Archive for the ‘Gedankenfetzen’ Category

Stuttgart 21 – der lange Weg bis heute

Montag, Oktober 4th, 2010


Ich habe von diesem Projekt schon 1996 gehört und gelesen. Es gab damals schon Widerstände, weil schon damals klar war, dass das Projekt so einfach nicht durchzusetzen wäre. Die Gefahren beim Tunnelbau, die Kostenexplosion usw. also alles Gründe, die auch heute noch gelten. Damals waren die Einwände für mich so nachvollziehbar, dass ich dachte, nee, der wird nicht gebaut. Entsprechend wurden in anderen Städten mit genau diesen Einwänden diese Bahnprojekte nicht realisiert. Aber schon damals war klar, dass es in Stuttgart nicht um ein normales Projekt ging. Es wurden die Klüngel, die Verbindungen einiger Firmen, die freundschaftlichen Gutachten usw. kritisiert. Im Grunde genommen sind die Firmen, die damals beteiligt waren, sei es Planung, Ausführung, Genehmigung, Gutachten alle miteinander verwoben. Ich wohnte in Baden-Württemberg und bin seit dem etwas weiter weggezogen (Hamburg bzw. jetzt Mecklenburg-Vorpommern). Ich als jetzt Außenstehende bekam keine weiteren Informationen zu diesem Projekt.

Als ich von dem bevorstehenden Bauvorhaben hörte, dachte ich nur, okay, dann haben sie wohl alles aus der Welt geschafft, dass es jetzt doch gebaut wird. Aber je mehr ich lese, um so mehr sehe ich, dass die Einwände von damals noch heute die Gleichen sind. Wie kann das sein? Wie kann die Politik und die Deutsche Bahn (ja eigentlich auch Politik) so gegen die Einwände wehren oder sagen wir – ignorieren?

Trotzdem hielt ich mich ruhig, ich dachte, in der Politik kannst du eh nichts machen. Es ist sinnlos, denn die Politiker machen eh was sie wollen. Wenn sie den Bahnhof bauen wollen, werden sie ihn bauen. Wie bereits alles.

Aber als ich dann sah, wie gegen friedliche Demonstranten vorgegangen wurde, spürte ich, dass die Politiker zu weit gegangen sind. Bei mir und anscheinend auch bei vielen anderen. Denn es ist ein Ruck durch die Menschen gegangen und ich hoffe, dass es so bleibt.

Bei mir war es so, dass ich dachte, dass ich eh nichts ändern könnte. Es geht um „Verbrechen“ und wer das am Besten hinbekommt ist halt an der Macht. Ich kümmerte mich nicht mehr um die Politik. Ich las mir nicht mehr ide aktuellen Themen durch. Ich resignierte. Mein Gedanke, wenn ich desisoliert wegschaue, kann nichts mehr passieren, aber weit gefehlt. Die Politik hat es sich anscheinend sehr bequem gemacht, denn es haben wohl viele nicht mehr hingeschaut. Sie fanden es toll, dass sie machen konnten, was sie wollten. Dafür spricht auch, dass nach spätestens 3 Monaten alles vergessen ist von den Wählern. Aber ich habe durch Stuttgart 21 gesehen, was passieren wird, wenn ich weiterhin den Kopf in den Sand stecke. Es nimmt dramatische Formen an. Stuttgart 21 ist doch nur der Tropfen, der das ganze zum Überlaufen brachte. Vorher war es die Finanzkrise, die Bankenkrise, die Streichungen bei den Ärmsten, den nun-nicht-mehr-Atomausstieg, die offensichtlichen Lügen. Nun kam Stuttgart 21 hinzu und die Machtausübung, die sie sichtlich genossen. Wie man sich sonst hinstellen kann und so viele Lügen über den Fernsehbildschirm äußern kann, ist mir ein Rätsel. Es beginnt mit den steinewerfende Demonstranten, zu Gewalt gegenüber den Polizeibeamten hin zu es wurde kein gebündelter Wasserstrahl verwendet. Es wird gelogen, damit die Bevölkerung ruhig gestellt wird. Gut, dass es viele, viele, ja sogar sehr viele Bilder und Filme gibt, die genau das Gegenteil zeigen.

