Archive for April, 2011

HSV verliert auch gegen Freiburg

Samstag, April 30th, 2011


Oenning sagte, dass die letzten drei Spiele Erkenntnisse bringen werden, wer mitziehen möchte und wer nicht. Die Erkenntnis wurde von einigen Spielern so deutlich gezeigt, dass nur ein Schluss bleibt. Weg und einen noch gravierenderen Umbruch, als eh schon geplant.

Ein Trainer braucht Spieler, die seine Philosophie mitgehen und die verstehen, was er will. Nur dann kann es funktionieren. Das sieht man bei Klopp, der in den letzten drei Jahren die komplette Dortmunder Mannschaft austauschte und man sieht es noch deutlicher bei Felix Magath. Wenn Magath irgendwo Trainer ist, guckt er sich alle Spieler genau an und kauft und verkauft gnadenlos die Spieler, die passen oder eben nicht. In Wolfsburg kaufte er 30 Spieler und wurde Deutscher Meister. Er ging und die folgenden Trainer kamen mit diesem zusammengestellten Kader nicht zurecht. Die Zeit erhielten sie nicht, sich ebenfalls eine Mannschaft zusammenzustellen. Er geht nach Schalke, hat dort großen Erfolg, aber hat auch einen Komplettaustausch durchgeführt. Er ging und für drei Spiele sah es so aus, als würde Rangnick mit dem Kader zurechtkommen. Aber das ist nun vorbei. Ich bezweifle, dass die Schalker Mannschaft unter Magath so vorgeführt worden wären, wie es ManU machte. Auch die Niederlage gegen Bayern, die noch im Gange ist und nur noch eine Frage der Höhe ist, sieht danach aus. Magath geht zu seinen Wolfsburgern zurück und nach drei Unentschieden heimst er zwei Siege nacheinander ein und er wird es schaffen mit der Mannschaft nicht abzusteigen. Warum ich das alles schreibe?

Weil dieser Umbruch beim HSV auch bevorsteht. Oenning mit Arnesen hat die einmalige Chance beim HSV einen Umbruch durchzuführen und diesen schneller als es Magath je durfte. Denn die Spieler zeigen ihm in den letzten Spielen sehr deutlich, dass sie nicht mehr beim HSV spielen wollen. An erster Stelle nenne ich Elia und Zé Roberto. Der gerne einen gut bezahlten 2-Jahres-Vertrag wünscht. Aber das wird wohl nur eine Show sein. Obwohl er fordert gute Verstärkungen was aus seiner Sicht Sinn macht, denn dann kann er sich verstecken ohne dass es auffällt. Mit einer Mittelmäßigen Mannschaft oder einen jungen Mannschaft wird das so deutlich, dass es schon peinlich ist. Fremdschämen ist angesagt!

Spieler, mit denen geplant wurde, spielen sich aus der Mannschaft. Hierzu zähle ich auch Jarolim. So langsam wie er ist, kann das nicht mehr gut gehen und mit ihm sollte nicht verlängert werden. Wie man den Freiburger Spieler an der Mittellinie so sträflich harmlos begleiten kann ohne ernsthaft zum Ball zu gehen, ist eine Schande. Erwähnen muss ich auch Ben-Hatira. Was ist mit ihm los? Sind es die Nerven? Oder hat auch er ein anderes Angebot vorliegen? Immerhin läuft sein Vertrag auch aus und er könnte wie Torun gehen. Seine Stockfehler sind nicht nachvollziehbar, wo er doch so ein guter Techniker ist. War der Druck zu groß, aber welcher Druck?

Wer aufgepasst hat, sieht, dass das das gesamte Mittelfeld war. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Bälle von Rost und der Abwehr nur lang nach vorne gespielt (geschlagen) wurden. Bei diesen Bällen ist die gegnerische Abwehr immer im Vorteil, aber was blieb ihr übrig? Es bot sich keiner an. Heute hat sich zudem auch Diekmeier versteckt, weil er den Ball auch nicht weiterleiten konnte, mangels Anspielmöglichkeiten. Aogo und Elia können nicht zusammenspielen. Da Aogo es sehr gut mit Jansen und anderen Spielern konnte, wird es wohl an Elia liegen. Somit haben wir unsere komplette Mannschaft aus dem Spiel genommen und der Gegner trat noch nicht mal auf. Im Sturm hingen dann Son und Guerrero. Das war der einzige Hoffnungsschimmer, den ich zumindest in Ansätzen sah. Son ist agil, er spielt mit, er spielt den einfachen, aber wirkungsvollen Ball. Er erspielt sich Chancen und er kreiert sie. Das hat mir gut gefallen und ich denke, dass Son nächste Saison Stammspieler wird. Das ihm nicht alles gelungen ist, ist erstens ob seines Alters normal und zweitens bei der Mannschaftsleistung verständlich. Aber er war der beste Hamburger auf dem Platz. Benjamin hat mir in Ansätzen auch gut gefallen und ich frage mich, warum er nicht als Backup behalten wurde.

