werden, überrascht mich. Hätte Stuttgart für Ba nicht wenig bezahlt. Aber gut, dass waren dann wohl andere Bedingungen, die die Sicht bei dem einen Spielerwechsel so anders erscheinen ließen.

Der Wechsel klappte letztendlich, wie jeder weiß. Zwar gab es da erst Aussagen, dass es nicht klappen würde, weil der Verein die Ablöse nicht zahlen wolle (man erinnere sich an Stuttgart), aber obwohl es in den Medien bereits als gescheitert verkauft wurde, fand der Wechsel ein paar Tage später statt.

Was wurde anschließend nicht alles über die Söldner geschimpft. Im Grunde genommen verabredeten sich die Vereine in Zukunft gegen solche Spieler vorzugehen, dass man ihnen keine Plattform mehr gäbe, in dem solche Spieler nicht eingekauft werden. Das klang alles gut und vernünftig. Zumal es ja auch schon einige Wechsel gab, die solch eine Maßnahme erzwangen, wie nachfolgend aufgelistet.

Ruud van Nistelrooy provozierter Wechsel vom Hamburger SV zu Real Madrid

Sehr überraschend – zumindest für die HSV Fans – kam der Wechselwunsch von Ruud van Nistelrooy. Er war die letzte Hoffnung, dass es in der letzten Saison doch noch in die internationalen Plätze reicht. Und dann kommt er her und erzählt, dass er gerne beim HSV wäre, aber Real nun mal seine Liebe und es doch jeder einsehen würde.

Ruud wurde der Wechsel verweigert und er spielte weiter für den HSV. Allerdings spürte man seine Enttäuschung und er kam nicht wirklich wieder ins Spiel. Die letzten Spiele rackerte und ackerter er, aber es war nicht mehr der Ruud, den alle sehen wollten.

Auch hier halten sich die Gerüchte, dass Ruud bei Vertragsunterschrift zugesagt wurde, dass er bei einer Anfrage von Real Madrid oder Manchester United wechseln dürfe. Entsprechend konnte ich im Nachhinein auch seine Interviews verstehen. Auch sein angebliches Unter-Druck-setzen, dass er nicht spielt, wenn er nicht wechseln darf, nimmt dadurch andere Züge an.

Die Öffentlichkeit nahm nur wahr, dass ein Spieler trotz Vertrag wechseln wollte. Es wurde noch mehr über die Söldner und über die Mentalität geschimpft und sich an den wechselwilligen Spielern abgearbeitet. Das Ansehen von Ruud war danach auch stark, sehr stark angekratzt. Der Saubermann des Sports wurde zu einem normalen Menschen mutiert. Diese Wucht traf Ruud wahrscheinlich härter, als jedes Foul.

Daniel van Buyten provozierter Wechsel vom Hamburger SV zu Bayern

Leider muss ich bei den nächsten Theaterinszenierungen weiter beim HSV bleiben. Daniel van Buyten spielte eine grandiose Saison mit Boulahrouz zusammen in der Innenverteidigung. Er spielte es sogar so gut, dass er sich zu Aussagen hinreißen ließ, dass er der bessere Stürmer von allen beim HSV wäre. Sehr ungeschickt, aber war es ungeschickt oder Kalkül?

Van Buyten wurde durch den HSV groß und erspielte sich einen Namen. Es stand die Champions League an, was ihn aber nicht hinderte sich bei Bayern anbiedern zu müssen. In der Öffentlichkeit ließ er keine Zweifel daran, dass der Wechsel nach Bayern klappen würde. Als dieser dann doch drohte zu scheitern, weil der HSV nicht gewillt war seine Verteidigung zu opfern, wurde mit Nachdruck nachgeholfen. Weitere „ungeschickte“ Äußerungen in der Öffentlichkeit, interne Reibereien und Stänkereien, sorgten dafür, dass der HSV sich „gezwungen“ sah, diesen Spieler ziehen zu lassen.

Im Übrigen haben sich bei diesem provozierten Wechsel wohl nur die HSV Fans aufgeregt, denn sonst gab es kaum Resonanz in den Medien. Aber provozierter Wechsel ist halt nicht immer ein provozierter Wechsel.

Boulahrouz erzwang seinen Wechsel nach Chelsea durch eine angebliche Verletzung

Leider sah sich Boulahrouz nach dem Wechsel von van Buyten dazu gezwungen ebenfalls seinen Wechsel zu vollziehen. Es klappte ja, wenn man sich wie ein Schwein benimmt. Van Buyten sei Dank! Also fingierte er eine Verletzung, um sich in der CL nicht festzuspielen und setzte den Verein unter Druck. Alles nicht fein, alles nicht sauber. Und da lag es auch nicht an mündlichen Zusagen, da war die Gier der damaligen Innenverteidiger des HSV größer als alles andere.

Der einzige Trost für die HSV Fans ist wohl nur, dass diese Spieler danach nie mehr richtig im Mittelpunkt standen und ihr Stern seit dem Wechsel weg vom HSV nie mehr richtig glühte. Wer weiß, was mit beiden geworden wäre, wenn diese Innenverteidigung beim HSV weiter gespielt hätte. Aber hätte, wenn und aber hat noch keinem geholfen. Aber auch bei diesem Wechsel wurde nur kurz die Verwunderung geäußert und dann verschwand das Thema in der Versenkung.

Van der Vaart provozierter Wechsel nach Valencia und Real Madrid

Als nächster Kandidat – schlimm, es sind alles Spieler, die beim HSV spielten – muss van der Vaart gesehen werden. Er verhalf dem HSV wieder zu internationalem Ansehen, die Erfolge kehrten zurück und es wurde geträumt in Hamburg. Aber leider war auch einem van der Vaart der HSV nicht genug. Er wollte unbedingt in Spanien spielen, weil er seine Großeltern noch mal sehen wolle.

Nun gut, ich erledige so was mit einem Urlaub oder Besuchen, aber van der Vaart wollte gleich einen Wechsel. Als er diesen nicht genehmigt bekam, musste er sich etwas erlauben. Die Tricks von Boulahrouz und van Buyten wollte er nicht ziehen, wofür ich ihm sehr dankbar bin, aber die Aktion mit dem Valencia Trikot war nicht viel besser. Auch seine Aussagen erinnerten an die von van Buyten.

Der Wechsel fand dann ein Jahr danach statt und es ging nach Real Madrid. Abgesehen davon, dass Valencia kein Verein ist, zu dem man unbedingt wechseln müsse, wurde auch da wieder laut, dass ihm mündlich zugesagt wurde, dann bei bestimmten Vereinen einem Wechsel zugestimmt würde.

Dieses Theaterspiel fand in den Medien deutlich mehr Beachtung als noch die beiden vorherigen vom HSV, was sicherlich auch an der Ausstrahlung und Persönlichkeit von dem kleinen Engel lag.

Entschluss der Bundesliga Vereine gegen diese Söldner vorzugehen

Die Bundesliga, die Medien und die Fans waren sich einig, dass solch ein Verhalten von Spielern nicht mehr hingenommen werden kann. Es gäbe Rechte und Pflichten, von dem der Spieler sich nicht freimachen könne. Auch sind die Verträge für beide Seiten gültig.

Besonders als es hieß, man würde solche Spieler einfach nicht mehr einkaufen, wenn sie so ein Image haben, klang vernünftig. Allerdings war alles Schall und Rauch. Denn übrig geblieben ist nichts mehr. Denn was passiert denn gerade in diesem Sommer wieder.