Die Politik und damit meine ich nicht die CDU in Baden-Württemberg, sondern die gesamte in Deutschland, hat gedacht, dass sie mit uns alles machen kann, weil wir die ganzen Jahre alles mit uns machen ließen. Aber das war ein Fehler, den sie hoffentlich bereuen wird. Aber wenn ich an die 3 Monate Haltbarkeit denke, wird bis zur nächsten Wahl schon wieder alles vorbei sein. Ich hoffe es nicht, denn es geht um uns!

Entsetzen über Stuttgart 21

Freitag, Oktober 1st, 2010


Ich bin immer noch geschockt! Seit gestern Mittag erfahre ich, wie mit friedlichen Demonstranten umgegangen wird, wenn sie im Wege stehen. Ich sehe einen Mann, der sein Augenlicht verloren hat, ich sehe Kinder mit gebrochenen Nasen, ich sehe ältere Menschen, die völlig geschockt ob der Gewalt sind. Ich lese und sehe, wie dieses Projekt gerechtfertigt wird. Eine angemeldete und genehmigte Schülerdemonstration wird von der Politik und der Polizei als menschliches Schutzschild kritisiert. Anfangs werden bewusst (?) Falschmeldungen veröffentlicht, womit die Härte entschuldigt wird. Steine werfende Demonstranten? Gewaltbereite Demonstranten? Vielleicht sahen diese Menschen, die das behaupteten, alte Bilder oder Filme aus anderen Orten und zu anderen Zeiten? Entschuldigt wurde diese Falschmeldung nicht. Aber zur besten Fernsehzeit gesendet hat sicherlich viele Menschen beruhigt. Denn wenn die Demonstranten angreifen muss dich die Polizei wehren. Also alles in Ordnung! Oder?

Es ist erstaunlich, wie manche Projekte gegen alle Argumente und (berechtigte) Kritik durchgedrückt wird. Denn anders kann das Vorgehen nicht bezeichnet werden. Seit dem das Projekt Stuttgart 21 vor über zehn Jahren vorgestellt wurde, gibt es Kritik. Aber diese Kritik ist nicht einfach eine Meinung gegen den Bahnhof, sondern es ist eine Kritik an den Gutachten, an den Kostenberechnungen und an der Art des Zustandekommens. Von Anfang an, gab es bei diesem Projekt undurchsichtige Machenschaften, die immer nur ansatzweise aufgedeckt werden können.Von Anfang an wurde über Gefälligkeiten Gutachten erstellt oder aber es saßen immer dieselben Person bei den Entscheidungen. Von Anfang an, wurde in einer Fernsehreportage gezeigt, wie bestimmte Menschen über Beteiligungen an verschiedenen Firmen sich selber das Projekt genehmigten. Von Anfang an haben die Befürworter erklärt, sie hätten Fehler begangen, aber würden alles Geradebiegen. Aber liegt nicht genau da der Fehler? Haben Sie schon mal versucht ein verbogenes Stück Metall geradezubiegen? Genauso wenig funktioniert es mit den Gutachten und den Genehmigungen.

Die Politik sieht sich im Recht, schließlich hätte der Bürger sie gewählt. Nur leider kann in unserer Politik (noch) nicht einzelne Projekte und Vorhaben gewählt werden, sondern man wählt eine Partei bei der man selten zu 100% alles abnickt. Es wird die Partei gewählt, die die wenigsten Fehler hat. Es geht mittlerweile nur noch darum das bessere Übel zu wählen. Anschließend spielen sich viele Politiker auf, als hätten sie einen Freibrief. Wie gerade jetzt geschehen in Stuttgart. Rech fühlt sich im Recht, immerhin wurde er mit seiner Partei gewählt. Vielleicht sollten einige Politiker nicht nur sehen, dass sie gewählt wurden, sondern auch, dass immer weniger zur Wahl gehen, weil es keine Wahl mehr gibt. Unter lauter Schlechten zu wählen ist eine schlechte Wahl. Die Politik sollte den Wähler ernst nehmen und ihn nicht niederprügeln. Oder soll das Gebahren in Stuttgart die Wahlbeteiligung heben?

