Archive for Januar, 2011

Sarah Dingens und die Welt

Mittwoch, Januar 26th, 2011


Ich bin eigentlich kein Dschungelcamp Gucker, aber habe geguckt. Ja, so kann es kommen, wenn ich entsetzt vorm Fernseher sitze und meine Kinnlade nicht geschlossen bekomme. Aber worüber rege ich mich eigentlich auf? Leute wie diese Sarah Dingens wird es viele geben. Das regt mich gar nicht so auf – also auch, ich hätte sie erschlagen können, wäre es ein Spiel gewesen. Aber so hätte auch das Zertretens des TFT Bildschirm nichts gebracht, dann wäre sie im Röhrentv immer noch gewesen. Nee, das ging nicht. Also guckte ich entsetzt diese Sendung und fragte mich allen ernstes wie so eine Frau alle um den Verstand bekommt. Langsam aber sicher hat sie alle gegen sich aufgebracht und wenn noch Sympathie vorhanden war, war diese sicherlich der Situation geschuldet.

Was mich aber viel mehr geschockt hat, war die Reaktionen der Menschen, der Zuschauer. Gut, manche saßen ähnlich geschockt wie ich davor, aber es gab viele, die amüsierten sich über diese Frau. Die fanden das lustig?! Nun gut, aber wenn ich mir mal so aus dem Gedächtnis überlege, was sie sich von Anfang an so alles erlogen und erstogen hat, frage ich mich, wieso man ihr jetzt bei den Aussagen über die Gruppe im Allgemeinen und über Jay im Speziellen alles glaubt, was sie sagt. Ich versuche mal zu rekapitulieren oder so.

  • Sie ging in Prüfungen und glaubte, dass die Menschen sie lieben, weil sie immer gewählt wurde.
  • Sie rechtfertigte ihre Ablehnung für die Prüfungen damit, dass man sie nicht klein bekommt. Mit ihr nicht! So hat sie für sich eine tolle Ausrede gefunden, keine Prüfung mehr machen zu müssen.
  • Aber auf die Dauer war das zu langweilig, also erfand sie neue Lügen.
  • Sie hätte VIELLEICHT Allergien gegen die Tiere, wobei sie nicht wusste, welche Tiere das sind.
  • Sie hatte Hyperventiliert. Wer schon mal jemanden hyperventilieren sah, weiß, dass Sarah alles gemacht hat, aber nicht hyperventiliert.
  • Bei der Höhlenprüfung hatte sie ja Kreislauf, air away, Hyperventiliert, … ich habe sicherlich was vergessen.
  • Sie hatte Sonnenbrand, deshalb konnte sie eine Prüfung nicht ablegen.
  • Sie konnte nicht zuhören.
  • Sie war diejenige die ohne Pausen redete in einer Tonlage, die ich noch nicht mal 45 Minuten am Tag aushielt und überlege, was ich gemacht hätte, wäre ich im Camp gewesen.

Soll ich weiter machen? Ich denke nicht. Ach ja, dann noch ihre Wiederholungen oder ihre Wiedergabe, wie die Prüfungen waren. Also wir hatten es ja gesehen und konnten mit eigenen Ohren und Augen verfolgen, wie ein 24-jähriges Mädchen bei jeder Prüfung log, wenn sie ihren Mitbewohnern schildern musste, wie schlimm diese Prüfungen waren.

Dann ihre (gespielte) Freude, wenn sie nicht rausgewählt wurde. Hallo? Es saßen noch welche in der Runde, die gleich erfahren würden, dass sie gehen müssen und Sarah Dingens freut sich dermaßen übertrieben und blödsinnig, dass sie drinnen bleiben darf? Ob sie überhaupt mal eine Sekunde an ihre Mitbewohner dachte? Bei den Prüfungen hatte sie das ja nicht dazu bewegt sich zu überwinden.

Dann kommt Jay von einer Prüfung, die Sarah ablehnte. Er will berichten, wie es ihm erging und Sarah springt dazwischen und muss jedem erzählen, wie es ihr ging, als sie die Prüfung machte. Hallo? Sind noch alle an Bord? Jay war heute dran und du drängelst dich dazwischen. Warum die das alle mit sich machen ließen, na ja, ich muss nicht alles verstehen, aber ich denke, wegen der Zuschauer vorm TV, sonst hätten die sie gekillt!

