Archive for Februar, 2011

Danke HSV! 4:0 gegen Wer da?

Samstag, Februar 19th, 2011


Das tat gut. Das 1:0 nahm ich noch recht emotionslos hin. Außer einem lauten (okay, er war sehr laut) Schrei fing ich noch kein Feuer. Ich lehnte mich wieder zurück und wollte sehen, wie die Mannschaft weiter spielt. Wollte wissen, ob sie sich vielleicht durch ein blödes Gegentor alles selber versauen. Beim 2:0 schrie ich wieder und es war ein bisschen Genugtuung. Ich weiß gar nicht, wann wir zuletzt mit zwei Toren Differenz führten. Es war ein schönes Gefühl und es machte sich eine kleine Freude breit. Beim 3:0 habe ich mich gefreut und war richtig euphorisch. 3 Tore, da spürte ich, wie die Schmach vom Mittwoch ein wenig wich. Natürlich konnte dieser Sieg die Niederlage gegen Pauli, mit der wir oben angegriffen hätten, nicht wett machen. Aber es machte sich eine nicht mehr gekannte Freude breit. 3 Tore Differenz. Und dann das schöne 4. Tor von Ben-Hatira. Ja, da war ich dann nicht mehr zu halten. Es war eine Befreiung, es war eine unbändige Freude und es war schön, endlich mal einen Sieg so sicher nach Hause zu fahren. Danke HSV! Das war die richtige Antwort auf Mittwoch und ich danke euch wirklich sehr!

Armin Veh hat verändert und neue Kräfte gebracht. Und sie taten dem Spiel richtig gut. Ruud musste raus, er war mit den Gedanken einfach nicht beim HSV und ihn hemmte etwas. Mit den Leistungen muss er auf die Bank, dafür haben wir zuviele gute Offensivkräfte. Jansen musste auch raus, was verständlich war. Er hätte am Mittwoch wohl nicht spielen sollen, denn er ist noch nicht wieder bei 100% und zwei Spiele innerhalb vier Tagen war zuviel. Ben-Hatira raus. Da glaube ich weniger, dass es an seiner Leistung oder seinem Einsatz lag, sondern, lediglich daran ihm eine Pause zu gönnen und etwas Neues zu probieren. Jarolim raus. Er hat viel gearbeitet gegen Pauli, aber für mich ist Jarolim einfach zu langsam im Denken. Er sieht Situationen nicht, macht das Spiel langsam und spielt nur sichere Pässe. Er sieht die Lücken nicht, er kann nicht vorausschauen, wenn es um die Offensive geht. Für mich ist auf der Position ein Kacar oder ein Westermann wertvoller. Ein Tesche konnte leider nie wirklich zeigen, was er kann. Es scheint, dass er immer mit Handbremse spielt. Rincon ist nicht konstant genug und hat auch nach vorne seine Schwächen. Für mich machten die Wechsel Sinn. Zwar hätte ich die Positionen von Westermann und Kacar getauscht, aber wurde durch das Bremenspiel eines besseren gelehrt. Alles richtig gemacht, Armin Veh!

Frische Kräfte kamen rein. Son, Guerrero, Pitroipa und Kacar. Kacar hätte ich gegen Pauli schon spielen lassen, aber nun stand er auf dem Platz. Auf Son war ich gespannt, wie er nach dem Asien-Cup spielen würde. Und bei Guerrero hoffte ich auf eine Explosion. Pitroipa wünschte ich wieder die Leistungen von der Hinrunde, wo er seinen Gegenspielern Knoten in die Beine spielte. Und das System von Veh ging auf.