Aber was beschwere ich mich. Es ist doch schön, wenn endlich mal wieder durchgegriffen wird und mir als mündiger Bürger gesagt wird, was ich darf und was nicht. Wenn also kritisiert wird, dass Jugendliche nicht demonstrieren dürfen/sollten und die älteren Herrschaften auch nicht, okay, endlich mal eine Ansage. Jetzt weiß ich, was ich tun darf und was nicht. Genau das hat bei uns gefehlt. Einer, der sagt, wo es lang geht und mir auch sagt, wie ich zu gehen habe. Oder hatten wir das schon mal? Es wird kritisiert, dass Jugendliche teilnahmen und diese wohl auch nach vorne durchgeschoben wurden. Okay, bei jeder Veranstaltung wird der kleinste nach vorne geschoben, damit er sehen kann. Es konnte nicht davon ausgegangen werden, dass diese Gewalt angewandt wird. Außer der Polizei natürlich. Hätte sie von Anfang an ihr Vorgehen transparent gemacht, wäre vielleicht alles anders geworden. Sie hätten ja sagen können, wir schlagen auf alles ein was uns im Wege steht. Dann hätten in der ersten Reihe sicherlich nicht die Jugendlichen und die Alten gestanden. Sondern dann hätten sich dort andere postiert.

Wenn ich sehe, wie in Baden-Württemberg auf friedliche Demonstranten eingeschlagen wurde, dann muss ich mich zwangsläufig daran erinnern, dass das das erste Bundesland war, in der die NPD in die Landesregierung gewählt wurde. Zufall? Was sind das für Polizisten, die dort auf friedliche Demonstranten einschlugen? Die alte Frauen und Männer verprügelten? Die Jugendliche mit Pfeffergas beschossen? Die Deeskalations-Truppe hätte vielleicht nicht auf die Demonstranten, sondern auf die eigene Polizisten eingehen sollen.

Was bleibt ist eine Ohnmacht gegenüber der Politik, die ich schon länger nicht mehr verstehe. Aber diese Ohnmacht zermürbt und ich frage mich, wie ich damit umgehen soll. Der Staat macht derzeit was er will und kümmert sich nicht wirklich um seine Bürger. Ich frage mich, wie lange das noch gut geht. Wie lange lassen wir uns das gefallen? Jeder Mensch ist leidensfähig, aber irgendwann ist ein Tropfen genug. Wann wird das sein? Welcher Tropfen? Es wird gespart, um die Verfehlungen der Politik und der Großkonzerne auszugleichen. Die Schulden der Bank zahlt der Bürger. Der Bürger wird überall zur Kasse gebeten. Ist es dann der richtige Zeitpunkt für ein Projekt Stuttgart 21 mit jetzt geplanten 4 Milliarden und geschätzten 18 Milliarden Euro? Ist das das richtige Zeichen an die Bürger? Aber das passt ins Bild. Eine Atomausstiegsvereinbarung wird gekippt, weil angeblich kein Geld da wäre und leider dann auch noch als Sensation verkauft. Auch hier wird wieder für Zündstoff gesorgt, denn Gorleben soll doch weiterleben.

Wann ist es genug?

Logo bzw. Wort-Bild-Marke kreiert

Freitag, August 27th, 2010

Über Umwege bin ich auf einer Plattform gelandet, die öffentliche und private Wettbewerbe von Firmen ausschreibt. Bei den öffentlichen konnte ich mitmachen. Ich las mir das Briefing durch und hatte sofort eine Idee. Ich war begeistert und es entstand ein Zwang. Ich musste diese Idee umsetzen. Also erkundigte ich mich, mit welchem Programm ich arbeiten könnte und ob ich Zeichentabletts benötigen würde. Für die erste Idee würde ich ohne Zeichentablett auskommen, aber ich benötigte eine Software. Ich entschied mich für den Illustrator von Adobe. Ich schaute mir Lernvideos an,um die ungefähre Arbeitsweise zu verstehen und los gings.