Ach ja, die Übung mit Peer – ihrem Nervnachfolger -. Er geht durch den Tunnel und holt 5 von 10 Sternen, weil er dachte, wenn er einen Stern hat, kommt die nächste Kammer. Aber es gab nur 5 Kammern mit jeweils 2 Sternen, was Peer nicht mitbekam. Nun gut, er ärgerte sich und Sarah mit ihm. Sie war entsetzt, wieso er nur 5 Sterne mitbrachte. Sie war enttäuscht! (Ich brauche nicht erwähnen, dass sie ganze 0 Sterne? nee, brauche ich nicht, okay.) Also gut, sie darf versagen und andere nicht. Die werden auch nicht gelobt, wenn sie für Essen sorgen, sondern beschimpft, weil sie so wenig holten. Nee, so geht das ja auch nciht!

Dann das schönste und zugleich durchtriebendste überhaupt. Sarah Dingens ging – nach dem sie die gefühlte 10 Prüfung ablehnte – zu Dr. Bob und wollte aus medizinischen Gründen Essen haben?! Hallo? Essen für sich alleine? Also nciht für die anderen, nein, für sich, sich ganz alleine. Na ja, nee, mir fehlen die Worte.

Die Frau, die jedem ins Wort fiel, die sich ständig profilierte, die mit ihren Reimen sich positionierte, die eigentlich durch alles immer die Aufmerksam haben wollte, egal, ob es der aussetzende Stuhlgang war oder der jetzt wieder funktionierende Stuhlgang, die eigene Dämmlichkeit, die Selbstzweifel, ach ihr fiel immer wieder etwas Neues ein, um im Mittelpunkt zu stehen. War sicherlich anstrengend, deshalb sah sie das auch nicht ein, dass sie mit ihrem ganzen Engagement so wenig Respekt von ihren Mitbewohnern bekam. Die, die trotz verweigerter Prüfung Sarah in den Arm nahmen und sie trösteten, bis ihnen die Ausflüchte zu komisch vorkamen und sie dann doch nicht mehr wollten. Aber grundsätzlich hat sich jeder ihr gegenüber fair verhalten, und dass man in einem Team, in einer Gruppe sich eingliedern sollte, ist normal. Na ja, zumindenst für alle, die nicht Sarah dingens heißen.

Also, diese Frau wurde nun gebeten zu gehen. Sie sah sich um die restlichen 100.000 Euro betrogen, die sie schon gedanklich ausgab. Also musste sie sich was einfallen lassen. Sie ging zu der Person, die am Labilsten ist: Peer. Ihn bequatschte sie solange, bis er ihr das glaubte, na ja Männer und blonde Frauen sag ich nur. Also fühlte sich Sarah gut und sie wollte weiter kämpfen. Sie hat Peer zwar gerade von jedem Mitbewohner etwas total Schlimmes gesagt, hat jeden in den Dreck gezogen, hat alles das, was jemals negatives in den Medien stand erzählt und gesagt, dass sie das nicht mehr aushält. Super, nun schwang sich Peer als der große Ritter auf. Ihm kam das nicht komisch vor, dass sie ihm das erzählte, dass sie über alle anderen lästerte nur nicht über ihn, und verbündete sich.

Komisch nur, dass die Zuschauer auf einem Mal nicht mehr wissen, was Sarah von Anfang an log, heulte, wenn es gerade passte, lachte, wenn es gerade passte, machte was sie wollte, wenn es gerade passte, sich umarmen ließ, wenn es gerade passte und alle von sich stieß, wenn es gerade passte. Ach  ja, sie hatte für jede Situation eine Lösung – wie sie fand. Dass jetzt die Zuschauer diese Sarah jetzt mit einem anderen Auge sehen, kann ich nicht verstehen. Egal, ob die Aussage, dass die beiden ein Liebespaar spielen wollten oder nicht, wahr ist oder nicht. Spielt nicht jeder von denen dort eine Rolle, versucht nicht jeder dort so gut wie möglich auszusehen, um König zu werden? Und wenn es durch Desinteresse von Rainer, Geklüngel von Peer und Mathieu oder sonst was war. Jeder hat sich etwas ausgedacht, womit er gut leben konnte. Und wenn sich Indira und Jay nicht lieben – na und? Mich interessiert das nicht. Denn die machen das alle nur, weil sie Geld brauchen und sich Aufträge erhoffen, wenn sie wieder draußen sind. Das ist legitim, also warum nicht.