Hinten stand die Mannschaft wie in den letzten Spielen schon sehr sicher und kompakt. Eigentlich habe ich keine Angst mehr, wenn der Gegner angreift, weil wirklich jeder für jeden läuft und die Bälle oft schon vom Mittelfeld in der Rückwärtsbewegung zurück gewonnen werden. Die Abwehrkette muss oft gar nicht eingreifen. Rost hat sogar den Querschläger von Kacar gut gefangen. Gut, dass Rost niemals abschaltet. Kacar und Mathijsen hatten anfangs noch ihre Gewöhnungsphase. Sie spielten noch nie zusammen. Aber das harmonierte immer besser. Aogo ist in den letzten Wochen und Monaten gewachsen. Er übernimmt Verantwortung. Seine Aussagen bei der Pressekonferenz fand ich sehr souverän und auf dem Platz hält er seine Seite dicht. Demel fiel nicht auf, nicht negativ und nicht positiv. Nach vorne hat er sich wohl gegen Pauli verausgabt, denn da kam heute nicht viel. Bei den harmlosen Angriffen der Bremer kann ich ihn defensiv nicht richtig einschätzen. Westermann hat mich überrascht. Er spielte diese Position sehr aggressiv, gewann viele Bälle und versuchte sofort den Ball nach vorne zu spielen. Das ist moderner Fußball und so muss es gespielt werden. Nicht alle Pässe kamen an, aber das machte nichts. Ze Roberto wird stetig besser. Seit der Rückrunde steigert er sich von Spiel zu Spiel. Gerade in der ersten Halbzeit, als die gesamte Mannschaft unsicher agierte, übernahm er Verantwortung. Das hatte ich so von ihm noch nicht gesehen. Bis dato war er gut, wenn die Mannschaft gut spielte und umgekehrt. Aber heute hat er immer wieder den Ball gefordert und das Spiel diktiert. Pitroipa brauchte auch um in das Spiel zu kommen, aber man sah schon, dass er wieder freier im Kopf war. Ihm gelang mehr und er probierte auch mehr. Das sah schon fast wie in der Hinrunde aus. Noch ein zwei Spiele und er wird noch besser. Son hat mir imponiert. Er kam in einer sehr schweren Zeit in die Mannschaft. Nach der Niederlage gegen Pauli und eine weitere Blamage wäre eine Katastrophe gewesen. Es konnte nur verloren werden. Er brauchte ein paar Minuten, aber dann war er im Spiel. Er war immer anspielbar, hat den Ball sehr gut weitergeleitet, hat oft schnell gespielt und dadurch Löcher gerissen, war an vielen gefährlichen Situationen beteiligt. Sehr gut. Dafür, dass es nach seinem Asien-Cup das erste Spiel war, hat er mir sehr gut gefallen. Auch hat er die Eigensinnigkeit von der Hinrunde, als er seine Tore in zwei Spielen schoß, abgelegt. Das tut ihm gut. Petric und Guerrero waren in den ersten Minuten sehr beweglich. Griffen die Bremer vorne an und liefen viel. Aber das legte sich nach ein paar Minuten und dann habe ich beide nicht mehr gesehen. Nach dem Tor von Petric kamen beide Stürmer zurück und machten ordentlich Dampf. Und vor allem – Petric kann kämpfen! Das hätte ich nicht gedacht und wenn er das in den nächsten Spielen beibehält, kann es sein, dass ich Petric länger beim HSV sehen möchte. So ist er sehr wertvoll für den HSV! Guerrero wurde auch immer stärker und zeigte mit seinen beiden Toren, dass er da ist.

Für mich hat es jeder andere Spieler schwer in die Mannschaft zu kommen. Diese Mannschaft würde ich auch gegen Kaiserslautern so spielen lassen.

Ich war sehr froh, dass die Fans spätestens nach dem ersten Tor anfingen hinter der Mannschaft zu stehen. Nach dem zweiten und dritten Tor hat man auch wieder die Gesänge gehört. Tja, die Niederlage gegen Pauli sitzt tief. Obwohl es bei mir nicht der Gegner war, denn gegen die Mannschaft von Stanislawski kann man verlieren, aber es war wieder ein Moment, wo der HSV zugreifen musste. Es war wieder die Möglichkeit etwas zu erreichen und wie in den letzten Jahren wurde diese erneute Chance vertan. Mit drei Punkten mehr würden wir auf Platz vier stehen und schnupperten an den CL Plätzen. Aber das ist nicht mehr zu ändern. Ich hoffe, dass die Befreiung, die ich während des Bremenspiels erfuhr auch die Mannschaft so erlebt hat. Es wäre schön, wenn das ein Befreiungsschlag war, der auch die Mannschaft mitreißt. Es wäre dem HSV und seinen Fans zu wünschen!