Auch Papier zeichnete ich meine Idee vor, ein weiterer Zettel diente mir für Anhaltspunkte und Punkte, die ich umsetzen wollte. Ich saß den ganzen Tag an der Umsetzung. Je mehr ich zeichnete und erstellte, umso mehr Ideen bekam ich. Es dürfen aber nur drei Ideen eingereicht werden. Und das ist gut so. 🙂 So gibt es ein Ende, vorerst. Die Gemeinde dort bewertet und kommentiert selber. Deshalb kann es sein, dass ich Tipps oder Anregungen zu meinen Ideen bekomme, die ich einarbeiten könnte. Der Wettbewerb läuft noch 11 Tage, so dass ein Ende ist Sicht ist.

Ich bin erst seit ein paar Tagen auf dieser Plattform und bin sehr gespannt, welche Wettbewerbe noch folgen werden. Die meisten Ausschreibungen sind private Contests. Ich habe mich für die privaten Contests beworben, weiß aber nicht, ob meine Qualität ausreicht. Oder anders ausgedrückt, ob meine Art der Umsetzung für andere interessant ist. Es kann sein, dass ich nicht den Anforderungen entspreche, was schade wäre. Gerne würde ich in diesem Bereich arbeiten und mich weiter entwickeln. Wenn ich immer wieder sehe, mit welchem Elan, Ehrgeiz und welcher Konzentration ich mich an die Arbeiten setze, wäre ich froh, wenn ich regelmäßig solche Aufgaben hätte. Sie fordern mich heraus und es macht Spaß. Eine bessere Kombination ist nicht möglich, wie ich finde.

Fürs Erste bin ich gespannt, wie und ob ich bewertet werde. Meine Idee ist anders als die meisten anderen. Es kann sein, dass ich zu viel neben dem Text eingefügt habe. Auf der anderen Seite fand ich das andere zu nichts sagend. Aber Briefing ist Briefing. Trotzdem würde mich interessieren, ob man mir Anregungen gibt oder mich dumm sterben lässt. Die nächsten Tage werden es zeigen.

Wer sich für meine Arbeiten interessiert folgt diesem Link: http://www.jovoto.com/contests/get-into-a-dialogue/ideas/7272

Mein Kind richtig erziehen

Montag, Oktober 6th, 2008


Ich lese das Buch von Alice Miller – Die Revolte des Körpers und habe mich in vielen Punkten wieder erkannt.

Beim Spaziergang mit meiner Hündin überlegte ich, wie ich mein Kind glücklich machen würde. Worauf würde ich bei der Erziehung achten? Wie würde ich meinem Kind meine Liebe zeigen?

Worauf würde ich bei der Erziehung achten:

Ich fange mit diesem Punkt an, weil er für mich am Einfachsten zu beantworten ist. Ich würde darauf achten, dass ich nur ein paar Regeln einführe, die ich aber zu 100% einhalten würde. Ansonsten würde ich meinem Kind viele Freiheiten genehmigen. Diese Erziehungsmethode sage ich seit ca. 20 Jahren und ich fand es richtig, fortschrittlich und für das Kind das Beste. Was mir jetzt beim Lesen des oben genannten Buches einfiel, ist, dass ich in keiner Sekunde an Liebe gedacht habe. Ich dachte nicht, ich werde mein Kind lieben oder ich werde meinem Kind meine Liebe zeigen oder spüren lassen. Nichts! Der Gedanke an Liebe ist für mich sehr fern, klingt wie ein künstliches Gerüst zu dem ich keinen Zugang habe.

Wie würde ich meinem Kind meine Liebe zeigen:

Ich überlegte, okay, ich würde bei meiner Erziehung meinem Kind zeigen, dass ich es liebe. Gut, aber wie? Wie zeige ich meinem Kind, dass ich es liebe? Ich war geschockt, denn mir fiel nichts ein. Wie zeigt man seinem Kind, dass man liebt? Regeln einhalten klingt nicht mehr gut, im Gegenteil, es klingt, als wenn es von einer Außerirdischen gesagt wurde. Was hat Regeln einhalten mit Liebe zu tun?