Der angedachte Umbruch wird gnadenlos durchgezogen bei dieser Leistung und das ist das einzig Gute an den letzten beiden Niederlagen. Zé Roberto und Elia boten sich in den letzten Spielen schon an und nach dem heutigen Tag wird kein Hamburger Fan verstehen, würden diese beiden Spieler nicht abgegeben. Arnesen und Oenning sollen sich junge und talentierte Spieler holen. Ebenso kann der eine oder andere erfahrene Spieler geholt werden, da genügend Geld durch Ablöse und eingespartes Gehalt zur Verfügung stehen.

Westermann geht leider mit unter, obwohl er versucht vorne weg zu gehen. Guerrero war agil, anspielbar, aber er wollte zuviel und ihm gelang zu wenig. Als dann noch die Pfiffe gegen ihn kamen, hatte er seine Nerven gar nicht mehr im Griff und es ging nichts mehr. Die vergebene 100%-ige sei da erwähnt.

Die Hamburger Anhänger können sich auf einen Umbruch freuen und sollten der neu zusammengestellten Mannschaft mehr Geduld entgegenbringen als sie es der jetzigen Mannschaft entgegenbringen. Der Frust ist verständlich, hoffte der Fan doch auf einen guten Abschluss. Aber selbst der wird nicht geliefert. Obwohl die Mannschaft wollte und wenn ich jetzt mal ein paar Konjunktive verwende, hätte die Mannschaft drei, vier oder fünf Tore schießen können / müssen. Wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn der HSV das erste Tor geschossen hätte. Aber ich sage es ist gut, dass die Mannschaft es nicht schoß und so jeder sehen konnte, wer die Leistung verweigert.

Oenning sprach klar und deutlich an, was er von der Leistung hielt und mir hat es gefallen. Ich denke, wenn er und Arnesen es einigermaßen geschickt machen und sich die richtigen Spieler holen, wird der HSV wieder eine Mannschaft bekommen, an der sie sich erfreuen kann. Es wird nicht sofort der erfolgreichste Fußball gespielt werden, aber ich denke, wir werden schnelle und technisch gute Spieler sehen. Spieler, die den Ball stoppen, die den One-Touch-Fußball spielen und die auch in Bedrängnis angespielt werden können. Das sind Defizite, die ich bei der aktuellen Mannschaft nicht nachvollziehen kann. So viele Stockfehler auf einen Haufen kann keinem Fan zugetraut werden. Ganz schlimm! Aber es kann nur besser werden.

Das Spiel war so schlecht nicht vom HSV. Es gab Chancen, es gab einen Pfostenschuss und ein Tor, welches Guerrero verhinderte. Aber wenn ein Konter der Freiburger in der 15. Minute nicht unterbunden wird, dann liegt man im Rückstand und die Nerven flattern. Dann wird es schwer.

Ich bin gespannt, welche Konsequenzen Oenning in den letzten beiden Spielen ziehen wird und wer spielen darf. Pitroipa war übrigens eine Belebung!