Zambrano provozierter Wechsel von St. Pauli nach Hoffenheim

Ein Zambrano meint, dass er trotz gültigen Vertrag für die 2. Liga, sich nicht an diesen halten müsse. Seine Karriere stünde auf dem Spiel. In der 2. Liga werde er nicht spielen. Das ist die eine Seite, aber die andere ist, ja, dass genau gegen diese Spieler etwas unternommen werden sollte. Und was passiert?

Hoffenheim ist interessiert und möchte ihn verpflichten. Dazu „vergisst“ Hoffenheim dann auch noch den abgebenden Verein Schalke 04 zu unterrichten, um dann festzustellen, dass Zambrano den Medizincheck nicht bestand. Aber Zambrano war letzte Saison verletzt und es war bekannt, dass er sich noch im Aufbau befindet, also nicht 100% fit ist. Ob der durchgefallene Medizincheck eine Reaktion auf die Medien war oder die angedrohte Strafe von Schalke geschuldet war … kann ich nicht sagen. So kamen alle Parteien mit einem blauen Auge aus der Sache raus.

Aber die Sache möchte ich gar nicht so hoch hängen, weil an dem Deal wohl auch der abgebende Verein sehr gut verdient hätte und nicht ganz unfreiwillig diesem Wechsel zustimmte. Womit ich beim nächsten Wechselwilligen bin.

Boateng provozierter Wechsel von Manchester City zu den Bayern

Bayern will Boateng. Boateng will zu Bayern. Boateng hat bereits einen unterschriftsreifen Vertrag von Bayern vorliegen, obwohl diese Gespräche offiziell erst 6 Monate vor Vertragsende geführt werden dürfen. Aber Boateng hat noch 4 Jahre Vertrag bei Manchester City. Er ist ja erst vor einem Jahr vom HSV dorthin gewechselt. Seiner festgeschriebenen Ablösesumme sei dank.

Aber Manchester City will Boateng nicht abgeben, was ich gut verstehen kann, immerhin wollte Hamburg ihn auch nicht ziehen lassen. Er hat sehr viel Potenzial und kann ein Großer werden. Also Man City will Boateng nicht abgeben. Aber das lässt sich Boateng nicht gefallen. Er läuft zu jedem Mikrofon, was irgendwo in der Nähe steht, und sagt, dass er wechseln will. Jeder erfährt, mit wem er was besprochen hat und dass er allen bei seinem jetzigen Verein sagte, dass er wechseln wolle.

Die lassen sich davon nicht beirren und ich hoffe, sie bleiben stark! Denn was wurde im Januar nicht alles geredet in Deutschland. Diese Spieler sollte man auf die Tribüne setzen, kein Verein sollte diese Spieler mehr kaufen usw. Man City hätte eigentlich das Geld und sie könnten es sich leisten Boateng auf die Tribüne zu schicken und ich hoffe, sie machen es auch.

Was Boateng und auch Bayern sich herausnehmen ist eine Farce! Aber wundern tue ich mich eigentlich über die Öffentlichkeit. Alle Interviews werden unkritisch veröffentlicht – warum? Wo ist denn die Kritik an der Söldnermentalität? Warum wird bei dem Wechsel von Boateng so getan, als wäre es das normalste auf der Welt, dass ein Spieler einen Wechsel erzwingen möchte? Dass entgegen des Willens von Man City geunkt wird, dass die nur die Ablöse in die Höhe treiben wollen?

Denn auch das ist Quatsch. Zwar wechselte Boateng für 12.5 Mio nach England, aber schon da war klar, dass er unter Wert verkauft werden musste. Sein Marktwert war da schon deutlich höher. Jetzt hat er noch vier Jahre Vertrag und verdient richtig gutes Geld. Also finde ich die 20 Mio nicht zu viel. Aber im Grunde genommen darf dieser Wechsel nicht stattfinden.

Und jeder, der sagt, es ist eine Frage der Zeit, wann Boateng bei den Bayern spielt, sollte beim nächsten Wechsel eines anderen Spielers, die gleiche Meinung vertreten. Es kann nicht bei manchen Spieler auf die Barrikaden gegangen werden, um dem nächsten Spieler zu beglückwünschen. Entweder sollten alle erzwungen Wechsel verteufelt werden oder keiner!

Traurige Gewissheit, es sind immer dieselben Vereine

Was mich aus HSV Sicht etwas traurig stimmt, ist, dass der HSV bei vielen, den meisten Wechseln dabei war. Entweder weil die Spieler so dreist waren oder weil (angebliche) mündliche Versprechen nicht eingehalten wurden. So oder so, es wirft kein gutes Licht auf den Verein.

Auch Bayern München und Hoffenheim sind irgendwie immer mit von der Partie. Was sagt uns das?

Nur der HSV!

Vorfreude auf die Saison und dem Saisonauftakt gegen Dortmund

Mittwoch, Juni 22nd, 2011


Die Saison geht erst am 5. August 11 los, das Training bereits am 26.06.2011. Die Vorfreude steigt mit jedem Tag, weil sich viel getan hat beim HSV und auch die Anzeichen sehr positiv scheinen. Es ist ruhig geworden. Die Transfers werden still und leise vollzogen, ohne jedes Mal vom neuen Star am Himmel zu schwärmen. Es scheint als wüsste das Gespann Oenning und Arnesen genau, wo es anzusetzen gilt. Neue Spieler wurden verpflichtet, mit denen der neue HSV aufgebaut wird.

Trainingsintensität wird deutlich erhöht

Bereits im Januar 2011 wurde das Training deutlich angezogen. Oenning wurde seit der Winterpause verstärkt eingebunden. Es wurde ein zusätzlicher Konditionstrainer verpflichtet. Viele Spieler äußerten sich dankbar, ob dieser Maßnahme, was alleine schon ein warnendes Signal war.

Als Oenning hauptverantwortlich Trainer nach der Entlassung von Armin Veh wurde, zog er das Training nochmal deutlich an. Allerdings konnte die Maßnahme in der kurzen Winterpause nicht so wirksam sein, wie eine Saisonvorbereitung. Auch das Training am Ende der Saison hat den Spielern wiederum geholfen, aber für eine bessere Platzierung hat es nicht gereicht.

Nun wird mit diesen Trainingsmethoden, mit einer viel höheren Trainingsintensität, in die Saisonvorbereitung gegangen. Von Anfang an wird den Spielern die Grundlage vermittelt 90 Minuten zu kämpfen und zu beißen. Das Spielerische wird nicht zu kurz kommen, aber beim HSV gibt es viele Talente und technisch versierte Spieler, die mit der entsprechenden Kondition mehr zeigen werden.

Ebenso wird mehr Wert auf Taktik und Spielsystem gelegt. Denn – was gerade in der letzten Saison sehr deutlich wurde – eine eingespielte Mannschaft, die konditionell auf einem Topniveau ist und das System des Trainers umsetzt, kann vorne mitspielen. Nun erwartet beim HSV keiner, dass nach dem Umbruch sofort der Angriff auf die Meisterschaft ausgerufen wird, aber es wurde erkannt, wie wichtig der Zusammenhalt ist. An diesem Punkt wurde schon und wird jetzt noch stärker gearbeitet.

Und bei alle Häme anderer Vereine darf nicht vergessen werden, welche Rohdiamanten oder Topspieler in den Reihen des HSV spielen. Und eine gute Trainingsvorbereitung jeden einzelnen nur noch besser machen wird.