Die Voraussetzungen sind gut. Hinten steht der HSV so gut, wie lange nicht. So kompakt habe ich den HSV die letzten JAhre nicht gesehen. Zuletzt unter Thomas Doll, als er den HSV in die CL führte. Zudem haben wir mit Pitroipa, Son, Ben-Hatira, Jansen, Elia Spieler, die Löcher reißen können. Vorne haben wir drei Goalgetter. Es ist angerichtet.

Meine Zuversicht ist zurück! 🙂

Verdienter Derbysieg von Pauli beim HSV

Mittwoch, Februar 16th, 2011


Wer hinten kein Tor fängt und vorne eins schießt, der hat verdient gewonnen. So schmerzhaft es auch ist, aber die Niederlage hat sich der HSV selbst zuzuschreiben.

Der HSV ist in allen Belangen überlegen, nur nicht in der, die im Fußball zählt. Und das sind die Tore. Da hat der HSV es nicht geschafft ein Tor zu schießen. Meine Hoffnungen, die ich ein Jahr lang in Ruud gesetzt hatte, habe ich heute begraben. Er hat auch heute wieder eine hunderprozentige nicht genutzt. Genauso wie Ben-Hatira, aber er ist 22 Jahre alt und Ruud ist mehrfacher Torschützenkönig gewesen. Er weiß, wie man cool bleibt und die Bälle im Tor versenkt. Aber leider nicht mehr nach seiner sehr langen Verletzung in Madrid. Er kommt nicht in fahrt. Aber auch sonst hat der HSV keinen Goalgetter, keinen Gomez, keinen Cisse, keinen Gekas, keinen Barios. Und das Mittelfeld ist nicht torgefährlich genug. Das was Jol damals schon monierte, konnte nicht verbessert werden. Ben-Hatira wirbelte heute genial die Pauli Abwehr durcheinander, aber er schaffte es nicht einen Kollegen freizuspielen oder selbst frei zum Schuss zu kommen. Außer bei seiner tausendprozentigen Chance, aber das wollte er leider zu schön und genau machen. Aber wer strahlte sonst Gefahr aus? Ruud – nein, Petric – nein, Guerrero – nein, Elia – nein, Jansen – nein, Pitroipa – nein, Ben-Hatira – ein bisschen. Wer bitte soll denn beim HSV die Tore schießen? Hinten stand der HSV kompakt und sehr sicher. Das Tor fiel auch nach einer Ecke, bei der sich die Innenverteidiger nicht gut anstellten. Wo waren die Bewacher von Asamoah und dem anderen Paulianer, der ebenso frei stand? Aber gut, im Normalfall kann der HSV auch zwei oder drei Tore schießen, aber nicht heute und nicht in dieser Saison. Die Spiele können nur gewonnen werden, wenn hinten zu Null gespielt wird und vorne dann durch Glück oder ein bisschen Können ein Tor fällt. Das ist zu wenig. Leider.

Der HSV hat gut begonnen. Er spielte richtig stark. Gewann die Zweikämpfe, war gedankenschneller, war präsent, war laufstark und es war eine Frage der Zeit, wann das erste Tor fallen würde. Leider fiel es nicht und am Ende hätte der HSV noch Stunden spielen können. Heute wäre kein Tor mehr gefallen. Obwohl bis zur letzten Sekunde gekämpft und geackert wurde. Man kann keinem einen Vorwurf machen, außer, dass die Torchancen nicht genutzt wurden. SEi es von Ze Roberto, Ruud, Ben-Hatira, um nur die besten aufzuzählen. Aber heute war der HSV nicht torgefährlich, nicht bei den vielen Ecken, noch bei den vielen Freistößen. Es fehlte immer ein Tick oder es war ein Bein dazwischen.