Ich frage meine Freundin. Sie antwortete spontan: „Na, in dem du es in den Arm nimmst.“ Das klang für mich irgendwie auch falsch. In den Arm nehmen… Wenn ich mein Kind schlage und dann in den Arm nehme, zeige ich, dass ich es liebe? In den Arm nehmen hat für mich ausnehmend negative Assoziationen. In den Arm nehmen heißt für mich: Trösten, klein sein, unbeholfen sein, nicht alleine zurecht kommen, auf Hilfe angewiesen sein,hilfsbedürftig sein, schwach. Das hat für mich nichts mit Liebe zu tun. Habe ich eine falsche Vorstellung von „In den Arm nehmen“ oder ist in den Arm nehmen wirklich kein Zeichen von Liebe? Wie zeige ich dann aber meine Liebe? Ich kann sagen, dass ich dich liebe, aber das sagen Millionen Menschen und lügen sich und den Gegenüber dabei an. Das ist auch kein Argument. Zumal der Sinn ein anderer sein kann. Vielleicht weiß der Sagende nicht, was Liebe ist, dann bekommt der Satz eine ganz andere Bedeutung. Außerdem kann man viel sagen, nicht umsonst sind die Verträge immer schriftlich. Aber was ist denn nun Liebe und wie zeige ich sie?

In den Büchern, die mich faszinieren steht, dass die Kinder traumatisiert wurden, weil sie nicht als das wahrgenommen wurden was sie sind. Es wurde etwas hinein interpretiert oder es sollte mit dem Kind etwas dargestellt werden. Es konnte auch sein, dass die Eltern auch traumatisiert sind und ebenfalls nicht wissen, was Liebe geben überhaupt bedeutet. Dann können es die Kinder auch nicht lernen. Hinzu kommt, dass die Kinder merken, wenn es den Eltern schlecht geht. Sie versuchen den Eltern zu helfen, sie versuchen zu schlichten und sie versuchen die „heile Familie“ herzustellen. Diese Kinder sind aber überfordert mit dieser Aufgabe. Sie können versuchen diese Aufgabe wahrzunehmen, wenn sie ihre eigenen Gefühle, Emotionen, Wünsche und Talente verbergen oder verdrängen, aber sie werden diese Aufgabe niemals erfüllen können. Sie sind von vornherein zum Scheitern verurteilt. Sie haben also eine kaputte Familie, die sie nicht retten können. Sie haben ihre Gefühle und Emotionen verdrängt und haben trotzdem eine kaputte Familie. Kinder können die Verantwortung nicht für ihre Eltern übernehmen. Auch nicht als Erwachsene! Sie bürden sich viel zu viel auf. Da sie diese Aufgaben niemals bewältigen können, sind sie in dem Unterfangen eingesperrt, haben keinen Zugang mehr zu sich selber und keine Ressourcen dieses zu erkennen. Solange die Aufgabe – die Eltern zu versorgen – nicht erfüllt ist, ist keine Energie frei für die eigenen Aufgaben. Wenn ich jetzt überlege, was in den Büchern steht, was die Eltern (bewusst oder unbewusst) falsch machen, dann müsste ich darüber doch ermitteln können, was Liebe zeigen sein kann.