Rohdiamanten:

  • Dennis Diekmeier
  • Dennis Aogo
  • Besic
  • Kacar
  • Tesche
  • Rincon
  • Elia
  • Son
  • Arslan
  • Ben-Hatira
  • Berg
  • Bruma
  • Mancienne
  • Töre

Topspieler:

  • Drobny
  • Westermann
  • Jarolim
  • Petric
  • Guerrero

Viele Mannschaften wären froh, wenn sie unsere Spieler hätten. Da lassen wir uns auch nicht beirren, wenn ob der vier Neuzugänge aus Chelsea jeder über unsere Transferpolitik hämisch lästert. Wer zuletzt lacht …

Junge, hungrige und talentierte Spieler

Oenning hat ein Händchen für junge Spieler, was er bereits mehrfach bewiesen hat. Arnesen ist ein Sportdirektor, der weiß, was er jedem einzelnen Spieler zutrauen kann/darf. Jarchow ist der ruhende Pool, den er hoffentlich auch in stürmischen Zeiten sein wird. Sollte das gelingen, kann das Dreigestirn mit dem Umbruch etwas ganz Großes einleiten.

Schauen wir uns die Rohdiamanten an und vergessen wir nicht, dass noch weitere Rohdiamanten ausgeliehen sind und nächstes Jahr zurückkommen werden. Ebenso dürfen wir Castelen nicht vergessen, der – sollte er gesund bleiben – zu den Topspielern gezählt werden muss.

Die Rohdiamanten haben nun die Möglichkeit sich zu zeigen. Oenning ist in der Lage eine Atmosphäre zu schaffen, die junge Spieler wachsen lässt. Er wird die Voraussetzungen schaffen, dass sich Spieler zeigen und dass sie Verantwortung übernehmen. Er wird sie unterstützen und stärken, so dass sie ihre optimale Leistung zeigen werden.

Wir dürfen nicht vergessen – alle Rohdiamanten spielen in Nationalmannschaften. Ihr Talent ist unbestritten, jetzt kommt es drauf an, ihnen die Voraussetzungen zu geben, dass sie durchstarten. Der legendäre Spruch von Klinsmann „Jeden Spieler jeden Tag ein Stück besser machen.“ gilt es nun beim HSV umzusetzen.

Bei den Oenning und Arnesen bin ich sicher, dass wir Experten auf den Schlüsselpositionen haben, die genau wissen, was sie von welchem Spieler verlangen können. Ich denke an Elia und Rincon, die Oenning in ein paar Spielen mehr Selbstvertrauen einhauchte. Oder an Diekmeier, der aus der Verletzung aufspielte, als spiele er seit Jahren auf der rechten Verteidigerposition. Oenning ist gut, aber im Zusammenspiel mit Arnesen werden die beiden jeden einzelnen Spieler stärken.

Kaderzusammenstellung und Neuverpflichtungen

Es wird in den Medien immer davon gesprochen, dass noch namhafte Spieler verpflichtet werden und dass mindestens ein Star dabei sein wird. Ganz ehrlich? Ich bezweifle das.

Jetzt hat der HSV eine junge Mannschaft, von der keiner etwas erwartet. Es ist eine ANsammlung von Spielern, wo sich jeder HSV Fan freut, wenn die Mannschaft Einsatz zeigt. Gewinnt die Mannschaft wird sich jeder freuen, aber bei einer Niederlage wird die Mannschaft nicht zerfleischt, wie es sonst der Fall ist.

Der HSV hat jahrelang neidisch zu Vereinen geblickt, die aus jungen Spielern Stars formten. Nun liegt es am HSV dieses gleich zu tun. Und bei dem vorhanden Spielermaterial, ist das auch möglich. Diekmeier, Kacar, Rincon, Elia sind die Spieler, die enormes Potenzial besitzen, es aber beim HSV noch nicht zeigten. Aogo, Westermann sind deutsche Nationalspieler. Drobny, Jarolim, Petric und Guerrero sind Führungsspieler und ebenfalls Nationalspieler.

Die jungen Talente können sich neben den erfahrenen Spielern entfalten und ich traue gerade folgenden Spielern eine glänzende Saison 11/12 zu:

  • Diekmeier
  • Kacar
  • Rincon
  • Elia
  • Berg
  • Arslan
  • Ben-Hatira
  • Son

Diese Spieler werden sich in der neuen Mannschaft entwickeln und uns viel Freude bereiten. Ob es zu einem vorderen Platz reicht, kann keiner sagen. Aber wenn die Mannschaft Spaß macht, wenn sich der Fan mit der Mannschaft wieder identifizieren kann, wenn jeder sieht, wie eine Mannschaft zusammenwächst, die noch großes wird leisten können, ist kein HSV Fan traurig, wenn es nur zu einem Mittelplatz reichte.

Saisonauftakt gegen Dortmund

Eine richtig toller Auftakt. Jeder Spieler wird bei dem Auftakt mit Dortmund (1. Spieltag), München (3.) und Bremen (5.) jeweils auswärts, ein paar Prozente mehr in die Vorbereitung investieren. Und das wird sich auszahlen. Wenn von Anfang an die Spannung aufgebaut wurde, kann mehr geleistet werden. Ich bin sehr froh, dass es gleich solche Kaliber sind.

Oenning und Arnesen werden die Spieler schon impfen, dass sie diesen Auftakt als Herausforderung sehen und nicht als Belastung. Denn wenn jeder Spieler diese Herausforderung annimmt, zeigt er gleich, dass er dem Druck standhält.

Ich freue mich auf die Saison und auf den Auftakt und habe ein sehr gutes Gefühl! Abstiegsgefahr sehe ich nicht und so soll es auch bleiben.

Nur der HSV!

Petric bleibt – Elia bald weg?

Montag, Juni 20th, 2011


Der HSV hat entschieden, dass Petric den Umbruch begleiten soll. Es liegt ein sehr hohes Angebot für Elia auf dem Tisch und die Abgänge von Mathijsen ist schon fix, sowie Demel, Rozehnal, Silva, Pitroipa stehen kurz bevor.

Petric soll Vertrag erfüllen

Der HSV wollte mit Petric zu moderaten Preisen verlängern. Dass Petric – als Gierlappen bekannt – dieses Angebot ausschlägt war eigentlich klar. Ich befürchtete, dass der HSV sich entweder trotzdem auf diesen Deal einlässt oder ihn verkauft, um noch eine Ablöse zu kassieren.

Aber der HSV Vorstand überrascht mich. Sie wollen im Sturm eine bekannte Größe für den Umbruch behalten und möchten mit Petric in die nächste Saison gehen. Wohlweislich, dass Petric ablösefrei gehen kann.

Das ist eine sehr vernünftige Entscheidung, denn ob unsere Nachwuchskicker für ausreichend Tore sorgen werden, kann nicht gesagt werden. So können Ben-Hatira, Son, Töre, Berg, Arslan neben Petric und Guerrero wachsen, sich zeigen und sich zu einer festen Größe entwickeln, um da zu sein, wenn Petric nächste Saison nicht mehr beim HSV spielt.

Oenning setzt auf junge und talentierte Spieler und Petric kann sich seinen Stammplatz nicht sicher sein. Das wird dazu führen, dass Petric alles geben wird, um zu spielen und sich somit dem Markt anbieten kann. Deshalb erhoffe ich mir einen engagierten Petric, der im letzten Jahr beim HSV seine beste Saison spielen wird.