Schlimm finde ich, dass sich Sarah Dingens aufspielt und sich über die anderen erhebt. Die anderen machen das nur wegen Geld! Die anderen wollen nur Aufmerksamkeit! Ja und? Weshalb warst du noch mal im Camp Sarah? Weil du so viele Modelljobs hast? Weil du so stinkreich bist? Weil du so viele andere Jobs hast? Also was ist dein Problem Sarah? Weil die dich nciht haben wollten und dich dazu gewungen haben rauszugehen und du damit keine Chance mehr hast Königin zu werden? Ja, du hast wirklich geglaubt, dass du ohne bestandene Prüfung, mit Rumheulerei und Gezicke Königin wirst. Ja, ich denke Jay hat recht, dass du eingewiesen gehörst. Gut, so hat er das nicht gesagt, er ist da netter. Aber anders kann ich mir das nicht erklären. Irgendwas scheint in deinem Kopf nicht zu funktionieren. Aber du bist nicht alleine, denn die Zuschauer sind auf deinen letzten Akt herein gefallen und sind jetzt sauer auf Jay. Das hast du wenigstens geschafft, denn König wird auch er nicht werden.

Aber was läuft falsch, dass so jemand wie du, so lange so viel Blödsinn machen darf und am Ende dann noch viele auf deiner Seite sind? Vielleicht bin ich auch falsch, weil ich es nicht verstehe. Wer weiß.

Wirkung der Medien

Mittwoch, Januar 26th, 2011


Verwundert blicke ich auf das Fußballgeschehen und auf deren Berichterstattung.

Ein Beispiel ist die Torwartfrage am Anfang der Saison. Veh wollte, dass Drobny geholt wird, weil dieser Torwart bei Hertha BSC teilweise Weltklasse hielt und sich ablösefrei auf dem Markt aufhielt. Warum nicht zugreifen? Zumal Hesl nicht den starken Eindruck eines Kraft bei Bayern vermittelte. Hesl hielt keine Unhaltbaren und strahlte auch nicht aus, dass er das könnte. Einen erfahrenen Torwart verpflichten, der seine Qualitäten im Spiel nach vorne hat, der mitspielt und so eine Abwehr entlasten kann. Aber was wurde daraus gemacht? Gut, es war noch Sommerloch, aber die geäußerte Meinung wurde niemals in Frage gestellt oder revidiert. Also lag es nicht am Sommerloch, sondern an der Art wie Journalismus heutzutage funktioniert. Es musste eine Headline her. Etwas was aufrüttelt und den Fall eines Helden zeigt, wirkt am besten und bringt das meiste Geld. Also wurde „Rost soll entmachtet werden“ geboren. Armin Veh hat zu keiner Zeit gesagt, dass Rost nicht mehr im Tor stehen soll. Bei Veh entscheidet das Leistungsprinzip, wie bei jedem guten Trainer. Also galt das auch für Rost und Drobny. Der bessere Torwart würde spielen. Selbst als Veh sich für Rost entschied, weil er den besseren Eindruck machte, wurden diese Aussagen in Frage gestellt. Das wäre für die ersten Spiele, bis Rost einen Fehler macht und dann würde Veh endlich seinen Torwart installieren. Diese Unterstellungen fand ich schlimm, entbehrten sie doch jeglicher Grundlage. Aussagen, dass Drobny ein paar Spiele bekommen würde, heizte diese Diskussion in den Medien wieder an, obwohl es zum Beispiel in England normal ist, dass in Pokalspielen die Ersatzleute spielen. In Deutschland wartete man täglich auf den Moment, dass Drobny ins Tor kommt. Fast schon traurig reagierte die Presse, als Rost nach seiner Verletzung ohne Diskussion ins Tor zurückkam und es keine Wachablösung gab. Wie herrlich hätten die Headlines klingen können. So war es langweilig und keine Zeile wert.