Die Kinder wurden nicht wahrgenommen. Ich zeige also meinem Kind, dass ich es liebe, in dem ich es wahrnehme. Super! Das ist ja einfacher als ich dachte. Aber halt, wie nehme ich ein Kind wahr? Indem ich zugucke, wenn es etwas macht? Wenn ich mich seinen Problemen annehme? Wenn ich mich mit ihm beschäftige? Was bedeutet wahrnehmen? Was ist wenn mir mein Kind nicht sagt, was es unternehmen möchte. Wie nehme ich es dann wahr? Gut, das ist wohl der schwierigste Teil. Fange ich mit dem Teil an, dass mir mein Kind sagt, was es machen möchte. Sagen wir das Kind möchte im Sand spielen. Gut, dann lasse ich es im Sand spielen. Und weiter? Was mache ich jetzt? Nehme ich das Kind wahr, in dem ich mich dazu setze? Oder bedränge ich das Kind dann? Soll ich mich abwenden oder entferne ich mich vom Kind? Was nimmt das Kind wahr, wenn ich mich abwende? Was denkt es, wenn ich mich dazu setze? Oder muss ich das spüren? Muss ich spüren, was das Kind denkt? Geht das überhaupt? Wenn das Kind aber negativ fühlt, wenn ich mich abwende, dann stimmt doch mit dem Kind schon etwas nicht. Dann habe ich doch schon was falsch gemacht. Ein selbstbewusstes Kind weiß das es ist. Es weiß, dass es wichtig ist. Warum sollte es also schlecht oder negativ fühlen? Ein selbstbewusstes Kind möchte aber auch nicht, dass ich mich dazu setze. Denn ein selbstbewusstes Kind kann alleine sein, alleine spielen ohne negative Gefühle zu entwickeln. Gut, jetzt weiß ich, was ein selbstbewusstes Kind möchte, aber ein Kind wird nur selbstbewusst, wenn es spürt, dass es geliebt wird – ohne wenn und aber geliebt wird. Somit bin ich wieder bei der Liebe zeigen!

Ein Kind muss spüren, dass es geliebt wird – ohne wenn und aber. Vielleicht komme ich darüber weiter. Ohne Wenn und Aber bedeutet für mich, egal, was es macht, egal, welche Leistungen, egal, welche Äußerungen, egal, welche Wünsche. Gut, das Kind kommt mit einem gemalten Bild zu mir und will wissen, wie ich das Bild finde. Und nun? Sage ich gut oder schlecht – bin ich bei den Leistungen. Sage ich nichts – vernachlässige ich das Kind. Immer lieben ohne wenn und aber. Also sage ich dem Kind, dass ich es liebe, nehme es in den Arm, lache, weil es existiert und freue mich mit dem Kind. Das war jetzt ohne wenn und aber! Nun gucke ich mir das Bild an – und jetzt? Sage ich jetzt was zum Kind? Dann bin ich wieder bei der Leistung. Oder möchte das Kind jetzt gar nicht mehr, dass ich etwas zum Bild sage, weil es spürt, dass ich es liebe? Sagen wir, das Kind möchte trotzdem noch, dass ich etwas sage. Wie kann ich dann etwas zum Bild sagen ohne zu werten ohne die Leistung in den Vordergrund zu rücken? Ich könnte auf den Spaßfaktor eingehen. Gut! Ich frage mein Kind, ob es Spaß beim Malen hatte. Wenn es das bejahte, dann unterstütze ich es weiter zu malen und wenn es keinen Spaß hatte, werde ich fragen, warum es trotzdem gemalt hat. So bin ich auf mein Kind eingegangen ohne zu werten. Das gefällt mir!

Ich werde mein Kind immer nur dann unterstützen, wenn es mir sagt, dass es etwas mit Spaß macht. Ich werde mein Kind nicht bewerten, egal, was es sagt, äußert, fabriziert oder kreiert. Ich werde mein Kind als Mittelpunkt sehen und die Leistungen. So müsste es funktionieren!

Stelle ich mein Kind in den Mittelpunkt habe ich automatisch einen zweiten Punkt berücksichtigt. Die Außenwelt, die Anderen nicht die Gewichtung gegeben, die sie oftmals ungerechtfertigt bekommen. Wenn ich meinem Kind zeigen möchte, dass ich es liebe, dürfen die „Anderen“ keine Rolle spielen. Es muss egal sein, was die sagen. Je mehr ich meinem Kind das Gefühl gebe, dass es selber wichtig ist und nicht die Meinung der „Anderen“, um so mehr fühlt das Kind das es wichtig ist. So kann sich das Kind entwickeln ohne von außen Druck zu bekommen ohne von außen manipuliert zu werden. Bei dieser Erziehung wird das Kind auch nicht in die Bedrängnis kommen sich für seine Eltern verantwortlich zu fühlen, weil auch sie wissen, wo ihr Platz in der Gesellschaft ist.