Rost war ein Rückhalt, wenn er gefordert wurde. Das war nicht oft, aber zwei Mal hat er gut gehalten. Beim Tor war er machtlos, da der Ball am kurzen Pfosten verlängert wurde. Da sieht jeder Torwart schlecht aus. Aogo hält seine Seite dicht. Kein gefährlicher Angriff, wie schon in den letzten Spielen, kommt über seine Seite. Auch nach vorne bietet er sich an, aber wird viel zu selten von seinen Vordermännern angespielt. Mathijsen hatte seine Mühe mit Asamoah. Ich habe ein paar Mal überlegt, ob es gut war, dass er und nicht Kacar auflief. Auch beim Gegentor hatte ich mich gefragt, ob Kacar den Ball weggeköpft hätte. Westermann hat gut gespielt und ein paar Mal das Spiel geöffnet, obwohl auch immer mal wieder einer ins Aus oder zum Torwart ging. Demel spielte offensiv so stark wie lange nicht. Er tendelte nicht so viel, sondern war zielstrebig, was ihm sonst fehlt. Aber nach hinten, ja, da hat er seine Schwächen und das nutzte Pauli immer wieder aus. Stanislawski stellt seine Mannschaft immer auf die Schwächen der Gegner ein und sie wussten, dass Asamoah gegen Mathijsen in den Zweikampf gehen und dass Bartels oder Kruse gegen Demel in das Laufduell müssen. Wenn es gefährlich wurde, dann auf Demels Seite. Ze Roberto und Jarolim haben sehr gut gespielt. Beide haben hinten den Laden dicht gehalten und sich immer wieder nach vorne eingeschaltet. Jarolim hat das Spiel sogar nicht verlangsamt, sondern oft schnell weitergespielt. Das gefiel mir richtig gut. Ben-Hatira hat an seine ersten beiden guten Spiele angeknüpft und Veh sein Vertrauen zurückgezahlt. Er ackerte nach hinten, gewann sehr viele Zweikämpfe in der Rückwärtsbewegung und war nach vorne immer wieder gefährlich. Er setzte seine Mitspieler gut in Szene oder traute sich selber mal ins Dribbling. Für mich der beste Spieler. Jansen war leider überhaupt nicht zu sehen. Nach seiner langen Verletzung waren zwei Spiele in der kurzen Zeit zu viel. Von ihm kam nichts. Aber auch Elia, der in der zweiten Halbzeit kam, konnte nichts bewegen. Das er technisch begnadet ist, hilft nicht, wenn er das nicht in gefährliche Torszenen oder Vorlagen umsetzen kann. Keine Flanke, kein Pass führte zu einer Torszene. Schade, dass bei Elia der Knoten nicht platzt. Ruud hatte das 1:0 auf dem Fuß, aber er konnte den Kopfball freistehend nicht verwerten. Petric wollte zu viel und hat ncihts erreicht. Er wollte das Tor machen, aber es gelang ihm nicht viel. Pitroipa kam für Ben-Hatira, aber er konnte nicht mehr für Impulse sorgen. Er ging in der Unordnung, die zum Schluss immer mehr wurde, mit unter. Auch Guerrero konnte keine Impulse mehr setzten und auch er wurde von der Hektik geschluckt.

Ein bitterer Sieg für den HSV, der Pauli an die Wand gespielt hat, der sich viele Torchancen erarbeitete, der Pauli keine Luft zum Atmen ließ, aber der Pauli am Leben ließ, weil sie kein Tor geschossen haben. Pauli existierte kaum, außer am Schluss, als sie ein paar Konter bekamen, als der HSV alles nach vorne warf.