Der nächste Punkt ist Bastian Reinhardt. Bastian Reinhardt hat keinerlei Erfahrungen als Trainer, Sportdirektor oder im Management. Er kann nur ein Praktikum in der Geschäftsstelle vorweisen. Er ist nicht auf den Mund gefallen, ist intelligent und kann über den Tellerrand schauen, deshalb wurde ihm die Stelle als Assistent angeboten. Er war kein Nationalspieler und er kennt die Mechanismen beim DFB nicht. Das alles ist nicht schlimm, sollte Bastian Reinhardt langsam neben einem Fachmann aufgebaut werden. Er sollte in ein paar Jahren – analog Nerlinger bei Bayern – aufgebaut werden, damit er in diesen Posten hineinwächst. Dieser Fachmann wurde zwar angeheuert, aber dieser ging bevor er anfangen konnte. Also stand Bastian Reinhardt alleine vor einer Mammutaufgabe, immerhin ging es um den sportlichen Bereich beim HSV. Bei kleineren Vereinen, bei denen kein Erfolg erwartet wird, ist eine Installation eines Neulings einfacher und mit weniger Medienaufkommen ruhiger durchzuführen. Beim HSV sind bei jeder Pressekonferenz zu einem Bundesligaspiel mehr Presseleute als zu allen Heimspielen von Freiburg zusammen. Beim HSV kann nicht in Ruhe aufgebaut werden, weil der HSV ein großer Verein ist, dem von allen Seiten auf die Finger geschaut wird. Also suchte der Verein weiter nach einem Fachmann, der Bastian Reinhardt einweisen und die sportlichen Geschicke lenken sollte. Als der Name Günter Netzer erwähnt wurde, sprachen die Medien von einer Demontage Reinhardts. Klingt gut, ist aber völlig falsch. Zumal Reinhardt nicht ersetzt werden sollte, sondern wie von Anfang an besprochen, als Assistent herangeführt werden sollte. Es wurde intensiver mit Sammer gesprochen und wieder wurde von einer Entmachtung Reinhardts gesprochen. Ich weiß nicht, ob durch die Medien oder ob Reinhardt auf die Idee kam, dass er ein gleichwertiger Ersatz für einen erfahrenen Sportdirektor wäre. Er ist es nicht, aber er kann es werden. Das wurde auch nie in Frage gestellt. Nun möchte sich Reinhardt besser positionieren und mal mit der Faust auf den Tisch hauen. Autorität hat man, aber man kündigt es nicht an. Respekt, den Reinhardt einfordert, muss man sich erarbeiten. Seine Außendarstellung hat mit Autorität und Respekt nichts zu tun. Reinhardt ist ein Anfänger – egal, wie oft er mit der Faust auf den Tisch haut. Er kann durch Erfolge auf sich aufmerksam machen. Aber nicht, in dem er sich öffentlich wundert, dass ihm ein Experte an die Seite gestellt werden soll, was von Anfang so geplant war. Dass sich Reinhardt Hoffnung macht irgendwann alleiniger Sportdirektor zu sein, ist löblich, aber dafür sollte er anfangen, an seinem Profil zu arbeiten.

Ich weiß nicht, in wie vielen Medien ein Artikel über Ruuds stand, dass er den HSV im Sommer verlässt. Das wird dargestellt, als wäre es eine Besonderheit, die es zu erzählen gibt. Als Headline macht sie sich auch gut. Aber was steckt dahinter? Ein Ruud van Nistelroy wollte den HSV im Januar verlassen, nach dem dieser ihn aufgebaut hat und nun die Früchte ernten wollte. Hätte man ihn gehen lassen, wäre er bereits jetzt schon weg und nicht erst im Sommer. Ruud erzählt seit einem Jahr, dass er im Frühling überlegen wird, ob er ein Jahr verlängert. Aber bevor der Spieler überlegt, ist doch die Frage, ob der HSV überhaupt an einer Vertragsverlängerung interessiert ist. Immerhin ist seine Torquote für sein Gehalt unterirdisch. Der HSV und die Fans haben sich mehr versprochen und haben sicherlich kein Interesse einen abwanderungswilligen Spieler zu diesen Konditionen zu halten. In den Medien wird über die Nichtverlängerung von Ruud geschrieben, als hätte der HSV die nächste Baustelle. So einen Spieler will in Hamburg keiner sehen. Deshalb wundert mich diese Art der Berichterstattung. Warum wird einem Spieler, der sich sogar freikaufen wollte, so ein Raum gegeben? Grund: Er würde nach seinem Karriereende in Madrid leben wollen. Meine Meinung, ihm wird auch ohne Vertrag ein Haus in Madrid verkauft. Schade nur, dass Ruud eine Plattform bekommt, die einem Vertragsbrüchigen nicht gebührt. Er wurde aufgebaut und ihm wurde ein Vertrauensvorschuss genehmigt, weil auf viele Tore gehofft wurde. Die Tore hat er nicht geschossen, das Vertrauen war ihm egal und er wollte dahin zurück, wo sie ihn vor einem Jahr fortschickten. Aber die Medien haben ein neues Thema und deshalb wird Ruud mit seinen Wechselabsichten zum Ende der Saison groß und breit veröffentlicht.

