Archive for März, 2011

Wie werden Hochbegabte erkannt?

Donnerstag, März 24th, 2011


_In den letzten Tagen las ich immer wieder diese oder ähnliche Fragen in den deutschen Tageszeitungen. Wie werden die Hochbegabten erkannt? Dazu gibt es dann Vorträge, Veranstaltungen und Workshops. Aber ist das nicht viel zu kurz gedacht? Oder ist das in der heutigen Zeit noch notwendig, weil die hochbegabten Menschen sonst durchs Rost fallen würden?

_Eine Mutter kommt mit ihrem Kind nicht zurecht und überlegt, ob es hochbegabt sein könnte. Aber muss denn erst ein Intelligenztest gemacht werden, damit sich die Eltern entsprechend um ihr Kind kümmern? Wieso verändert eine Zahl alles? Wieso beobachten sie ihr Kind nicht einfach und gucken, was es braucht und was es möchte? Wenn einem Kind langweilig ist, ist es doch immer noch dasselbe Kind, egal, welchen IQ es hat. Warum fordern die Eltern das Kind, wenn es hochbegabt ist? Fordern es aber nicht, wenn es eine Zahl kleiner 130 besitzen? Ist es richtig, dass die Eltern dieser Zahl so viel Bedeutung beimessen? Was passiert denn, wenn das Kind eigentlich hochbegabt ist, aber beim Test lustlos oder unkonzentriert war und es deshalb nicht zum Vorschein kam? Die Eltern würden dieses Kind nicht fordern, weil es angeblich nicht hochbegabt ist. Das ist eine verkehrte Welt! Die Eltern sind so nah an ihren Kindern dran, sie wissen genau, was mit ihren Kindern ist, was sie mögen, was nicht. Sie wissen, welche Hobbys sie haben. Wieso wird eine Forderung nicht in einer Interaktion mit dem Nachwuchs selber erarbeitet? Wieso brauchen Eltern eine „Erlaubnis“ in Form eines Testergebnisses? Es gibt so viele Formen von Hochbegabung und nur ein Teil wird mit dem Intelligenzquotienten abgebildet. Was ist mit den Kindern, die in anderen Teilen ihre Hochbegabung aufweisen? Würden diese keine Forderung mehr erhalten?

_Sowieso finde ich die Diskussion, wie man hochbegabte Kinder und Schüler am besten fordert, eine am falschen Ende. Wäre es nicht gerechter, wenn alle Kinder individuell gefördert werden? Jeder sollte entsprechend seiner Begabung gefordert, aber auch gefördert werden. Warum soll das einer kleinen Gruppe von 2% vorbehalten bleiben? Zumal bei dieser Forderung meist die unentdeckten Hochbegabten nicht berücksichtigt werden. Jedes Kind hat das Recht auf Herausforderungen, egal, ob zu Hause, im Kindergarten oder in der Schule. Nur dieses Recht können sie zwar einklagen, aber nicht durchsetzen. Dafür sind die Bezugspersonen und Erziehungspersonen zuständig, die dieses Recht allzu oft vernachlässigen. Ich frage mich dann immer, ob die Eltern, die Lehrer, die Kindergärtner (und alles auch in weiblicher Form) nicht selber mal Kind und Schüler waren. Jeder Erwachsene musste durch seine Kindheit und hat entweder erfahren dürfen wie es sich anfühlt, wenn einem Herausforderungen gestellt werden oder er war in der traurigen Situation, dass er diese eben nicht erhielt. Aber in beiden Varianten müsste diese Person als Erwachsene alles daran setzen, um die Aussichten für den Nachwuchs zu verbessern. Aber leider scheint auf dem Weg vom Kind zum Erwachsenen eine Resettaste zu existieren. Anders ist es nicht zu erklären, dass Kinder und Schüler immer weniger in den Genuss von Herausforderungen kommen.