Immer mehr Angebote für Elia

Die bisherigen Angebote für Elia ließen mich kalt und ich hoffte, dass wir mit Elia in die Saison starten. Er hat unter Oenning aufsteigende Leistungen gezeigt und könnte den Unterschied ausmachen in der nächsten Saison. Denn trotz Umbruch braucht der HSV Spieler, die durch einzelne Aktionen ein Spiel entscheiden. Sollte Elia verkauft werden, Pitroipa ebenfalls, sieht es in diesem Punkt duster aus.

Das Angebot von Chelsea allerdings macht mir Kopfzerbrechen. Erstens ist der Kontakt zu diesem Verein dank Arnesen vorzüglich und zum anderen könnten sie auch noch aufstocken, wenn es am Geld scheitern sollte. Dem Verein würde mit diesem Transfer alle Sorgen genommen, malte doch Herr Matz schon wieder dunkle Wolken und dramatisierte unnötig. Die Ablöse ist unabhängig von KÜhne und geht 100% in die eigene Tasche.

Sportlich gesehen würde Elia ein großes Loch reißen. Ein Elia in den letzten beiden Spielen unter Oenning, als Elia wieder zur Hochform auflief, wäre ein Garant für mindestens einen Mittelfeldplatz gewesen. Zumindest weiß man bei Elia, was man bekommen kann. Was bei einem neuen Spieler nicht gesagt werden kann. Allerdings hat auch Elia mehr Spiele gezeigt, in denen er durch Ballverliebheit, Schönspielerei und Lustlosigkeit aufmerksam machte. Allerdings traue ich Oenning es zu, dass er Elia zur Hochform kitzelt.

Pitroipa wird wechseln

Unser rechter Dribbelkünstler wird dagegen sehr sicher den Verein verlassen. Die Pfiffe gegen ihn im letzten Heimspiel, nachdem er den Siegtreffer gegen Leverkusen vergab, haben dem sensiblen Stürmer den Rest gegeben. Er würde mit diesen Fans im Rücken nie mehr annähernd diese Leistung bringen können, die wir von ihm teilweise bewundern dürfen. Zumal er unbedingt weg möchte, wäre es nicht ratsam ihn zu behalten.

Allerdings wiegt dieser Wechsel nicht so schwer. Haben wir mit Castelen, Rincon und Ben-Hatira genügend Spieler, die diese Position spielen können. Vermutlich muss hier auch noch Arslan, Son und Töre genannt werden.

Pitroipa ist hochveranlagt, aber er kommt mit dem Druck vorm Tor nicht zurecht. Aber es war nicht nur der schwache Torabschluss, sondern die fehlende Ruhe am Ball. Er konnte nur schnell, aber das reicht nicht. Er konnte nicht den Kopf heben und blitzartig die Situation erfassen. Er hatte vorm Loslaufen eine Idee und die muss er umsetzen oder er verstolpert den Ball. Ein Wechsel oder eine andere Strategie während seines Ballbesitzes kam nicht in frage. Was mit ein Grund war, warum er von seinen Mitspielern nicht so gerne eingesetzt wurde.

Mathijsen ist Ruud van Nistelrooy nach Malaga gefolgt

Der Vertrag von Mathijsen lief im nächsten Jahr aus. Also hieß es auch hier verlängern oder verkaufen. Da Mathijsen schon zu den älteren Spielern gehört, der zudem Defizite aufwies, war es klar, dass der HSV einem Angebot zustimmen würde.

Mathijsen gehörte zu den Verlässlichen beim HSV. Allerdings war es auch ein Problem einen Nebenmann für ihn zu finden. Merkwürdigerweise spielten seine Nebenleute alle unter ihren Möglichkeiten, wenn sie mit ihm aufliefen. Wie das zusammenhängt kann ich nicht sagen. Es fällt nur auf, dass seine Nebenleute massiv abfielen und unerklärliche Schnitzer zeigten.

Dieser Abgang kann aufgefangen werden. Mit den Neuzugängen Mancienne und Bruma sowie den vorhandenen Spielern Besic und Kacar ist der HSV auf dieser Position gut aufgestellt. Zudem sind diese vier Spieler schnell und gut im Spielaufbau, was bei Mathijsen die Defizite waren. Er fiel läuferisch stark ab, was er die letzten Jahre durch gutes Stellungsspiel ausgleichen konnte.

Das neue Spiel, die Schnelligkeit und die auf Konter spielenden Vereine zeigten die Defizite von Mathijsen, die er immer seltener ausglich. Das war auch der Grund warum Mathijsen auch ohne Verletzung nicht mehr an Kacar vorbei kam. Mit dem Verkauf kam etwas Geld in die Kassen und ein gutverdienender Spieler entlastet zudem.

Demel, Rozehnal und Silva werden wechseln

Bei diesen Spielern wird mit den Vereinen um die Ablöse gefeilscht, aber ein Verkauf ist so gut wie sicher. Alle drei Spieler werden nicht groß vermisst. Demel vielleicht schon, weil sich sein Name für die Fans anbot im Stadion für Stimmung zu sorgen, aber ich denke, es werden sich neue Namen finden, die von den Fans bei Ballberührung gerufen werden können.

Ansonsten kamen die Spieler beim HSV nicht zurecht oder wurden durch jüngere ersetzt. Demel hätte keine Chancen an Diekmeier vorbeizukommen, also würde auf ihn die harte Bank warten.

Hier ist zu hoffen, dass alle drei abgegeben werden können, damit die gutverdienden Spieler nicht unnötig den Geldbeutel belasten. Denn Verstärkungen wären es keine.

Mit diesen Abgängen steht der Kader der neuen Saison

Die hier besprochenen Spieler werden den Verein in diesem Sommer verlassen. Lediglich bei Elia stehen noch Fragezeichen hinter seinem Namen. Ansonsten sind alle Spieler – außer Petric – fort, deren Verträge im nächsten Jahr auslaufen. Die älteren Spieler sind gegangen und es kamen neue und junge Spieler nach. Der Kader wurde verkleinert und punktuell verstärkt. Entweder auf lange Sicht oder als Sofortmaßnahme.

Die Mannschaft sollte stark genug sein, um die Klasse zu halten. ABer jeder weiß, was passieren kann, wenn erstmal eine Negativserie gestartet wird. Aber unter normalen Umständen wird der HSV im sicheren Mittelfeld stehen mit Tuchfühlung zum sechsten Platz. Ob es zu einem UEFA Cup Platz reicht, hängt auch vom Glück ab.

Der HSV geht gut gerüstet in die neue Saison. Die Kaderplanung hat System und die Stärke ist weiterhin vorhanden. Ebenso wurde darauf geachtet, dass es keine finanziellen Löcher gibt, falls bestimmte Ziele nicht erreicht werden. Der Fan kann sich auf die neue Saison freuen und wenn alle zusammenhalten, kann was ganz Großes entstehen!

Nur der HSV!

Endlich, die Sommerpause ist beim HSV vorbei

Sonntag, Juni 5th, 2011


Sommerpause ist für viele Fußballfans eine grausame Zeit, wenn es keine Turniere zu bestaunen gibt. Es entsteht eine Lähmung ab dem 34. der letzten Saison und dem 1. Spieltag der neuen Saison. Der Puls steigt langsam in der Zeit der Vorbereitung, da hier Vorbereitungsspiele stattfinden. Aber beim HSV ist die Sommerpause ab sofort vorbei. Mit Mancienne als Neuzugang wird die U21 Europameisterschaft zur Pflichtveranstaltung. Zumal sicherlich weitere Neuzugänge des HSV dort vorspielen werden.