Vorschau: HSV – Freiburg

Freitag, April 29th, 2011

Was kann über diese Begegnung gesagt werden, in dem es bei beiden Vereinen um nichts mehr geht? Freiburg hat seine 40 Punkte erreicht und kann zum ersten Mal frühzeitig für die nächste Saison planen. Der HSV nutzt die letzten Spiele, um sich alle Spieler genau anzusehen, um die letzten internen Entscheidungen zu treffen. Was können wir also erwarten?Beim HSV muss man gespannt sein, ob die Spieler wirklich verstanden haben, worum es geht. Denn es geht nicht um nicht weniger als ihren Arbeitsplatz beim HSV. Wer diese Chance nicht nutzt muss damit rechnen im Sommer verkauft zu werden. Es geht also für jeden einzelnen Spieler um viel. Es wird sich zeigen, wer in Zukunft beim HSV bleiben möchte oder wer eventuell seinen Rausschmiss provoziert. Wer dem Trainer und Sportdirektoren jetzt zeigt, dass auf ihn kein Verlass ist, kann davon ausgehen, dass sein Flehen erhört wird. Wer wird das sein?Die voraussichtliche Aufstellung wird sein:Tor: RostAbwehr: Diekmeier – Kacar (Besic) – Westermann – AogoDefensives Mittelfeld: JarolimOffensives Mittelfeld: Ben-Hatira – Zé Roberto – EliaSturm: Son – GuerreroDiese Mannschaft hat ein Durchschnittsalter von 26,5 Jahren und denken wir uns mal Drobny statt Rost, sinkt der Durchschnitt auf 25.5 Jahren. Es ist also ein deutliches Absinken in den letzten Spielern zu erkennen. Aber natürlich ist das Alter nicht alles. Das sieht man an Rost und Zé mit 37 bzw. 36 Jahren.Gespannt bin ich auf das Sturmduo Son und Guerrero, denn ich kann mir vorstellen, dass das die Formation sein wird, die nächstes Jahr spielen wird. Beides sind schnelle und technisch versierte Spieler, die ein Auge für den Nebenmann haben und Bälle erobern sowie den Ball halten können.Das offensive Mittelfeld hat bereits drei Spiel in dieser Formation gespielt. Hier bin ich gespannt, ob Elia seine Bremse wird lösen können. Er will ja, das sieht man deutlich, er läuft viel und ist defensiv sehr aktiv. Aber nach vorne spielt er sehr unglücklich, um es freundlich zu formulieren. Durchsetzungsfähiger ist da Ben-Hatira, auch wenn bei ihm noch Luft nach oben ist. Aber ein Spieler, der in die zweite Mannschaft abgeschoben wurde, den kein Verein kaufen wollte, sollte man eine gewisse Anlaufzeit zugestehen. Wird er weiterhin das Vertrauen des Trainers spüren, wird er es zurückzahlen. Zé Roberto ist in den letzten Spielen nicht der Taktgeber gewesen, wie ich es mir erhoffte. Bin gespannt, ob er die letzten Spiele noch mal zulegen kann und will. Von Jarolim weiß man, was er kann und was nicht. Das wird sich auch nicht mehr ändern.Die Abwehr wird, wenn Kacar spielen kann, in der Formation der letzten Spiele eingesetzt. Die Abwehr hat sich in der Rückrunde und besonders in den letzten Spielen stabilisiert. Es fielen kaum noch Gegentore, wozu auch ein sehr gut aufgelegeter Rost ist. Er hält was zu halten ist und verabschiedet sich von der Bundesliga.Was kann erwartet werden? Anhand der Statistik ein torreiches Spiel, welches der HSV gewinnt. Von den fünf Spielen, die der HSV zu Hause gegen Freiburg spielte, konnte er die letzten vier Spiele gewinnen. Dabei siegte der HSV mit mindestens 2 Tore Unterschied. Lediglich das erste Spiel wurde unentschieden gespielt. Ich hätte nichts gegen ein torreiches Spiel, welches der HSV für sich entscheidet. Vielleicht ist Son wieder in seiner Form der Hinrunde, in der er locker und unbeschwert aufspielte. Nach dem Asiencup überlegte er zu viel und verkrampfte. Aber die letzten Wochen änderte sich das von Tag zu Tag, so dass ich große Hoffnung auf Son setze. Ebenso auf Guerrero, der laut seiner Aussage verstanden hat, was Oenning von ihm erwartet. Das können alle HSV Fans nur hoffen.Was spricht gegen ein Sieg oder gar einen hohen Sieg? Dass die Mannschaft geschlossen eine Wiedergutmachung anstrebt und immer, wenn die Mannschaft etwas zeigen wollte, ging es schief. Siehe Stuttgart oder alle sonstigen Spiele, in denen sie sich und uns Fans enttäuschten.Aber ich hoffe auf die Brisanz des Umbruches. Es geht bei einigen Spielern um ihre Zukunft und es geht um den Beginn eines Umbruches. Ein Umbruch, den selbst die Spieler gut heißen und einfordern. Insofern kann es nur gut werden. Aber als HSV Fan ist man vorsichtig geworden. Immer wenn es Spiele gab, in denen ein Sieg erwartet wurde, wurde man enttäuscht.Vielleicht hilft es, wenn ich eine Niederlage erwarte, dann kann der HSV unbeschwert aufspielen und gewinnen. Wenn es doch so einfach wäre. 🙂Fazit:Ich erwarte eine HSV Mannschaft, die aggressiv in die Zweikämpfe geht, die ihre Zweikampfstärke der Hinrunde bewusst wird und den Gegner nicht zur Entfaltung kommen lässt. Cisse wird von Westermann und Kacar in Schach gehalten, so dass es auf die Offensive ankommt. In den letzten Spielen war überraschenderweise das das Manko vom HSV. Aber ich glaube, dass die Veränderungen in der Mannschaft Auftrieb geben wird und sich viele Chancen erarbeitet werden. Hierzu wird Son sein erstes Heimspieltor schießen und Guerrero zeigen, dass er gewillt ist den Umbruch mitzugehen. Deshalb wird der HSV 2:0 gewinnen, wie das letzte Heimspiel.Auf geht es HSV!