_Das Schulsystem wird trotz vieler Reformen und Änderungen nicht dahingehend geändert, dass Schüler gerne zur Schule gehen, dass sie sich auf die Herausforderung freuen und begeistert mitmachen. Das gilt für alle Schülerinnen und Schüler. Aus diesem Grunde kann ich doch verstehen, wenn sich Eltern engagieren, die die Voraussetzungen ändern wollen und sich für ihre Kinder einsetzen. Eigentlich müssten viel mehr Eltern auf die Barrikaden gehen und für eine Schulrevolution demonstrieren. Da sich diese Demonstration oftmals auf die Eltern hochbegabter Kinder beschränkt, ist es nicht verwunderlich, dass in der Öffentlichkeit öfters von der Förderung der Hochbegabten gesprochen wird und weniger vom Recht auf Forderung für alle.

_Es kann ein Anfang sein, es kann der Beginn sein, dass diese Forderung in absehbarer Zeit auf alle Schüler ausgeweitet wird. Ja, das kann sein. Aber eher sehe ich die Gefahr, dass mit den Fingern auf Hochbegabte gezeigt wird, weil man neidisch auf die Forderung ist, weil diese eigentlich jedem zusteht. Dieser Protest ist berechtigt, aber die Finger sollten nicht auf die Hochbegabten gezeigt werden, sondern auf die Urheber des Schulsystems und auf die eigenen Eltern. Würden sich alle Eltern für die Forderung ihrer Kinder einsetzen, nähmen die Hochbegabten keine Sonderstellung ein.

_Dazu passen Berichte über Schulen, die sich verstärkt um Hochbegabte kümmern. In dem Bericht wird nur über die Maßnahmen gesprochen, die die Hochbegabten betreffen und zurecht beschweren sich die anderen, die nicht in den Genuss dieser Maßnahmen kommen. Warum bekommen manche eine Extrawurst gebraten? Was können die Schüler dafür, die einen IQ kleiner 130 haben? Nichts! Sie haben dieselben Rechte.

_In der Hoffnung, dass sich in Zukunft die Eltern und Lehrer besinnen und nicht versuchen alles zu vereinheitlichen, sondern sich jedes Kind, jeden Schüler individuell anschauen und begegnen.

Manon Garcia. Autorin
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2. Berliner Fahrrad Schau 2011

Mittwoch, März 9th, 2011

Berlin, 5.-6.3.11

Ich hatte meinen ersten Auftrag als Journalistin. Fotos und einen Bericht erstellen, war die Aufgabe. Nun gut, ich dachte, das ist ja nicht schwer. Aber je näher die Messe rückte, umso mehr Gedanken machte ich mir, wie ich die Reportage aufbauen sollte. Sachlich, aus meiner Sicht, witzig mit einer Brise Humor? Nun, ich entschied mich, einen persönlichen Bericht zu verfassen, wie ich die vielen Eindrücke aufnahm und was ich bei den Exoten dachte.

Pünktlich fuhr ich von Rostock los und war um 10:59 Uhr im Kassenraum. Dort wurde ich von Menschen empfangen, die sich anstellten. Allerdings herrschte leichtes Chaos, denn Schlagen, die am Ende noch welche waren, vereinten sich mitten drinnen mit anderen Schlangen, dafür entstanden neue Schlangen. Das wiederum konnte verheerende Folgen haben, da ich dann plötzlich nicht mehr bei der Presse anstand, sondern bei den normalen Messebesuchern. Aber auch das brachte ich unfallfrei hinter mich. Hier wäre allerdings ratsam den Bereich anders zu organisieren. Leider bekam ich kein Presseschild, wie von Helmut versprochen, aber ein Band. Da das unter meinem Jackenärmel verschwand, wurde ich nicht sofort als Presse erkannt, und wenn ich meine vielen Fragen stellte, wurde ich dann doch des Öfteren merkwürdig angeschaut. (Foto 1 – 3)

Was mir gut gefiel war, dass es in allen Hallen einen freien WLAN Zugang gab. Auch gab es eine extra Homepage für die Mobile Generation, so dass alle Information im Handy mitliefen. Besonders der Hallenplan war sehr hilfreich.

Auffällig war das gemischte Publikum. Es gab viele Familien mit Kinder, Freaks, Sportler, Senioren, Junge und Alte. Es war alles dabei und es herrschte eine sehr angenehme Atmosphäre.