Michael Ian Mancienne

Michael Mancienne ist aufgrund einer Sonderregelung bei der EM U21 dabei. So kann sich jeder Hamburger und HSV Fan diesen Neuzugang anschauen. Einen besseren Eindruck kann man von einem relativ unbekannten Spieler nicht bekommen. Unbekannt für Nicht-Nachwuchsmannschaften- und Nicht-Premier-League-Gucker. Für diese folgen ein paar Daten (Auszüge):

  • 50 Spiele in der Premier League
  • spielte die U21 Europameisterschaft 2009
  • spielte die Qualifikationsspiele für die U21 Euro-Qualifikation

Für diese Daten finde ich die Ablösesumme mit 2,5 Mio. Euro recht moderat, was sicherlich auch aufgrund seiner Verletzung zu Beginn des Jahres lag und auch, dass Mancienne mit seinen 1.84 m kein Gardemaß für die Premier League hat.

Die Europameisterschaft beginnt am 11.06.11 und endet am 25.06.11 mit dem Endspiel. Wäre doch schön, wenn wir Michael Ian Mancienne dort sehen würden. Mit diesen Selbstvertrauen könnte er dann zum zweiten Trainingslager des HSV anreisen und durchstarten. Denn er wurde als Stammkraft eingekauft, der neben Heiko Westermann in der Innenverteidigung spielen soll. Die Abwehr wäre dann mit Diekmeier, Mancienne, Westermann und Aogo gut aufgestellt. Aber zurück zur Europameisterschaft.

England spielt an folgenden Tagen:

  • 12.06.11: Spanien – England um 20:45 Uhr
  • 15.06.11: Ukraine – England um 20:45 Uhr
  • 19.06.11: England – Tschechien um 20:45 Uhr
  • 22.06.11: Halbfinalspiele um 18:00 oder 21:00 Uhr
  • 25.06.11: Endspiele um 18:00 oder 20:45 Uhr

Alle HSV Fans drücken Mancienne für seine Spiele die Daumen. Möge er erfolgreich, eingesetzt und unverletzt bleiben. Das Selbstvertrauen kann der schüchtern wirkende Mancienne gebrauchen, um einen guten Start in Hamburg beim HSV hinzulegen.

Nur der HSV!

jung, hungrig und talentiert = Erfolg

Samstag, Juni 4th, 2011


Die heutige Erfolgsgarantie scheint zu sein junge, hungrige und talentierte Fußballer zu verpflichten oder auszubilden. Dann käme der Erfolg von alleine – siehe Dortmund, Mainz, Nürnberg und Freiburg. Aber was hat es genau auf sich mit diesen Forderungen und was steckt dahinter?

Früher war nicht alles schlecht. Und die Spieler, die heute nicht mehr zu der Kategorie jung und hungrig zählen, waren aber vor ein paar Jahren jung und hungrig. Sie waren auch talentiert, denn sonst würde keiner in der Bundesliga spielen. Was also ist anders?

Nachwuchsarbeit

Ich hole ein wenig aus. Denn Deutschland hat seinen letzten Titel mit der Nationalmannschaft (der Herren) 1996 mit Berti Vogts errungen. Allerdings wurde schon damals gewarnt, von keinem geringeren als eben Berti Vogts. Deutschland würde in der Nachwuchsarbeit hinterher hinken. Es wurde gefordert, dass in Deutschland mehr junge deutsche Spieler zum Einsatz kommen sollten. Es wurden Regeln und Vorschriften für die Bundesliga-Mannschaften erstellt, die jeder zu folgen hatte. Das Ziel war, mehr Wert auf den deutschen Nachwuchs zu legen.

Ich kann mich noch gut an das Gestöhne der Bundesligavereine erinnern, dass die Jugend nicht gut ausgebildet wäre, dass dieser Schnitt zu schnell und zu früh käme. Aber es bewegte sich was. Die Auflagen für alle Vereine für ihren eigenen Nachwuchs zu sorgen, führten zu einem Umdenken. Erst langsam, dann schneller.

Erfolge der Nachwuchs-Nationalmannschaften

Mittlerweile schauen viele Länder auf uns und unsere Jugendarbeit. Besonders nach den letzten Erfolgen:

  • U21 – Europameister 2009
  • U19 – Europameister 2008
  • U17 – Europameister 2009

Ich gehe hier jetzt mal nicht näher drauf ein, dass sich diese Mannschaften anschließend teilweise nicht mal mehr qualifizieren konnten. Das ist ein Extra-Blog wert. Hat aber nichts mit nachlassender Nachwuchsarbeit zu tun.

Der Fußball hat sich verändert

Der Fußball hat sich in den letzten Jahren verändert. Über allem steht die Taktik, das Spielsystem und wie dieses auf dem Platz umgesetzt wird. Bei keinem Spieler darf eine gute Technik, eine gewisse Grundschnelligkeit und eine gute Kondition fehlen. Das ist für mich aber selbstverständlich und ist nicht neu. Das hatten die älteren Semester auch vorzuweisen. Aber die Taktik und das Spielsystem wird den Jugendlichen von klein an beigebracht. Es wird auch verstärkt wert auf eine gute mentale Stärke geachtet.

Ältere Spieler genossen diese Art der Ausbildung nicht, sondern eine andere. Es scheint, als wären die älteren Spieler, die es nicht schaffen, sich diesem neuen System anzupassen, Fremdkörper auf dem Platz. Es sieht aus, als würden diese Spieler pomadig, hüftsteif, langsam sein. Dabei passen sie nicht ins System.

Eine weitere Änderung ist, dass vor einigen Jahren noch die Stärke des Einzelnen zählte. Ein einzelner Spieler konnte den Unterschied ausmachen. Es wurde ruhig und abwarten gespielt und auf die Lücke gewartet. Aber die gut ausgebildeten jungen Spieler bieten keine Lücken mehr. Sie sind zudem konditionell auf einem guten Niveau. Dass sich gerade die großen Mannschaften in den letzten Minuten durchsetzten war auch eine Frage der Kondition. Aber die ist gerade bei den vermeintlich schwächeren Mannschaften im Überfluss vorhanden. Auf einen Einbruch zum Ende des Spiels warten viele Mannschaften jetzt noch vergeblich. Die kam nicht.

Im Gegenteil. Im neuen Spielsystem laufen die Spieler im Schnitt 1 – 3 km mehr als früher. Das Spiel in die Tiefe, das Umschalten von Verteidigung auf Angriff, geht in Sekundenschnelle. Wer da zu lange wartet, verliert den Ball, bevor er überlegen konnte, wohin er ihn spielen möchte. Die Spieler sind durch die mentale Ausbildung auch fitter im Kopf, sie sind konzentrierter und schalten schneller um.

Beispiel HSV

Mannschaften, die verstärkt auf „ältere“ Stars setzten, die auf Qualität des Einzelnen wert legten, die einen höheren Altersdurchschnitt vorweisen, konnten nicht mehr mithalten. Dieses kann in den letzten Jahren beobachtet werden. Der HSV zum Beispiel war ein Verein, der auf Stars und Qualität setzte, aber übersah, dass ein Umbruch stattfand. Viel zu wenig Spieler standen auf dem Platz, die nach dem neuen System ausgebildet wurden. Entsprechend wurden die Tabellenplätze von Jahr zu Jahr höher.