HSV Erkenntnisse nach der Stuttgart Pleite

Sonntag, April 24th, 2011

Wie wohl alle HSVer hätte ich mich über einen Sieg gefreut oder zumindest einem schönen Spiel. Denn bekanntlich gewinnt nicht immer die bessere Mannschaft. Aber was sahen wir gegen Stuttgart?Die ersten Minuten – es waren wohl 20 – konnte ich nicht sehen. Ich schaltete also den Fernseher ein, als der HSV bereits zurücklag und sich einem Feuerwerk von Angriffen der Stuttgarter gegenüber sah. 

Ich traute meinen Augen nicht und sah auf die Mannschaftsaufstellung, ob da etwas passiert ist, dass dieses Spiel erklären könnte. Aber ich fand nichts. Also sah ich mir die Spielweise der Stuttgarter an, die unser aller geschätzter HSV vor fast zwei Jahren auch spielte. Die Hinrunde – die beste aller Zeiten – war zum Träumen. Es wurde der Gegner in seiner Hälfte angegriffen, bei Ballgewinn sofort umgeschaltet und wir hatten Spieler, die die Tore machten. Meistens in den ersten Minuten oder ersten halben Stunde. Leider hat sich der damalige Trainer selber demontiert und steht jetzt bei den Gegner an der Linie. Schade, denn die ersten Spiele machten mut. Aber ein Trainer sollte nicht gegen seine Spieler arbeiten. Schade.

Aber was jammere ich und schwelge in alten Zeiten. Der HSV steht vor einem Umbruch. Es wurden einige Spieler genannt, die gehen sollen oder wollen (Ruud, Rost, Benjamin, Trochowski, Demel, Guerrero, Mathijsen) und einige, die unbedingt gehalten werden sollen (Zé Roberto, Jaroliim und Petric). Aber nach diesem Spiel frage ich mich, ob das der richtige Weg ist. Gut einem Zé schaue ich gerne zu. Seine Ballbehandlung ist einzigartig (na gut, fast) und seine Sprints, die er in der 89. Minute ansetzt, um dann doch noch den entscheidenden Pass für das Siegtor zu geben, sind weltklasse. Aber reicht ein Sprint oder drei in der letzten Viertelstunde? Denn öfters setzt er diese Sprints nicht an. Seine Ballbehandlung ist schön anzusehen, aber sie verlangsamt auch das Spiel. Und Petric! Was ist mit ihm los? Ich bin kein Freund von ihm, noch nie gewesen und nach seiner öffentlichen Anfeindung gegen Ruud ist er in meiner Gunst nicht gestiegen. Er ist nicht präsent, er gewinnt keine Zweikämpfe, er kann den Ball nicht halten und er vergibt seine Chancen. Seine Torquote mag gut sein, aber ist das wirklich alles? über Statistik wurde schon viel geschrieben. Wer sagt mir, dass wir nicht mehr Tore geschossen hätten, wäre er nicht auf dem Platz gewesen? Und Jarolim, nein, das kann es nicht sein. Ein Trochowski wurde ziehen gelassen, weil er meinte Kreisel drehen zu müssen statt das Spiel zu beschleunigen. Jarolim war immer anspielbereit – toll. Aber was hat die Mannschaft davon? Sie hat eine Anspielstation, die das Spiel verlangsamt. Wenn ihm der Ball gegeben wird, braucht kein Spieler einen Sprint ansetzen, denn der wäre umsonst. Ist es ratsam diese drei Herren zu behalten? Alle drei haben Schwierigkeiten mit dem schnellen Umschalten, mit dem schnellen Spiel. Aber genau das soll unter Oenning gespielt werden. Ein schnelles Spiel. 

Ich habe besonderes Augenmerk auf die Innenverteidigung gelegt. Entweder hat Kacar in den letzten Spielen schlechte Tage erwischt oder es zeigt sich, dass das nicht seine Position ist. Abgesehen davon, dass der Ball und der Rasen wohl so anders waren, dass kein HSV-Spieler den Ball annehmen konnte geschweige denn über 5 Meter zum eigenen Mann brachte, fragte ich mich bei vielen Aktionen unserer Innenverteidigung, warum es so schwer ist einen abgewerhten Ball einem MITspieler zuzuspielen. Auch Kopfbälle müssen nicht irgendwohin geköpft werden, auch diese können zum eigenen Mann kommen. Vielleicht ist Kacar auf Dauer mit der Position überfordert?! Auf alle Fälle wäre es wichtig, dass dort Spieler spielen, die die Zweikämpfe gewinnen, aber den HSV auch in Ballbesitz bringen. Wer wäre so ein Spieler? Vielleicht hat Arnesen so ein paar in der Hosentasche dabei, wenn er aus England oder London kommt.