Wer wird beim HSV die Tore schießen? Wer wird gegen Bremen ein Tor schießen? Die Woche fing gut an mit dem Sieg gegen Wolfsburg, aber die Niederlage gegen Pauli sitzt tief und ich bin gespannt, wie die Spieler diese Niederlage verkraften werden. Hoffentlich können sie die schnell abhaken und sich auf Wer da konzentrieren, denn sonst gibt es die nächste Heimniederlage.

Schade, aber heute war der Fußballgott Braun-Weiß!

HSV – St. Pauli, die Zweite

Sonntag, Februar 13th, 2011


Ein Termin ist gefunden und das Nachholspiel soll stattfinden. Eine zweite Betrachtung auf das Hamburger Stadtderby. Eigentlich könnte man meinen, ich könnte hier den Vorbericht vom ursprünglichen Termin verwenden, aber weit gefehlt.

Die Bedingungen haben sich komplett verändert. Beim Ersttermin waren bei Hamburg alle fit und aus den letzten vier Spielen konnten drei Siege verbucht werden. Bei St. Pauli war es anders. Dort musste man Angst haben, dass zum Stadtderby keine Auswechselspieler mehr auf der Bank sitzen, weil alle verletzt oder gesperrt waren. In den letzten vier Spielen stand ein Sieg, eine Niederlage und zwei Remis bei den Braun-Weißen zu buche. Der große HSV wurde als großer Favorit gesehen und mit den vielen Verletzten von St. Pauli konnte auch kein Hamburger Fan umhin auf seinen HSV zu setzen. Aber das gerade solche Begegnungen oftmals dem vermeintlich Kleinen in die Karten spielt, ist jedem Fußballkenner bekannt. Aus diesem Grunde bin ich sehr froh, dass das Spiel ins Wasser fiel und wir jetzt andere Bedingungen haben.

Der HSV ist immer noch komplett und hat aus den letzten fünf Spielen vier Siege eingefahren. Das ist gleich, aber auf Seiten des Underdogs hat sich etwas getan. Kaum noch Verletzte und ein Sieg gegen Gladbach. Die provozierte rote Karte von Lehmann, die er unsportlicherweise auch so zu Protokoll gab, lässt auch den vermeintlichen Aussenseiter anders dastehen. Solche Aktionen kosten viele neutrale Fans. Sowieso steht der FC St. Pauli derzeit mit Aktionen in den Medien, mit denen dieser Verein so rein gar nichts zu tun haben wollte. Provozierte und unsportliche Forderung einer roten Karte und Verdacht auf verschobene Spiele von St. Paulianern. Teilweise zugegeben und teilweise als Gerücht. Aber so oder so kostet das dem beliebten Verein Punkte bei den Fans. Das Mißverhältnis von HSV zu St. Pauli hat sich relativiert, zumindest vor diesem Stadtderby.

Der HSV hat in Wolfsburg an die Leistung der ersten beiden Rückrundenspiele angeknüpft. Es gab wieder ein 1:0. Aber vor allem hat die Mannschaft kompakt gestanden und die Zweikämpfe angenommen. In Nürnberg wurden diese Zweikämpfe nicht angenommen und Nürnberg damit stark gemacht. Aber nach dem in Wolfsburg defensiv wieder gut gestanden wurde, bin ich zuversichtlich für das Derby. Natürlich ist ein Derby immer etwas anderes, aber die Chancen, dass der HSV gewinnt sind gestiegen. Ein angeknockter Boxer ist gefährlicher, als einer, der gerade einen Kampf gewonnen hat und mit breiter Brust zum Gegner fährt. Das ist ein Kampf auf Augenhöhe. Genau das brauchen die Hamburger Spieler. Sie müssen wissen, dass ein starker Gegner wartet, den es gilt zu schlagen. Da holen die Spieler immer ein paar Prozente mehr aus sich heraus und können zulegen.