Gleich am Eingang (Foto 4 – 6) wurde ich rechts vom ADFC Berlin begrüßt. Ich hatte im Vorfeld der Messe schon intensiv beim ADFC gestöbert, da das wohl das Sprachrohr für uns Radler ist. Deshalb bin ich auch gleich beigetreten, um die Fahrradlobby zu stärken. Sehr interessant fand ich die Angebote. Ich habe keine Vergleichsinformation und berichte nur von Berlin. Es gibt Werkstätten, die benutzt werden können. An manchen Tagen sind Experten vor Ort. Ersatzteile können dort erworben werden. Dieses Angebot werde ich in Zukunft nutzen. Es gibt Werkstattkurse bei denen von Schläuche wechseln, Kette säubern und Bremsen einstellen im Basic Kurs alles enthalten ist. Im Fortgeschrittenkurs geht es dann an die Gangschaltung, Scheibenbremsen usw. Es gibt in Berlin kaum RTFs (verbessert mich, wenn meine Unkenntnis lediglich von fehlerhafter Recherche herrührt), dafür ca. 650 Touren, die vom ADFC veranstaltet werden. Eine Einteilung wird vorab vorgenommen, um die Gruppen so homogen wie möglich zu versammeln. Na ja, zudem sind diverse Versicherungen enthalten und eine Diebstahlsicherung kann günstiger erworben werden. Aber wenn ich bei jedem Stand so viel schreibe, wird dies ein Roman mit Überlänge.

Durch die Informationen vom letzten Jahr erfuhr ich, dass es hauptsächlich Exoten zu Bestauen gäbe. Aber das konnte ich gleich beim dritten Stand widerlegen. Der zweite Verkaufsstand war keiner, denn es handelte sich um Globetrotter, die einen Kinderbetreuungsbereich im hinteren Bereich anboten, damit Eltern ihre Kindern abgeben können, um in Ruhe einzukaufen. Dazu später mehr. Hier wurde nur auf diesen Service hingewiesen. Also zum dritten Stand und ja, sofort schlug mein Herz höher. Ein Berliner Laden (Foto 7-9) stellte aus, darunter diverse Hawk Mountainbikes und BMX Räder. Die Abteilung Bekleidung fiel demgegenüber etwas schmal aus und wurde lieblos angeboten. Aber meine Augen blieben an den schönen Rennern hängen. Gleich beim nächsten Stand (Foto 10-13) ging es weiter mit diesen wunderschönen MTBs und ich musste mir die drei Renner von Duratec anschauen. Ein Carbonrenner, ein Aluminiumrenner und ein Mountainbike. Auf der gegenüberliegenden Seite stand ein einziges Rad. Fast einsam. Aber das Elektrofahrrad hatte es in sich. Von wegen klobig und hässlich. Im Grunde genommen sieht der elektronische Antrieb aus, als hätte man eine schwarze Trinkflasche befestigt. Das Gewicht 12 kg. Nur 12 kg. Ich war begeistert. Der Haken für mich war aber, dass es nur einen Gang gab. Also da waren die alten Fahrräder von früher mit ihrer 3-Gang-Schaltung ja fortschrittlicher. Das ist schade. Erklärt wurde es mit dem Gewicht. Es ging wohl darum für das Marketing zu punkten und weniger für die Fahrer.

Zwischen diesen exklusiven und hochwertigen Mountainbikes und Rennrädern gab es immer wieder Elektroräder und Räder, die Lasten transportieren (Foto 14). Bei diesem Messebesuch ist mir bewusst geworden, dass ich kein Interesse für den elektrischen Antrieb besitze. Aber die Marketingideen fand ich witzig. Das Papabike von electra hatte keinerlei elektrischen Antrieb, aber es sah gut aus. Genau wie die Fahrräder von velotraum (Foto 15-16). Zum Lastentransport gehört natürlich Thule mit seinen Fahrrädanhängern (Foto 17+18) für das Auto. Ich bin kein Fan von dem Transport auf dem Dach, weil es so umständlich ist, ein Fahrrad auf das Dach zu heben und dann vielleicht noch in die Mitte des Autos zu schieben. Im Grunde genommen stand ich dann immer schon in einer Tür lehnte mich gegen alles und hoffte, keine Kratzer in den Lack zu bekommen. Deshalb fand ich es gut, dass man den Ständer einfach ausziehen kann. So steht man bequem vorm Auto und kann die Fahrräder laden. Ob das eine Neuheit ist, weiß ich nicht, aber interessant.