Unsere Jugend. Ich wollte sie sehen und fragte mich, wo diese in der ersten halben Stunde war. Torun hat wohl schon längere Gespräche mit Stuttgart geführt, dass er so dem Gegner in die Karten spielte. Das war unterirdisch. Jeder Spieler darf Fehler machen, er darf einen schlechten Tage haben und wenn es ein junger Spieler ist, sowieso. Aber ich erwarte, dass ein Spiel gelesen wird und der Spieler nicht erst dann losläuft, wenn der Gegenspieler bereits den Ball am Fuß hat. Ein bisschen Zweikampfverhalten wäre von Vorteil. Das war gar nichts – leider. Obwohl er ab der 30. Minute zulegte. Ich freute mich wirklich, dass er sich zeigte und sich einsetzte. Seinen Lattenheber hätte ich ihm als Tor gegönnt. Die Auswechslung kam für mich dann doch überraschend, weil er dann zu den besten gehörte und voran ging. Wie auch Ben-Hatira. Auch er zeigte Herz und fing an zu kämpfen. Seine Ecken waren gefährlich und seine Dribblings erfolgreich. 

Mit den beiden Außenverteidigern bin ich soweit zufrieden. Obwohl eindeutig zu sehen ist, dass Aogo mit Elia nicht kann. Die beiden spielen so unterschiedlich, dass Aogo bei Elia nie mit nach vorne eingebunden wird. Das funkionierte früher mit Jansen viel besser und auch als Guerrero eingewechselt wurde, sah man deutlich den Unterschied. Da wurde Aogo gesucht! 

Wer sich aus der Mannschaft gespielt hat, war für meine Begriffe Elia und Petric. Was Elia spielt ist mir ein Rätsel, zumal er Aogo immer nur dann anspielt, wenn dieser mit dem Ball nichts anderes machen kann, also zurück zu spielen. Ich wollte Elia behalten, aber nach seinen letzten Auftritten – nein, bitte nicht. Auch Petric verstehe ich nicht. Aber vermutlich ist das Angebot, was er bekommen hat, mal wieder zu niedrig. Das hat sich in den letzten Jahren immer auf seine Leistung ausgewirkt, nicht nur beim HSV. 

Tesche kann nicht beurteilt werden. Er hat lange nicht gespielt. 

Son hat mir entgegen der Berichte von seinem Tief sehr gut gefallen. Ihn möchte ich sehen. Mal länger als nur ein paar Minuten.

Ich frage mich, ob ich nicht ein defensiven Mittelfeld mit Kacar und Besic besser fände. Besic und Kacar antizipatieren Bälle, sie laufen in die Räume, sind zweikampfstark und gut in der Spieleröffnung. Das fehlt uns. Beide können schnell spielen und haben ein Auge für den Mitspieler. Dazu auf den Außen Son und Ben-Hatira. Vorne im Sturm Guerrero und Torun. Das Besondere wäre, dass die Positionen gewechselt werden können, alle vier im Angriff können alle Positionen spielen. 

Da derzeit ein IV fehlt, würde ich Kacar dort erstmal die Saison zu Ende spielen lassen und Zé auf der 6 spielen lassen. Den Rest würde ich so lassen. Obwohl es kaum einen Rest gibt. 

Neue Spieler müssen für die IV kommen. Mit Besic, Tesche, Kacar, Rincon haben wir genügend 6er. Berg, Arslan, Bertram und Beister kommen zurück. Allesamt im Angriff. 

Ich traue Oenning und Arnesen den Umbruch zu, der schon mitten in Gange ist.

HSV spielt unentschieden gegen Dortmund

Samstag, April 9th, 2011

HSV muss in Unterzahl in der Nachspielzeit den Ausgleich gegen Dortmund hinnehmen

 

Was für ein Spiel, was für ein Spektakel. Schrieb ich in der Vorschau, dass ich hoffe, dass der HSV mithalten kann und das Spiel offen hält, kam ich voll auf meine Kosten. Die erste Halbzeit war wohl die beste, die ich sah. Dortmund hatte kaum Chancen, sie wurden in ihre Hälfte gedrückt. Der HSV stand Defensiv hervorragend. Die Veränderung in der Mannschaft seit dem Oenning das Sagen hat, sind erstaunlich. Es wurde schnell gespielt, es gab meist mehrere Anspielstationen und wurde der Ball verloren, sprinteten die Spieler zurück. Das war sehr schön anzusehen und macht Hoffnung. Dieses Spielsystem ist die Zukunft wie die Mannschaften zeigen, die oben stehen: Dortmund, Leverkusen (mit Abstrichen), Hannover und Mainz.