Die Medien sind für den Sport sehr wichtig, aber sie manipulieren, damit die Quoten stimmen. Hier ist ihnen jedes Mittel recht, aber wer soll da den Überblick behalten und objektiv bleiben? Es wird bei der Fülle an Einflüssen immer schwieriger. Hinzu kommt, dass viele Zeitungen voneinander abschreiben, so dass sich eine falsche Nachricht potenziert und sich als Meinung festigt.

Sieg, Sieg, Sieg! HSV 1 Frankfurt 0

Samstag, Januar 22nd, 2011


Was wurde nicht alles geredet vor diesem Spiel. Alles stand im Mittelpunkt: Sammer, Ruud, nur nicht der Fußball. Zu allem Übel hörte man von Frankfurt die immer länger werdende Verletztenliste. Was im ersten Moment leichter erscheint, wird auf den zweiten Blick umso schwerer. Eine Mannschaft mit so vielen Verletzten stellt sich hinten rein und hoffen auf einen Konter, der sitzt. Mit Gekas und Meier kamen zudem Spieler, die diese Konter oft abschließen konnten. Der HSV war gewarnt.

Auf dem Platz zeigte sich eine Mannschaft ohne Nerven – so schien es. Sie spielte druckvoll, presste Frankfurt in ihre Hälfte, kam zu Chancen und ließ Frankfurt keine Luft zum Atmen. Schade, dass Zé Roberto den Pass von Elia nicht ins Tor traf. Es wäre Ruhe eingekehrt. So drängte der HSV ohne richtig gefährlich vors Tor zu kommen. Es wurden sich immer mal wieder Chancen erarbeitet, aber nicht von der Marke 100%. Frankfurt stand von Minute zu Minute tiefer, doppelte und trippelte. Der HSV versuchte durch viele Wechsel das Frankfurter Bollwerk auseinanderzureißen.

Der HSV ließ sich nicht locken, blieb defensiv immer kompakt, so dass es keine einzige Torchance der Frankfurter gab. Nach vorne war noch Luft nach oben. Pitroipa und Elia wurden mindestens gedoppelt, Ruud ebenso, Ben-Hatira versuchte Löcher zu reißen, was ihm an diesem Tag nicht so gut gelang. Trochowski und Zé fanden keine Lücken, Trochowski wirkte leider oftmals fahrig und überhastet. Seine Sicherheit von seinen letzten Spielen hatte er nicht dabei. Dadurch entstanden ein paar Ballverluste, die für Unruhe und Angriffe der Frankfurter sorgten, aber von der HSV-Abwehr sicher abgefangen wurden.

Kacar und Westermann standen hinten wie auf Schalke sicher und stabil. Es brannte nichts an, jeder Angriff wurde souverän abgefangen. Leider kamen einige abgefangene Bälle von Westermann direkt zum Gegner. Er versucht das Spiel sofort beim Abfangen einzuleiten, was nicht immer gelingt. Aber hieraus entstanden keine gefährlichen Situationen der Frankfurter. Diese Sicherheit wird Westermann aufbauen, wenn er mal ein paar mehr Spiele mit denselben Innenverteidigern und Viererkette spielen kann.

Was mir gefallen hat, war das defensive Denken aller Hamburger. Sei es Ben-Hatira als Stürmer, Elia und Pitroipa als offensive Außen, alle arbeiteten nach hinten mit und machten die Räume für die Frankfurter dicht. Denn Hamburger Fans wissen, wie viele Spiele in der Vergangenheit abliefen. Der HSV war in Spielen gegen schwächere Mannschaften meistens drückend überlegen, sie ließen vorne die Chancen liegen und fingen sich hinten zu viele Tore. So kam es, dass viele Punkte liegen gelassen wurden. Deshalb zerplatzten viele Träume, denn diese Punkte fehlten am Ende.