Natürlich ist nicht alles schlecht, aber dieser Umbruch zum taktischen Spiel, der muss von allen Vereinen mitgegangen werden. Und nun sind wir wieder bei den jungen, hungrigen und talentierten Spielern. Es sind nun mal die jungen Spieler, die nach diesem System ausgebildet wurden. Deshalb wird verstärkt nach diesen jungen Spielern gesucht. Was man nicht zuletzt an den beiden Neuzugängen beim HSV sehen konnte.

Der Umbruch ist auch beim HSV angekommen und wird mittlerweile von jedem mitgegangen. Spieler, Vorstand, Aufsichtsrat und vor allem Fans. Denn diese haben sich an ihre Stars gewöhnt und müssen erstmal mit System und Taktik vorlieb nehmen.

In diesem Sinne – Nur der HSV!

 

Es gibt keine Großen und Kleinen mehr

Samstag, Mai 28th, 2011


Im Fußball, besonders in der Bundesliga hat sich etwas gravierendes verändert. Das spürt gerade der FC Bayern München. Früher war jeder Verein froh, wenn Bayern einen Spieler kaufen wollte, waren die Schatullen danach prall gefüllt. Aber die Zeiten sind vorbei und immer mehr Vereine verzichten auf Millionenbeträge für ihre Spieler.

Früher pickte sich Bayern München die Stars der Vereine raus und die Spieler, genau wie der Verein, wurden schwach. Natürlich tat jeder Verkauf eines Leistungsträgers oder Stars weh, aber die Millionen für die Abfindung milderten den Trennungsschmerz. Aber heutzutage können sogar Vereine wie Mönchengladbach auf eine Abfindung von 15 Millionen Euro verzichten und behalten ihren Flügelspieler lieber in den eigenen Reihen. Freiburg konnte es sich erlauben ein 18 Millionen Angebot für Cisse abzulehnen, um die Saison gut zu Ende zu spielen.

Ein Ruud van Nistelrooy musste erkennen, dass der HSV das Angebot von Real Madrid mit einem Lächeln ablehnen konnten. Was sind schon 4 Millionen, wenn auf der anderen Seite Tore und die Europa Liga winken? Ebenso sah es mit Elia aus, der von Wolfsburg umworben wurde. Aber da konnten auch 18 Millionen Euro den Willen vom HSV nicht brechen. Der Fokus lag auf einer guten Mannschaft und die Leistungsträger werden nicht mehr verkauft.

Die Vereine werden nur noch schwach, wenn sie selber den Spieler nicht mehr behalten wollen und bereits adäquateren Ersatz gefunden haben. Dann freut sich der abgebende Verein, dass er mit dem scheidenden Spieler noch mal Kasse machen kann.

Besonders kritisch ist das für den FC Bayern München. Die Verantwortlichen waren es gewöhnt, dass sie einen Transfer ankündigten und dadurch genügend Druck entstand, so dass der Spieler früher oder später, meist früher, bei Bayern eintrudelte. Aber das funktioniert nicht mehr, wie es aktuell bei Manuel Neuer oder auch Jerome Boateng stattfindet. Da wird über die Medien gepoltert, dass der Wechsel nur noch von Schalke bekannt gegeben werden müsse, ansonsten wäre alles in trockenen Tüchern. Ebenso laut wurde geäußert, dass ja Schalke nicht so blöd wäre und auf das viele Geld verzichten würde, da Neuer im nächsten Jahr ablösefrei wäre. Aber, und da lernt Bayern gerade dazu, auch das ist kein Druckmittel mehr für die Vereine. Schalke überlegt ernsthaft, ob sie auf 25 Millionen Euro verzichten und dafür noch ein Jahr länger mit Neuer im Verein spielen können.

Lange Verträge werden mit den (zukünftigen) Leistungsträgern abgeschlossen, aber nicht wie früher, um die Ablöse nach oben zu treiben, sondern um den Spieler länger an den Verein zu binden. Junge Spieler werden in ein Gerüst eingebaut, welches in den nächsten Jahren gefestigt wird und für lang anhaltenden Erfolg stehen soll. Spieler wie Götze werden als unverkäuflich bezeichnet und das sehr überzeugend.

Hinzu kommt, dass die schillernden Namen von einst nicht mehr so ziehen, wie es die Herren sich wünschen. Ein Contrao sagt über die Medien, dass er keine Lust hätte zu den Bayern zu gehen. Er würde lieber bei seinem Verein in Portugal spielen. Also das nenne ich mal eine Ohrfeige!

Die kleinen Vereine spielen jetzt auch international, haben volle Stadien, Sponsoren und können angemessene Spielergehälter zahlen, weshalb nicht mehr jeder Spieler weiche Knie bekommt, wenn ein vermeintlich großer Verein anklopft. In Europa sind unter den 30 Vereinen mit den meisten Zuschauern pro Saison 15 Vereine aus Deutschland. Viele Zuschauer bedeuten viele Einnahmen. Und jeder Fußballer spielt lieber vor voller Hütte und verdient ein paar Euronen weniger, als vor leeren Rängen mit vollen Taschen.

Das es keine Kleinen mehr gibt, zeigt sich in der Tabelle. Nürnberg, Mainz, Freiburg, Hannover und auch Dortmund sind Vereine, die keiner so weit vorne erwartet hätte. Die Bundesliga ist ausgeglichen wie nie. Die Nachwuchsförderung hilft besonders den „kleinen“ Vereinen, da man nicht mehr nur auf günstige Spieler aus dem Ausland angewiesen ist. Der eigenen Nachwuchs ist gut ausgebildet, spricht die eigenen Sprache und den Verein. Die Integration funktioniert schneller und die Ablösesumme wird eingespart. Die Mannschaften profitieren von ihrem Mannschaftsgeist und wissen, dass sie eine Rolle spielen können.

Es bleibt abzuwarten, was die „großen“ Vereine wie Bremen, Bayern, Stuttgart, Hamburg, Wolfsburg aus der Situation lernen und ob sie ihre Erkenntnisse umsetzen können. Hierbei hoffe ich natürlich, dass der HSV seine Lehren gezogen hat und diese bereits in der nächsten Saison ausspielen kann. In dem SInne,

nur der HSV!

 

HSV und holländische Spieler – eine Liebe vergeht

Freitag, Mai 27th, 2011

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HSV und Spieler aus der Niederlande war viele Jahre eine Liebesbeziehung. Talente und junge Spieler, die auf dem Weg in die Nationalmannschaft waren, gingen zum HSV, um sich auf der internationalen Bühne zu zeigen und dann den nächsten Schritt zu machen. Es war eine win-win-Situation, da der HSV an den Ablösesummen gut verdiente. Aber diese Liebesbeziehung driftet Richtung „schmutzige Wäsche waschen“ ab.

Die Liebe begann in der Zeit, als Bernd Hoffmann gerade Vorsitzender beim HSV wurde. Er kaufte zusammen mit Didi Beiersdorfer junge Spieler aus Holland ein. Sie spielten beim HSV bis sie ihren Marktwert vervielfacht hatten und wurden dann verkauft. Das war für viele Spieler aus der Niederlande ein tolles Sprungbrett. Durch die Einsatzzeiten und das Vertrauen, welches den Spielern entgegen gebracht wurde, entwickelten sich viele beim HSV zu Stars. Das fand Nachahmer. Aber die Zeiten haben sich gewandelt.