 

Die zweite Halbzeit war anfangs in Dortmunder Hand. Sie kamen wütend aus der Kabine und wie schon in der Vorschau geschrieben, vermittelt Klopp seinen Spielern detailliert, wie sie spielen müssen, um erfolgreich zu sein. Sie kamen öfters gefährlich vors Tor. Wäre die Mannschaft sonst in sich zusammen gefallen, hielt sie dieses Mal dagegen und konnte sich befreien. Sie hatte immer wieder Torchancen und spielte mutig nach vorne. Allerdings erkannte man bei einigen Spielern, dass das Kraft nachließ. Das äußerte sich in Abspielfehlern, in fehlender Ballannahme und Fehlpässen. Das spielte Dortmund natürlich in die Karten, die fast wütend auf den Ausgleich spielten. Mitte der zweiten Halbzeit gab es hochkarätige Chancen für Dortmund, aber entweder stand Rost goldrichtig oder Pfosten oder Latte. Es war eine Frage der Zeit, wann das Tor fallen sollte.

 

Aber der HSV konnte sich wiederum befreien und selber gefährlich vors Tor kommen. Es gab Chancen und im Grunde genommen glaubte ich jetzt an den Sieg, an die Überraschung. Leider fiel Ben-Hatira zu spät ein, dass er schon eine gelbe Karte hatte. Er legte seine Hand auf die Schulter von Schmeltzer, aber zog sie sofort zurück, als ihm bewusst wurde, wie gefährlich diese Aktion wäre. Schmeltzer hat sofort gewusst was passiert, wenn er sich fallen lässt und es kam, was kommen musste. Gelb rot. Ob man für das Foul unbedingt eine gelbe Karte hätte geben müssen? Aber in Unterzahl war eigentlich klar, dass Dortmund noch mal zulegen würde. Sie schossen schon viele Tore in der Nachspielzeit, so dass ich mit dem Schlimmsten rechnete.

 

Natürlich war der Ausgleich gerecht. Für die Dortmunder war dieser Punkt für die Psyche enorm wichtig, aber ein Dreier für den Endspurt hätte dem HSV auch sehr gut getan.

 

Ich hoffte, dass die Schiedsrichter nicht ins Spiel eingreifen würden, aber da täuschte ich mich leider. Diverse Fehlentscheidungen bei Abseits, Hummels bekam keine rote und noch nicht mal eine gelbe Karte als er Petric beim Torschuss foulte. Wieso da keine Karte gezogen wurde, war mir ein Rätsel. Wie wäre das Spiel dann ausgegangen? Diese Großzügigkeit in dieser Entscheidung hätte ich mir beim Foul von Ben-Hatira gewünscht.

 

Trotzdem bin ich sehr zufrieden, wenn auch traurig, ob des späten Gegentores. Die Leistung der Mannschaft macht mich zuversichtlich. Das war aller erste Sahne. Defensiv wie Offensiv. Ben-Hatira ist endgültig dabei sich frei zu spielen. Seine Leistung wird immer konstanter. Er hat viele Ideen und er kämpft 90 Minuten, wenn man ihn lässt. Nicht so gefallen hat mir Ruud in der ersten Halbzeit und Petric in der Zweiten. Nach seinem Tor spielte Ruud befreiter auf und ich hoffe, dass da noch mehr kommt in den letzten fünf Spielen. Leider sah ich Petric nicht beim Jubeln mit Ruud. Dass Petric Ruud nicht mag, ist bekannt, aber kann man das nicht wenigstens in den 90 Minuten auf dem Platz vergessen? Schade, sehr schade, genau wie die Sache mit seinem Berater in den Medien.

 

Die Abwehr spielte sehr souverän. Ich würde Mathijsen erstmal draußen lassen, denn Kacar und Westermann haben ein super Spiel gemacht. Westermann spielt in der Innenverteidigung einfach gut und auf der linken Seite besser als rechts. Kacar hat immer wieder seinen Fuß dazwischen gehalten und so viele Pässe unterbunden. Ebenso rettete er auf der Linie. Diese Reaktionsschnelligkeit ist es, die ich so an ihm mag. Er ist wach im Kopf, das ist wichtig. Aogo bildete mit Elia ein gutes Tandem, wie auch Diekmeier mit Ben-Hatira. Was Ben-Hatira alles gelaufen ist, Wahnsinn! Aber auch Diekmeier hat nicht nur in der Offensive überzeugt. Er spielt auch nach hinten sehr gut und wird immer sicherer. Elia ist mir zu verspielt. Seine Tricks bringen zu selten einen Gewinn. Die Ballverluste dagegen wiegen schwer, gerade gegen eine Mannschaft, die sofort umschaltet wie Dortmund. Zé hat erste Halbzeit das Spiel gelenkt und war ein wahrer Spielführer. Allerdings ist er in der zweiten Halbzeit etwas untergegangen. Aber sein Sprint am Ende der zweiten Halbzeit, als der Pass auf Jansen um einen Meter zu weit nach vorne war, gigantisch!