Zudem hat Jansen eine gute Partie gemacht und sich Wettkampfpraxis holen können. Obwohl er technisch nicht so versiert ist wie Elia, macht er nach vorne mehr Dampf und ist an mehr gefährlichen Aktionen beteiligt. Schade, dass Elia seine Fähigkeiten nicht so einsetzen kann, dass er seine Seite beackert und öfters gefährlich wird. Auf der anderen Seite hat Ben-Hatira gut gespielt, aber ob er in der Startelf bleiben wird, kann ich nicht sagen. Aber Pitroipa hatte die letzten Spiele nachgelassen und war nicht mehr so gefährlich, wie zu Anfang der Saison. Deshalb kann es sein, dass Ben-Hatira wiederum den Vorzug vor Pitroipa erhält. Gespannt bin ich, was Armin Veh mit Ruud macht. Ruud war am 1:0 in Wolfsburg als Flankengeber beteiligt, aber er gewinnt lange nicht mehr so viele Zweikämpfe wie noch zu Anfang der Saison. Da konnte er sich öfter in den Zweikämpfen behaupten, den Ball halten und den nachrückenden Spieler anspielen. Auch kann er seine Chancen nicht nutzen. Vielleicht lässt Armin Veh aber auch Ben-Hatira statt Ruud im Sturm auflaufen und Pitroipa über rechts stürmen. Auch ist die Frage, ob Son nach seiner Asienreise wieder fit genug ist, um in den Kader zu rücken. Son könnte auf allen offensiven Positionen eingesetzt werden und wäre eine gute Alternative. Ich rechne in der Innenverteidigung damit, dass Kacar für Mathijsen in die Mannschaft kommt. Habe ich mir das eingebildet oder spielte Westermann ruhiger, als Mathijsen ausgewechselt wurde? Zudem spielt Westermann mit Mathijsen als Linksfuß auf der rechten Seite und mit Kacar würde er auf die linke Innenverteidigerposition wechseln. Nach dem mir Demel in den letzten Spielen nicht so gut gefallen hat, würde ich Benjamin als Rechtsverteidiger auflaufen lassen. Somit sähe meine Aufstellung folgendermaßen aus:
Rost
Benjamin – Kacar – Westermann – Aogo
Jarolim – Zé Roberto
Pitroipa – Jansen
Petric – Ben-Hatira

Ja, ich als Ruud Fan, würde ihn draußen lassen. Ich finde es sehr schade, dass Ruud beim HSV nicht an seine guten Zeiten anknüpfen konnte. Eine Auszeit wird ihm vielleicht gut tun.

Ich bin froh, dass St. Pauli die letzten Spiele so gut gespielt hat, so dass der HSV gewarnt ist und weiß, dass ein starker Gegner kommt. Nehmen alle Spieler dieses Spiel ernst, gehe ich davon aus, dass der HSV gewinnt. Ob wieder mit 1:0 kann ich nicht sagen. Ich hätte auch nichts gegen ein 3:0. Hauptsache Sieg. Denn ich lehnte mich weit aus dem Fenster und sagte zu Honk, dass ich eine 9-Punkte-Woche erwarte. Deshalb kann es nichts anderes geben als einen Sieg. Egal wie, wenn es sein muss wieder mit einem Elfmeter.

Jetzt drücken wir alle die Daumen, dass nichts mehr dazwischen kommt und das Spiel am Mittwoch um 18.45 Uhr stattfinden kann.

Nur der HSV!

Vorbericht: Hamburger Stadtderby HSV – FC St. Pauli

Freitag, Februar 4th, 2011


Der HSV lädt zum Stadtderby im eigenen Stadion. Die Kräfteverhältnisse scheinen klar. Da steht der Dino HSV gegen den Underdog St. Pauli und das im eigenen Stadion, vor den eigenen Fans, auf dem neu verlegten Rasen. Es ist angerichtet, die Stadt und die Fans fiebern dem Spiel entgegen. Und wie bei jedem David gegen Goliath kann nur David gewinnen.