Aber an diesem Spieltag war es anders, es schien, als wäre ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. Alle liefen und kämpften nach hinten, jeder lief für jeden und vor allem, bei Fehlern wurde dieser von den anderen wieder wett gemacht und nicht gemotzt. Einer lief für den anderen, wann gab es das schon mal?

Leider verletzte sich Kacar in der ersten Halbzeit,  der mit einem tiefen Cut vom Feld musste. Auch Pitroipa blieb in der Pause in der Kabine, da er einen Schlag auf den Oberschenkel bekam. Für Kacar kam Rincon, der auf die rechte Verteidigerposition ging und Demel spielte als Innenverteidiger. Für Pitroipa kam Petric, der auf die Position von Ben-Hatira ging und dieser wechselte auf die Position von Pitroipa.

Der HSV spielte ruhig weiter, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Es wurde immer öfter mit Diagonalpässen probiert die Abwehr auseinander zu reißen. Mehrere Diagonalpässe kamen von Westermann auf Ben-Hatria, der diese sofort auf Ruud weiterspielte. Es wurde mehrmals gefährlich. Auch das Tor wurde so von Westermann eingeleitet. Ein langer Pass von WEstermann, Ben-Hatira nahm den Ball an und drippelte an zwei Verteidigern vorbei und spielte einen flachen Pass in die Mitte. Es lauerten Ruud und Petric und Petric war derjenige, der an den Ball kam und ihn über die Linie drückte.

In den nächsten fünfzehn Minuten spielte der HSV ruhig weiter und ließ nichts anbrennen. Frankfurt erhöhte zum Ende den Druck und jetzt ließ sich der HSV beeindrucken. Die Ruhe fehlte ein wenig, viele unnötige Ballverluste luden die Frankfurter immer wieder ein. Aber die Abwehr steht, die Defensive funktioniert, denn es wurde keine Torchance mehr zugelassen. Rost hat ein paar lange Bälle auf die Frankfurter Stürmer wie gewohnt sicher abgefangen und war ein sicherer Rückhalt.

Es bleibt zu sagen. Es war ein ganz wichtiger Sieg. Ein Sieg, der vor Jahren nicht eingefahren worden wäre. Dieses Mal kämpften die Hamburger bis zur letzten Minute und sie liessen sich zurecht von den Fans feiern. Es war der dritte Sieg und wenn das der Beginn einer weiteren Siegesserie war, umso besser.

Nur der HSV!

Der Hammer: Sammer

Dienstag, Januar 18th, 2011


Matthias Sammer ist ab sofort Sportdirektor beim HSV. Keine Personalie hat mich in den letzten zehn Jahren so vom Hocker gehauen, wie eben dieser Matthias Sammer. Nun wird alles gut! Ihm traue ich das Wunder zu.

Als erstes bewundere ich Herrn Sammer, dass er sich so einen guten Ruf erarbeiten konnte. Alle, ausnahmslos alle, sind mit diesem Zugang einverstanden. Sogar unser aller Idol Uns Uwe ist erfreut und kann sich positiv über den HSV äußern. Zuletzt gab es für ihn immer mehr Schwachstellen im System, die er anprangerte. Aber Sammer hält er für den richten Mann. Gegner erblassen vor Neid und die Fans liegen sich in den Armen. Was hat dieser Mann, dass ihm alle den großen Wurf beim HSV zutrauen?

Er war erfolgreich als Spieler und Trainer. Hat zuletzt erfolgreich beim DFB als Sportdirektor gearbeitet. Auch als Fernsehkommentator hat er stets eine sehr gute Figur gemacht. Seine Aussagen haben Gehalt, sind fundiert, haben einen Mehrwert und kann er begründen. Mit Sammer gibt es kein Rumeiern, sondern eine konsequente Verfolgung von Zielen. Mit ihm kommt der Erfolg. Und alle HSV-Fans und Sympathisanten wünschen sich nichts sehnlicher als den Erfolg der 80er Jahre. Endlich wieder am Rathaus feiern.