 

Jansen hat sich gut eingebracht, als er reinkam. Er war sofort im Spiel. Außer in der Nachspielzeit, da meinte er, dass er Pizcek nicht mehr decken müsste und ihn ruhig alleine stehen lassen kann. Schade. Wäre er da beim Mann gewesen, wäre das Gegentor wohl nicht passiert. Das ist umso schlimmer, weil er noch frisch war. Demel dagegen war ein Fremdkörper. Die Chance, als Zé nach vorne sprintete und Jansen verfehlte, dieser aber nachging und den Ball zurück erkämpfte, vergab Demel kläglich. Er spielte einen flachen Ball in die Mitte, wo drei oder vier Dortmunder warteten. Schade, diese Chance hätte anders ausgespielt werden müssen.

 

Der HSV ist mit Oenning auf einem sehr guten Weg. Spielt die Mannschaft so in den nächsten Spielen, werden wir noch ein paar schöne Spiele sehen. Wahrscheinlich werden auch einige Siege dabei sein, obwohl es ein sehr schweres Restprogramm ist. Aber wer nach Europa möchte, der muss gegen diese Mannschaften gewinnen.

 

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht zuzuschauen. Die Mannschaft hat gekämpft und gespielt. Sie hat harmoniert und war füreinander da. Die Stimmung ist gut und ich hoffe, dass das noch ausgebaut werden kann.

 

Nur der HSV!

Vorschau: HSV gegen den kommenden Meister

Donnerstag, April 7th, 2011

Es steht ein Heimspiel für den HSV an, der einfacher nicht sein kann. Dortmund ist die gesamte Saison jedem Gegner überlegen und meistens werden die Gegner so lange schwindelig gespielt, bis sie nicht mehr ein noch aus wissen und Dortmund ihre Tore schießen kann. Sollte die Mannschaft bis zur Halbzeit kein Mittel gefunden haben, weist der Trainer Klopp in der Pause auf die Lücken hin. Nicht umsonst schießt Dortmund in der viertel Stunde nach der Pause viele Tore. Was kann der HSV dieser übermannschaft entgegensetzen?Der HSV spielt unter Oenning offensiver und alle Spieler finden das toll. Aber eigentlich war die Offensive in den letzten Jahren auch nicht das Problem vom HSV, sondern die Defensive. Diese musste gegen München sechs, gegen Mainz vier und gegen Köln zwei Tore schlucken. Hoffenheim war dagegen eine Nullnummer. Die Frage ist, ob die Mannschaft versuchte kompakter zu stehen und deshalb vergaß, nach vorne zu spielen. Betrachtet man die abnehmenden Gegentore, kann es gegen Dortmund nur gut werden. Die Frage ist, ob die Kurve wieder nach oben steigen wird. Aber auch, wenn es zwei Gegentore gibt, könnte es positiv sein. Denn ich traue der „neuen“ Mannschaft unter Oenning zu, dass sie mindestens drei Tore schießen kann. Was spricht also gegen ein 4:2? Aus HSV Sicht wohl nichts. 

Die Mannschaft wird verändert. Für Mathijsen spielt Westermann. Jarolim wird dafür auf der Sechs spielen. Ruud wird zurückkommen. Keiner hält und verteilt die Bälle so wie er. Oenning will sich etwas ausdenken und ich bin gespannt, wie das aussehen wird. 

Was stimmt mich positiv, dass der HSV die überraschung schaffen kann, die sonst kaum einem gelungen ist? Diekmeier wird immer stärker, was mir Hoffnung macht. Auch heute im Training hat er Ruud eine schöne Flanke serviert. Mit jedem Spiel wird er sicherer, auch im Spiel nach hinten. Jetzt ist der HSV nicht mehr so leicht auszurechnen. Elia scheint unter ihm wieder aufzublühen und vielleicht kann Oenning aus Elia genauso viel herauskitzeln, wie es Labbadia die ersten Spiele schaffte. Elia in Hochform wäre eine Waffe. Dazu Ben-Hatira auf der rechten Seite und die Mannschaft kann über die Außen den Gegner unter Druck setzen. Aber mich freut es sehr, dass Westermann wieder auf der linken Innenverteidiger Position spielt. Denn neben Mathijsen spielen alle IVs unsicherer. Mit Westermann hat Kacar richtig gut gespielt, was mit Mathijsen als Nebenmann nicht mehr ganz so souverän aussah. Zudem spielt Westermann als Linksfuß besser auf der linken IV-Position. Deshalb prognostiziere ich, dass unsere Abwehr gut und sicher stehen wird. Sie wird natürlich unter Druck geraten, wenn die Dortmunder anrollen, aber sie wird nicht schwimmen. Auf unseren Sturm wird es ankommen, ob die Bälle vorne gehalten werden und die Mannschaft nachrücken kann. Sollte Ruud als Anspielstation funktionieren, die Außen Elia, Ben-Hatira sich durchsetzen, kann die Dortmunder Abwehr ausgespielt werden. Sollte es aufgehen, dass entweder die Mittelfeldspieler oder die Außenverteidiger regelmäßig mit nach vorne gehen und die beiden Stürmer füttern, werden am Samstag vier HSV-Tore fallen.