Wie sieht es vor dem Spiel beim Gastgeber HSV aus?
Der HSV musste im letzten Spiel in Nürnberg eine herbe Schlappe schlucken. Nach zuvor drei Siegen in Folge wurde geträumt, von Europa und Champions League. Es wurde von drei Auftaktsiegen in Folge geträumt und von besseren Zeiten. Aber das Spiel in Nürnberg hat alle wieder auf den Boden zurückgeholt. Rechtzeitig für das Derby? Beim HSV gilt das Phänomen, dass nicht nur die Fans träumen, sondern auch regelmäßig die Spieler. Deshalb schafft die Mannschaft es nicht, bei den wichtigen und entscheidenden Spielen zuzulegen. Sie träumt und vergisst das Kämpfen, das Laufen, das Spielen. Deshalb folgt auf ein paar gewonnenen Spielen immer ein Knick. Wie sehr das gerade entflammte Selbstvertrauen darunter litt und ob die Spieler den Druck des Stadtderbys standhalten, wird sich am Sonntag zeigen.
Rechtzeitig zum Stadtderby sind die Personalsorgen zurückgekehrt. Die Abwehr muss mal wieder völlig neu zusammengestellt werden und es spielen Spieler, die nicht 100% fit sind. Mathijsen wird für den rotgesperrten Kacar auflaufen. Dadurch rückt Westermann, der mit einer Magendarmgrippe angeschlagen ist, auf die rechte IV-Position. Demel ist ebenfalls angeschlagen. Alternative? Benjamin ist noch nicht fit, Rincon eine Wundertüte – mal gut mal schlecht.

Es harkt in der offensiven Abteilung. Elia und Pitroipa zeigten in der Rückrunde selten bis gar nicht, was sie könnten. Ruud war ein Schatten seiner Selbst, Petric nach seiner langen Verletztenpause noch nicht im Rhythmus, Guerrero nicht vorhanden. Ben-Hatira läuft wohl doch zu viel, so dass in Nürnberg der Akku leer schien. Die beiden 6er-Positionen mit Zé Roberto und Jarolim spielen solide. Aber das ist für diese beiden Namen nicht genug. Gerade von Zé Roberto wird mehr erwartet, er soll die ordnende Hand sein, aber versteckt sich, wenn es nicht läuft. Er glänzt erst, wenn die Mannschaft auf einem hohen Niveau spielt.

Was bleibt an Hoffnung für das Stadtderby?
Der Kredit der Hinrunde wurde komplett verspielt. Die drei Siege – egal wie dreckig erspielt – waren ein Lichtblick, der auf alle hätte überschlagen können, aber dieser Lichtblick wurde in Nürnberg ausgelöscht. Alle sind ratlos: Die Fans, die Spieler, die Führungsetage.

Wie zeigt sich der HSV in diesem brisanten Duell? Der Druck liegt klar auf Seiten des HSV. Alles andere als ein Sieg wäre eine Schande. Zum einen, weil gegen den kleinen Nachbarn nicht deutlich und hoch gewonnen wurde, zum anderen, weil Europa wieder in weite Ferne rücken würde. Verlieren kann nur der HSV.

Erhofft wird eine Explosion, eine Leistungssteigerung, eine Mannschaft, die sich zerreißt und alles gibt. Erhofft in zwei Richtungen. Die Fans könnten mit so einer Leistung zurückgewonnen werden. Sie verzeihen gerne, wenn die Mannschaft etwas anbietet. Und um den Gegner zu zeigen, wer Herr im Haus ist. Der Gegner wird genau das tun. Er weiß von vornherein, dass nur Kampf und Wille auf ihrer Seite stehen. Keiner erwartet von St. Pauli, dass sie spielerisch glänzen, keiner, dass sie gewinnen, allenfalls ein Unentschieden. Ein Unentschieden wäre machbar, wenn kein Gegentor zugelassen wird. Alle Gäste in der HSV Arena wissen, dass ein tiefstehender Gegner für den HSV eine unüberwindbare Hürde darstellen. Wird dazu noch Kampf angeboten ist mit ein wenig Glück sogar ein Sieg drinnen. Das ist das Spiel des St. Paulis und spielt ihnen in die Karten.