Wenn schon Elektroantrieb dann schon einen Roller (Foto 19) – zumindest käme das für mich in Frage. Was mir bei den Elektrorädern auffiel, war, dass der Motor kaum noch auffällt (Foto 21+22). Ich denke, die wenigsten erkennen die Motoren als solche und wundern sich dann, dass die Fahrer ohne zu schwitzen eine Geschwindigkeit von 60 km/h fahren. Bin gespannt, wie sich dieser Bereich weiter entwickelt. Ansonsten ließ ich die Elektroräder etwas links liegen und hoffte auf Daniel.

Als Nächstes folgten einige Bekleidungsfirmen (Foto 20). Mir fiel der Unterschied zwischen BMW und Mountainbikefahrern zu den Rennradfahrern auf. Die T-Shirts und Trikots sind nicht von denen der heutigen Jugend zu unterscheiden. Es geht darum witzig und originell zu sein, ob das dann auch alles funktionell ist, kann ich nicht sagen.

Bei manchen Rädern stand extra ein Zettel (Foto 23), dass diese gekauft werden können. Ich fragte mich da nur, ob die Klientel dieses explizit gesagt werden muss oder wer da angesprochen werden sollte.

Ein Trend dieser Messe war, dass es schick wird, wenn man Fahrrad fährt. Oft wird die Ausrede vorgeschoben, dass man nicht mit dem Rad zur Arbeit fahren könne, weil man immer Wechselbekleidung deponieren müsste. Aber wenn man sich die schicken Anzüge (Foto 24) ansieht und dazu passend dann das Fahrrad, dann werden diese Menschen besser gekleidet sein als so manch Krawattenmensch.

Mit Begeisterung schaute ich mir dann immer wieder die antiken Räder an (Foto 25). Herrlich. Keine Kette, sondern ein Gummi. Der Vorteil, diese Kette muss nicht geölt werden.

Als Nächstes kamen einige Anbieter mit Klapprädern (Foto 26-27). Wenn ich da zurückdenke, zu meiner Kindheit, und wie die Klappräder zu der Zeit aussahen und jetzt. Was für ein Unterschied! Die jetzigen haben Klasse.

Als Nächstes kamen Anbieter von Rennrädern (Foto 28-31), die aber durch Extras ins Auge fielen. Zum Beispiel von Merileth. Farblich aufeinander abgestimmt. Weiße Felgen, eine besondere Sattelstütze, weißer Lenker, weißer Sattel. Da passte die metallische Kette nicht ganz, aber da hätte ich ein Tipp von einem Stand weiter. Farbige Ketten! (Foto 32-34) Ich dachte sofort an mein rotes Oldie-Rennrad, wobei auch der Sattel, Lenkband in weiß gehalten ist. Da würde eine weiße Kette gut zu passen. Leider wurde mir gesagt, dass diese Ketten nicht an einer Gangschaltung betrieben werden sollten. Weil ein gewisser Abrieb nicht auszuschließen ist. Aber die farbigen Ketten sind mit Teflon überzogen. Dadurch entfällt das Fetten und Entfetten, weil Teflon (kennen wir alle von den Pfannen) selbstfettend sind. Deshalb wäre die Haltbarkeit länger als bei normalen Ketten. Hätte ich gerne getestet, wenn ich ein anderes Fahrrad hätte. So habe ich mit mein altes Rennrad vorgestellt und bin weiter gegangen.

Bei dieser Messe waren viele Rahmenbauer anwesend. Es gibt wohl doch einen größeren Markt, dass sich die Radler ihre eigenen Bike zusammenstellen.

Am Ende der Halle konnte ich bestaunen, wie ein Rahmen hergestellt wird. (Foto 38-40)Der Arbeiter sägte, feilte und passte an.

Bevor ich zum Catering ging, sah ich zwei verschiedene Möglichkeiten sich im Winter fit zu halten. Die Rolle (Foto 43+44) und der Fahrradhalter. Mir sagt ja die Rolle sehr zu, wenn dann würde ich mir so etwas zulegen. Das Gefühl, man fahre in Wirklichkeit ist höher, obwohl man auch da nicht vom Fleck kommt. Allerdings schwankte die Dame sehr auf der Rolle hin und her. Sie meinte zwar, dass sie dabei Fernsehen würde, aber als sie das sagte, fragte ich mich, was wohl passiert, wenn sie seitlich von der Rolle rutscht. Aber bevor ich mein Kopfkino nicht würde ausschalten können, ging ich zum Catering.