Bernd Hoffmann und anfangs Didi Beiersdorfer war es zu verdanken, dass der HSV im Ranking immer weiter nach oben sprintete und bald unter den 20 besten Vereinen in Europa war. Nun wandelte sich die Einstellung, musste nicht mehr jeder Spieler sofort verkauft werden und konnte auch auf die eigene Situation geschaut werden. Somit wurde das Sprungbrett für die holländischen Spieler kleiner und bei manchen klemmte es sogar. Deshalb musste zu anderen Maßnahmen gegriffen werden.
<ul>
<li>Boulahrouz „verletzte“ sich vor einem Spiel, um so seinen Wechsel zu provozieren.</li>
<li>Van der Vaart zeigte sich mit einem Trikots eines anderen Vereins, um seinen Wechsel zu provozieren.</li>
<li>Elia schwärmt öffentlich von den ganz großen Vereinen und stellt sich automatisch in diesen Vereinen auf.</li>
<li>Ruud van Nistelrooy äußerte über die Medien, dass Real seine Liebe wäre und jeder beim HSV sicherlich verstehen wird, wenn er diesem Ruf aus Madrid folgen würde.</li>
</ul>
Was bei Boulahrouz noch funktionierte, ging bei van der Vaart mit Verzögerung und bei Elia und Ruud gar nicht mehr. Der HSV muss keinen Spieler verkaufen und lässt sich schon gar nicht mehr erpressen. Der HSV kann es sich leisten einen Spieler wie Elia oder Ruud auf die Tribüne zu setzen, sollten sie den Dienst verweigern. Es gibt genügend andere Spieler, die einspringen und das Geld ist nicht mehr ausschlaggebend.

Das bedeutet aber auch, dass es für den HSV schwerer wird neue talentierte junge Spieler aus der Niederlande zu bekommen, da diese wissen, dass das Sprungbrett auch eine längere Ehe werden könnte. Das hält die Spieler davon ab zum HSV zu kommen und lieber noch ein Jahr in ihrem Verein zu spielen. Ihr Plan ist, dass sie bei ihrem Verein ihre Leistungen erbringen müssen und sich nach Verzögerung noch größere Vereine melden werden. Zu diesen ganz großen Vereinen gehört der HSV (noch) nicht.

Hier müssen zwei Spielernamen genannt werden: Affelay und Bruma. Bei beiden Spielern war der HSV lange interessiert und gaben immer wieder ihre Angebote ab. Das Interesse bei den Spielern war vorhanden, aber wohl eher, um seinen Namen in den Medien zu sehen, als dass sie wirklich ernsthaft überlegten zum HSV zu kommen. Auch beim aktuellen Spieler Bruma zieht sich dieser geplante Wechsel schon über ein Jahr hin. Auch jetzt möchte er erst mit der Nationalmannschaft spielen und sich zeigen. Seine Hoffnung ist, dass er auf sich aufmerksam machen möchte, um eventuell ein Verein eines größeren Vereins zu bekommen.

Der HSV ist zu groß geworden, als dass es noch als Sprungbrett dienen könnte, aber noch zu klein, als dass es wirklich mit den großen Vereinen mithalten könnte. Deshalb hoffe ich, dass der neue Sportchef und der neue Vorstand Mittel und Wege finden ihren Kader zu verstärken, aber mit Spielern, die den HSV als großen Verein sehen und nicht nur als Sprungbrett.

Diese Spieler legen mehr Wert auf ihren Marktwert, als auf den Erfolg der Mannschaft. Das haben wir in den letzten Jahren gesehen und der ausbleibende Erfolg zeigte, dass ein Umdenken erfolgen muss. Die Einsicht des Umbruchs ist vorhanden, nun sind alle gespannt, welchen Weg der HSV gehen wird, um den Namen HSV noch größer zu machen und den Anschluss an die Großen zu schaffen.

Nur der HSV!

Beim HSV wird im Stillen gearbeitet

Samstag, Mai 21st, 2011


Eine völlig neue Situation beim HSV, denn es dringt nichts nach außen. Es ist sogar so still beim HSV geworden, dass manche schon unken, dass gar nicht gearbeitet wird. Aber es wird fieberhaft am Umbruch gearbeitet. Der Unterschied zu früher ist, dass nichts nach außen dringt. Keine potenziellen Neuzugänge, keine Vertragsgespräche, keine möglichen Abgänge, nichts.

Beim HSV scheint sich jeder hinterfragt zu haben, zumindest vorerst, und jeder wird vom neuen Vorstand eingeschworen worden seien. Denn anders ist es nicht zu erklären. Die Leute, die unter dem Vorsitzenden Hoffmann noch fleißig Informationen an die Presse verkauften oder zumindest weitergaben, sitzen immer noch im Aufsichtsrat. Dieser hat sich seit dem Wechsel von Hoffmann auf Jarchow nicht geändert. Aber seit dem Jarchow den Verein führt, ist Stille. Es schien, als habe er mit seinem Amtsantritt ein Leck gestopft. Seit dem Tag Eins war Ruhe. Angenehme Ruhe, denn vorher gab es jahrelang Streit und Kompetenzgerangel. Diejenigen, die vorher die Informationen an die Presse gaben, ging es in erster Linie um die Rufschädigung des Vereins. Nun, sind aber auch diese Quellen versiegt, was ich beführworte.

Ein Verein kann nur an die Spitze, wenn er in Ruhe arbeiten kann. Sobald alle möglichen Schritte, Gespräche, Vertragsdetails, Konzepte in der Öffentlichkeit diskutiert werden, sind sie eigentlich schon wieder Makulatur. Arnesen hat es gesagt, der Verein kann nur an die Spitze kommen, wenn der Verein zusammenhält. Dazu zählt jeder Mitarbeiter, der Aufsichtsrat, der Vorstand, die Fans und natürlich die Spieler und der Trainerstab. In den letzten Jahren wurde der Erfolg zu sehr an den letzten beiden Punkten festgemacht und diese wurden dann bei Misserfolg auch ausgetauscht. Aber das Gesamtkonzept muss stimmen. Der Anfang ist gemacht und der Umbruch ist eigentlich schon seit Amtsantritt von Jarchow und Hilke eingeläutet. Seit dem wird beim HSV ganz anders gearbeitet. Seit dem herrscht Ruhe, seit dem schweigen die Kritiker.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass nichts nach außen dringt. Früher war man als Fan sehr gut informiert. Jederzeit war klar, an welchem Spieler der Verein interessiert ist und welche Schritte geplant sind. Das gab auch ein Stück Sicherheit, da man wusste, dass gearbeitet wird und in welche Richtung. Nun ist alles still. Und manche überlegen schon, dass der Zug für den HSV in puncto Neuzugänge abgefahren sei. Das ist natürlich Quatsch, denn es wurden in der Öffentlichkeit zwar ein paar Namen gehandelt, aber es gibt genügend, die noch auf dem Markt sind. Zumal die Namen, die gehandelt wurden, von der Presse erfunden wurden, weil es keine Informationen aus dem Verein gab. Da die Medien aber etwas schreiben müssen, wird der HSV bei jedem Transfer als möglicher Kandidat genannt. Natürlich bekommt der Verein keinen der Spieler, weil sie nicht interessiert sind. Aber in der Öffentlichkeit verbreitet sich die Meinung, dass der HSV keine Chance bei guten Spielern hat. Und ich muss gestehen, auch ich muss mich erst an diese Situation gewöhnen.