Wie wird sich die Mannschaft präsentieren? Wen wird Armin Veh aufstellen?
Er braucht Spieler, die gegenhalten können und sich nicht zurückziehen, wenn sie auf die Socken bekommen. Aus diesem Grunde würde ich einen Elia und Pitroipa nicht spielen lassen. Beide mögen es nicht, wenn ihnen einer auf den Socken steht. Ihnen fehlt das Kämpferherz, dass sie nach ein paar Tritten erst Recht zulegen. Jansen und Ben-Hatira sind Spieler, die wollen und kämpfen bis zum Schlusspfiff. Das wäre passend für das Spiel. Zumal Ben-Hatira seine Stürmer sucht und diese ständig bedient. Das würde helfen sich wieder Torchancen zu erarbeitetn. Ein Jansen läuft zur Torauslinie und versucht jeden Lauf mit einer Flanke abzuschließen. Auch er sucht seine Stürmer. Und gute Stürmer hat der HSV. Es werden Ruud und Petric stürmen. Beide sind erstklassige Spieler, beide können aus dem Nichts Tore schießen. Wen wird er auf der 6er Position spielen lassen? Jarolim denkt zu langsam und verschleppt dadurch das Spiel. Er ist keiner, der in einer brenzligen Situation den Überblick behält. Rincon wäre eine Alternative. Er ist einer, der kämpft und beißt. Er gibt immer alles und gewinnt viele Zweikämpfe. Mit seiner Spielart zeigt er seinem Gegner, dass nichts zu holen ist. Leider ist er manchmal übermotiviert. Dann kommt er entweder zu spät in die Zweikämpfe oder er reißt durch sein Stellungsspiel Löcher für die Gegner. Diese Aktionen führen zu unnötigen Fouls und gelben Karten. Das ist ein Risiko und nur Armin Veh kann sagen, in welcher Verfassung er sich befindet. Vom Kampfeswillen wäre er genau richtig – gerade neben einem Techniker wie Zé Roberto. Rincon mit dem richtigen Maß, würde dem HSV sehr gut tun. Die Abwehr ist leider wieder eine Baustelle. Armin Veh würde normalerweise keinen Demel und keinen Mathijsen spielen lassen. Aus Mangel an Alternativen werden sie auflaufen. Bei Mathijsen hoffe ich auf seine Routine. Bei Demel sehe ich schwarz. Sein Kredit vom Spiel gegen Schalke hat er bei mir in den letzten beiden Spielen schon wieder verspielt.

Der FC St. Pauli.
Auch Stanislawski hat Verletzungssorgen in der Abwehr. Wie schwer das wiegt, kann ich nicht sagen, da der Trainer seine Mannschaft oft und regelmäßig verändert. Die Mannschaft ist mit den letzten Spielen gewachsen, hat Selbstvertrauen aufgebaut und kommt mit breiter Brust ins Stadion. Mittlerweile wissen wieder alle Spieler, dass es nur gegen den Abstieg geht, denn auch da träumten einige von mehr. Seit dem sie sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren, punkten sie. In diesem Spiel haben sie nichts zu verlieren und können alles gewinnen. Das sind Spiele, die liebt jeder Spieler. Die Frage wird sein, was Asamoah gegen unsere Wackelabwehr gelingt und wie viele Fouls das wuselige Mittelfeld erhalten wird.

Trotz aller Skepsis rechne ich mit einem Arbeitssieg für den HSV. Zweimal wird sich der HSV über seine Außen durchsetzen und jeweils einen Stürmer bedienen. Der HSV gewinnt 2:0. Und dann können wir alle wieder träumen.

Nur der HSV!