Das Angebot war reichlich und günstig. Für eine Messe sogar billig. Viele Plätze und bequeme dazu. Ich aß zum ersten Mal veganisch und ich ließ es mir mit einer Karotten-Ingwer Suppe schmecken. Hinter den Sitzplätzen hatte Globetrotter die Kinderecke aufgebaut. Es gab ein Parcours mit einer Wippe und anderen Hindernissen. Sehr wichtig fand ich die Aktion, dass sich die Kinder in einen Rollstuhl setzen konnten, um das auszuprobieren. Ich finde, dass es wichtig ist, dass die Hemmschwelle abgebaut wird. Kann mich noch gut an meine Kindheit erinnern, wo ich aber richtig großen Ärger bekam, weil ich mit einem Rollstuhl fahren wollte. Dass bei Veranstaltungen immer öfter die Möglichkeit geboten wird, sich mit einem Rollstuhl anzufreunden, begrüße ich sehr.

Bevor ich wieder zurückging, schaute ich in der Eventhalle rein. Dort fuhren ein paar BMX Fahrer ihre Tricks und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Einige Videos (Video 1 – 4) versuchte ich zu drehen, aber es war schwierig, weil viele Zuschauer meinten, sie müssten sich vor mich stellen. So blieb mir dann nur ein Platz, bei dem nicht alles überblickt werden konnte. Muss wohl noch lernen, meine Ellenbogen als Reporterin einzusetzen.

Hinter diesen Vorführungen lag die Teststrecke (Foto 51-53). Es war ein sehr großer Platz, es gab einen Sandparcours für die Mountainbikes und ein altes Auto für die BMX Fahrer. Für jeden war etwas dabei.

Ich spürte meine Füße und wollte den Rückweg also die zweite Hälfte der Halle ansehen.

Hier gab es diese kleinen Fahrräder (Foto 54) zu bestaunen, mit denen draußen in der Halle unvorstellbare Stunts durchgeführt wurden. Außerdem habe ich bei den Vorführungen endlich verstanden, warum es an der Vorder- und / oder Hinterradachse diese Stange befestigt ist. Bis dato kannte ich es nur, dass sich jemand hinten auf die Querstange stellte, aber dass sie sich damit an den Wänden der Halfpipe „aufhängen“ hätte ich nicht gedacht.

Es folgten Stände mit Casco Helmen (Foto 55) und Swiss Brillen (Foto 56), sowie weiteres Zubehör.

Wundert euch nicht über die Bilder (Foto 57-62), ab er ich musste alle Komponenten Serien von Campagnolo fotografieren. Vielleicht interessiert es den einen oder anderen, denn es gibt optische Unterschiede bei allen Serien. Das ist mir so noch nie aufgefallen. Aber man wird alt wie ne Kuh und lernt immer noch dazu. Insofern …

Es folgten Liegeräder (Foto 63). Ich setzte mich drauf, aber konnte mir nicht vorstellen damit eine längere Tour zu fahren. Das Angebot mit der Probefahrt lehnte ich dieses Mal ab. Beim nächsten Mal gibt es kein halten mehr.

Die zusammengeklappten Räder (Foto 64-66) sehen für mich immer so aus, als bräuchte man einen Doktor, um die wieder auseinander zu bauen. Aber es war leicht und einfach.

Für die Anhänger (Foto 67-69)habe ich mich intensiver interessiert. Es wird zwar nicht Island oder die Wüste werden, was schon ausgetestet wurde, aber Europa ist immer noch ein Ziel von mir. Die Fahrt mit dem Anhänger ist leichter als gedacht, weil die Last zu zwei Drittel auf das Rad vom Anhänger geleitet wird. Damit spürt man beim Fahren die Last vorne nicht mehr so enorm, im Vergleich zu Fahrradtaschen.

Mein Rundgang war zu Ende. Ich genoss den Service in der Presselounge und ließ meine Eindrücke sacken.