Ich vertraue dem Vorstand und dem Trainerteam, welches gerade einen Neuzugang verzeichnete. Frank Heinemann ist neuer Co-Trainer von Oenning. Es war sein Wunsch mit Heinemann zusammenzuarbeiten. Umso schöner ist es, dass es geklappt hat. Ein Trainerteam muss sich blind vertrauen können. Der Vorstand mit dem Sportchef Arnesen hat ein großes Scoutingnetz, kennt die Spieler und hat mit Oenning einen Trainer, der mit jungen Spielern umgehen kann. Dieses Gespann wird in den nächsten Wochen ein Team zusammenstellen, welches uns nächste Saison erfreuen wird. Mich haben bereits die letzten Bundesligaspiele optimistisch gestimmt. Wird diese Mannschaft nun gezielt verstärkt, kannn ein Team zusammenwachsen. Da in der Mannschaft noch einige Leader vorhanden sind, werden wohl eher Perspektivspieler geholt. Und diese Namen werden sicherlich nicht in den Medien gehandelt. Damit wird der Verein uns – die Fans – und die Medien überraschen.

Dieser Umbruch gibt mir ein sehr gutes Gefühl, dieser Umbruch, der den ganzen Verein betrifft.

Nur der HSV!

HSV spielt unentschieden in Leverkusen

Samstag, Mai 7th, 2011


Absolut verdient spielt der HSV unentschieden. Es war ein hochkarätiges Spiel mit vielen Torchancen auf beiden Seiten, obwohl die letzten Minuten eindeutig dem HSV gehörten. In den letzten Minuten hätte der HSV zwei drei Tore schießen können, eigentlich müssen.

Die Mannschaft von Oenning spielte sehr kompakt, war lediglich eine halbe Stunde nach der Pause unter Druck, ansonsten hatte man Leverkusen gut im Griff. Es wurde immer wieder schnell nach vorne gespielt. Die Angreifer waren präsent und gewannen sehr viele Zweikämpfe. Nur so geht es. Wenn der Sturm die Bälle halten kann und den Ball auf die nachrückenden Spieler spielen kann, ist jede Mannschaft gefährlich. So viele Chancen wie in diesem Spiel habe ich den ganzen letzten Spielen zusammen nicht gesehen. Das war eine Mannschaft auf dem Platz bei dem jeder für jeden lief und half.

Oennings System ging auf. Er stellte Rincon ins rechte Mittelfeld und Tesche für den gelbgesperrten Zé Roberto auf die 6. Auch Elia scheint Oenning gekitzelt zu haben. Er lief viel und spielte defensiv stark. Somit war das Mittelfeld sehr kompakt, gewann viele Zweikämpfe und konnte dann den Ball schnell nach vorne spielen. Vorne spielten Guerrero und Son. Guerrero hat im letzten Spiel schon sehr viel Einsatz gezeigt, ist in viele Zweikämpfe gegangen, bekommt viele Freistöße zugesprochen und ist immer ein Unruheherd. Son ist in diesem Spiel das weniger gelaufen, was er im letzten Spiel zu viel lief. Deshalb spielte er zwar gut mit, war ein Baustein des Systems, aber es fehlte überraschendes. Es war, als wäre er etwas platt. In der 60. Minute kam dann Pitroipa für Son und der hatte in den 30 Minuten drei Hochkaräter, wovon mindestens zwei als 100%-ige bezeichnet werden müssen. Besonders die letzte Chance hat er leider vergeben, weil er den Ball nicht richtig traf. Aber solange die Mannschaft gut spielt und die Chancen auslässt, ist mir das erstmal egal. Denn jetzt ist es wichtig, dass die Mannschaft zeigt, dass sie lebt und versteht, was der Trainer von ihnen will. Das scheint so zu sein. Die Tore werden reingehen, wenn nicht jetzt, dann im nächsten Spiele  oder in einem späteren Spiel.

Ich hatte in der Vorschau gesagt, dass es mir egal ist, wie das Ergebnis ist, Hauptsache ich sehe ein schönes und spannendes Spiel. Das sah ich, weil die Hamburger von Anfang an präsent waren und oftmals gedankenschneller als ihr Gegner. Sie gingen kompromisslos in die Zweikämpfe, was mir in den letzten Spielen fehlte.  Es sah so aus, als spielten alle mit Spaß, es wurde um jeden Ball gekämpft und keiner verschenkte einen Ball. So stelle ich mir das nächste Saison vor. Da steht eine Mannschaft auf dem Platz, die sich nicht hängen lässt und vor allem, die sich nicht auf ihr Talent verlässt, sondern ehrlichen Fußball spielt. Sehe ich solchen Fußball bin ich nächste Saison sehr zufrieden. Denn dann werden genügend Spiele gewonnen, so dass die Mannschaft im Mittelfeld steht oder eventuell an Platz 6 schnuppern kann.

Tesche und Rincon haben mich überrascht. Waren beide in dieser Saison kaum auf dem Platz, spielten sie eine souveräne Partie. Sie standen defensiv gut, liefen viele Räume zu und setzten auch offensive Akzente. Natürlich funktionierte gerade in der Vorwärtsbewegung noch nicht alles. Aber woher soll das Selbstvertrauen kommen? Da Oenning sich bereits zu den beiden Spielern positiv äußerte, glaube ich, dass sie in der nächsten Saison genügend Einsätze erhalten werden, um auch die offensiven Aktionen positiv zu Ende zu führen. Denn die Überlegungen waren meist die Richtigen. Wenn zu dem die Laufwege mit einer eingespielten Mannschaft einstudiert werden können, werden diese beiden Spieler uns noch viel Freude bereiten.

Westermann hat Wort gehalten. Er meinte, dass auch er mehr zeigen möchte und wieder voranschreiten wird. Damit hat er in der 2. Minute bereits begonnen, als er das Tor schoß. Aber auch im gesamten Spiel, war er sehr präsent und ging voran. Es scheint, als wachse etwas zusammen, was zusammen gehört. Aogo wurde oftmals sehr schön eingesetzt und konnte einige Male gefährlich flanken. Das Hamburger Tor wurde durch ein Freistoß von ihm eingeleitet. Diekmeier lief auf seiner Seite viel und wurde gut von Rincon unterstützt. Die beiden harmonierten auch gut und spielten sich die Bälle in die Räume. Besonders gut fand ich, dass Diekmeier Sam nach seiner Einwechslung keine Chance ließ. Sam, der Überflieger in der Hinrunde, wird kaum noch eingesetzt und konnte auch heute keine Akzente setzen. Er wurde meist fair von einem Hamburger gestoppt.

Die Fans möchte ich erwähnen, denn sie waren über 90 Minuten zu hören. Sie feierten die Mannschaft und bedankten sich bei ihnen. Das war ein schönes Zeichen, besonders nach dem Verhöhnen im letzten Heimspiel. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie will und die Fans haben dieses Zeichen gerne aufgenommen und verziehen. So soll es sein.

Ich freue mich auf das letzte Heimspiel. Bin gespannt wie Oenning aufstellen wird. Aber vermutlich wird Zé Roberto für Jarolim kommen, weil dieser die 10. Gelbe Karte bekam und im nächsten Spiel gesperrt ist. Diekmeier wurde verletzt ausgewechselt und ich hoffe, dass sich das nicht als gravierend herausstellt.

So macht der HSV wieder Spaß, nicht nur den Spielern, sondern auch den Fans.

Nur der HSV!