Die Mannschaft wirkt gelöst. Das Umfeld, welches derzeit sehr professionell arbeitet und die Mannschaft endlich mit einbezieht, wirkt sich positiv auf die Mannschaft aus. Oenning schafft es die Spieler zu motivieren und zu stärken. Das ist sehr wichtig, da das Selbstvertrauen in den letzten Wochen, Monaten und Jahren arg litt. Reicht es, wenn eine Mannschaft sich besser versteht, wenn sie füreinander da ist, wenn sie sich gegenseitig hilft und durch das entsprechende Training noch fitter ist? Reicht es für einen Sieg gegen Dortmund? Natürlich muss eine Menge passen. Ein wenig Glück, Tore in den passenden Momenten, souveräne Schiedsrichter und die überraschung könnte Wirklichkeit werden. Allerdings ist es ein schwieriges Feld. Der HSV wird nach vorne spielen und Dortmund selber unter Druck setzen. Sollten die Angriffe allerdings verpuffen und Dortmund ein schnelles Tor schießen, könnte es ähnlich blamabel werden wie gegen Bayern oder Mainz. Da spielte der HSV erst gut mit, aber mit der Zeit wurde die Mannschaft vorgeführt. Die Schnelligkeit, mit der Dortmund spielt, überfordert viele Mannschaften. Ich hoffe, dass Oenning im Training die richtigen Weichen stellte und unsere Spieler mithalten können. In den letzten Wochen wurde verstärkt auf Kondition, Kraft- und Ausdauertraining wert gelegt. Das könnte sich gegen Dortmund bemerkbar machen. 

Der Kopf spielt eine große Rolle. Glauben die Spieler an ihre Stärken, glauben sie an den Sieg, kann das Kräfte freisetzen. Dann kann sich die Mannschaft in einen Rausch spielen. Sollten allerdings noch die letzten Spiele gegen Dortmund in den Köpfen rumspuken und die Kritik nach dem Hoffenheimspiel dann kann das auch alles nach hinten losgehen. 

Das Ergebnis kann in beide Richtungen ausschlagen. Dortmund kann hoch gewinnen oder der HSV findet zur alten Stärke zurück und schlägt Dortmund zu Hause wie unter Labbadia. Da führte die Mannschaft schnell mit 3:0 und Dortmund kam nicht mehr ins Spiel. So ein Spiel wünsche ich mir, nur ich kann nicht recht dran glauben. Zu oft hoffte ich, dass die Mannschaft ein Zeichen setzt, dass sie mal eine kritische Situation meistert, und wurde immer wieder enttäuscht. Was macht die Mannschaft dieses Mal? Die Mannschaft macht einen guten und sicheren Eindruck, das Umfeld ist so ruhig, wie nie, die Spieler haben Klarheit, so oder so. Die Spieler, die bleiben wollen, werden sich zeigen wollen, aber auch die Spieler, die wegwollen oder sollen, werden sich zeigen wollen. Ich hoffe, dass das reicht und der HSV ebenbürtig ist.

Im Grunde genommen hoffe ich, dass der HSV mithalten kann und nicht vorgeführt wird. Wäre es ein Spiel, was auf Messersschneide ist, welches auf beiden Seiten Torchancen bietet, wäre ich mit einer knappen Niederlage nicht zufrieden, aber ich könnte damit leben. Denn das würde mir zeigen, dass die Mannschaft wieder lebt. Mit einem Unentschieden oder einem Sieg könnte ich wunderbar leben. Ich möchte nächste Saison international spielen und dafür müssen Siege eingefahren werden.

Obwohl ich hin und her gerissen bin, bleibe ich bei meinem Tipp: 4:2 für den HSV. Dabei schießt Ruud zwei Tore, eines Petric und eines Elia. Sollte es ein Sieg geben, wird die Mannschaft gestärkt in die nächsten Spiele gehen und einen Endspurt hinlegen, der ihnen keiner mehr zugetraut hat. 

Nur der HSV!