Fazit: Der Besuch dieser Messe kann ich jedem wärmstens ans Herz legen. Es ist eine sehr angenehme Atmosphäre, es gibt Produkte zu bestauenen und Exotisches zu entdecken. Aber es gibt auch Rennräder, Mountainbikes und die notwendigen Komponenten. Einem Fahrradfahrer wird es an nichts fehlen.

Fotos sind bei facebook zu finden.

Karl-Theodor zu Guttenberg

Dienstag, März 1st, 2011


Seit Monaten schaue ich auf den Kult zu Guttenberg. Alle Anfeindungen, alle Angriffe, alle Verfehlungen konnte er mit einem Lächeln umschiffen. Egal, ob er in seinem Lebenslauf stark übertrieb, ob er Menschen schneller entließ, als alle gucken konnten, ob unter seiner Regie viele Ereignisse passierten wie der Tod einer Kadettin auf der Gorch Fock, er stand da wie eine Eins. Er strahlte und alle lagen ihm zu Füßen.

Ich frage mich, ob wir in Deutschland einfach wieder an der Zeit sind für eine Monarchie. Einen König, der uns zu winkt, der uns zu lächelt und alle sind wir glücklich und zufrieden. Den Eindruck macht es. Zumal, wenn man manche Aussagen zu diesem Thema hört. Von Anfang an klebte an ihm Schmutz, aber er schüttelte sich und ab war er. Wie kann es sein, dass ein studierter Mensch so ins Rampenlicht rücken konnte und die Menschen mochten ihn? Sie mochten ihn so sehr, dass sie keine Argumente gegen ihn hören wollten und immer und überall eine Verschwörung sahen. Er hat keinen Abschluss, hat sein 2. Staatsexamen nicht. Gut, das ist nicht so schlimm, wenn man einen Doktor hat. Da er das alleine nicht konnte, hat er einfach ein paar Leute engagiert, die das für ihn erledigten. Hat schon Vorteile, wenn man in der Politik arbeitet und sich diversen Materialien bedienen kann. Merkt ja (fast) keiner.

Aber schade finde ich es um unsere Gesellschaft. Wie schön wäre es gewesen, wenn wir alle Regelübertretungen beim Ertappen einfach zugeben und nichts würde geschehen? Ich wurde beim Klauen erwischt? Nicht schlimm, dann gebe ich das wieder zurück. Ich habe jemanden beleidigt? Dann entschuldige ich mich einfach. Ich habe betrogen? Ich entschuldige mich. Das Leben wäre so einfach gewesen. Man hätte alles machen können und wenn es auffällt, gibt man es zurück oder entschuldigt sich. Viele Menschen fanden, dass die Plagiatsaffaire durch die Entschuldigung wett gemacht worden wäre. Na dann. Vielleicht sehen das die Lehrer bei der nächsten Arbeit auch so, oder die Polizisten bei der Geschwindigkeitsüberschreitung, oder der Richter, die Mitarbeiter, die Chefs, die Ärzte …

Schade, wenn dieses Verhalten durchgegangen wäre, hätten wir endlich ein schönes Leben gehabt. Dazu lächeln wir dann immer in die Kamera und gut ist. Schade. Aber nun müssen wir uns wieder an die Regeln halten, müssen mit Strafen rechnen und vor allem müssen wir Konsequenzen ziehen. Das heißt, die Menschen werden weiterhin nach 40 Jahre Angestelltenverhältnis gekündigt, wenn sie sich trauten etwas aus dem Müll mit nach Hause zu nehmen. Auch hier hätte in Zukunft eine Entschuldigung genügt.

Auch hätten wir immer auf jemanden zeigen können, der noch mehr Dreck am Stecken hat. Denn das waren die Argumente vieler, die ihn mögen. Die anderen würden noch viel schlimmer sein. Na denn, wenn ich also beim Schummeln erwischt wäre, suche ich mir einfach jemanden, der das noch viel doller treibt. Oder beim Klauen, dann verweise ich auf all diejenigen, die noch viel mehr klauen als ich. Und nun? Nun muss ich die Konsequenzen tragen.

Ich bin dafür, dass wir unsere Gesellschaftsnormen, unsere Gesetze überdenken und die Monarchie wieder einführen.