Die Erwartungshaltung war bereits vor Sammers Ankunft in Hamburg allgegenwertig. Von ihm wird erwartet,

  • dass sich Hoffmann durch seine Anwesenheit in das wirtschaftliche Feld zurückzieht.
  • dass der Aufsichtsrat nur noch intern spricht und keiner Informationen heimlich an die Presse oder die Medien verkauft.
  • dass die Nachwuchsarbeit Früchte trägt und wir bald 11 Sons auf dem Platz laufen haben.
  • dass sich die Mannschaft als Team findet und entsprechend auftritt.
  • dass alle Nachwuchsmannschaften erfolgreicher arbeiten. Zum Beispiel die Zweite Mannschaft sollte aufsteigen, um dem Nachwuchs einen optimaleren Aufbau zu gewährleisten.
  • dass die Mannschaft nicht mehr im Fokus der Medien steht. Denn es gibt immer positive und negative Phasen, aber derzeit wurde nach jedem Spiel alles schlecht und nach jedem guten Spiel alles gut geredet. Aber es kann nicht sein, dass eine Mentalität in Ordnung ist, wenn man gegen Mainz gewinnt, aber im nächsten Spiel nicht mehr vorhanden ist, wenn eine Niederlage folgt. Hier wird von Sammer erwartet, dass er als Puffer fungiert und die Kritik abfängt. Intern wird er der Mannschaft mitteilen, was zu sagen ist, aber nach außen steht er für den Erfolg.
  • dass in ein paar Jahren wieder Meisterschaften gefeiert werden.
  • dass Pokalsiege gefeiert werden und wenn möglich dauerhaft der Sprung in die Champions League Plätze.

Es ist viel, was von ihm erwartet wird und er kann sich ein Denkmal bauen. Kommt er mit diesem Druck zurecht, kann er Erfolge vorweisen, wird man ihn in Hamburg nie vergessen.

Sammer wird mit viel Macht ausgestattet, um die notwendigen Schritte einzuleiten. Da sehe ich einen Schwachpunkt. Es ist richtig, dass Sammer diese Macht erhält, aber ich hoffe, er geht damit vorsichtig um. Einzureißen, um des Einreißens willen, wäre kontraproduktiv und würde Kritiker auf den Plan rufen, die sich bis dato in freudiger Erwartung zurücklehnen. Es wurden in den letzten Jahren einige Verbesserungen auf den Weg gebracht und die ersten Früchte wurden geerntet. Das sollte nicht alles in einer Sekunde eingerissen werden.

Schafft es Sammer hier einen Weg zu gehen, der den Erfolg garantiert, aber noch Fundamente stehen lässt, sehe ich den nächsten Jahren, ach was sage ich, Jahrzehnten freudig und erwartungsvoll entgegen. Mit offensiven und erfolgreichen Spielen, die der HSV ausnahmslos für sich entscheidet. Ich sehe den HSV in der Champions League eine immer größere Rolle spielen, denn die letzten Auftritte in der Königsklasse mussten unter „Erfahrung gesammelt“ abgehakt werden. Ich sehe die gegnerischen Mannschaften zittern, wenn unsere Mannschaft ins Stadion einläuft. Und wir gewinnen Pokale und Meisterschalen. Pst, nicht wecken.

Armin Veh – (k)ein HSV-Trainer

Dienstag, Januar 18th, 2011


Armin Veh kam im Sommer 2010 zum HSV. Sein Ruf war zwiegespalten und seine Erfolge wechselten sich mit seinen Misserfolgen ab. Er wurde der nächste HSV-Trainer und sollte es besser als seine Vorgänger machen.

Der Werdegang von Veh als Trainer.
Er schaffte mit Augsburg und Reutlingen den Aufstieg in die 2. Liga. Mit Hansa Rostock verbuchte er den Nichtabstieg. Mit dem VfB Stuttgart erreichte er im ersten Jahr einen 9. Platz, um im zweiten Jahr die Deutsche Meisterschaft und den Einzug ins Pokalfinale zu feiern. Im Jahr nach der Meisterschaft musste seine junge Mannschaft mit dem Druck zurechtzukommen und belegte am Ende den 6. Platz. Im Jahr drauf trennte sich der VfB von ihrem Trainer. Das Kapitel Wolfsburg war eines, bei dem Veh nur verlieren konnte. Jeder erwartete die Meisterschaft und am besten viele Siege in der Champions League. Veh übernahm eine Mannschaft, die auf Felix Magath als Trainer zugeschnitten war und dem Erfolgsdruck nicht standhielt. Nach einem halben Jahr wurde er freigestellt.

Was zeichnet Armin Veh als Trainer aus?
Armin Veh hat ein Auge für Talente und etabliert junge Spieler. In dem Zusammenhang wird Mario Gomez stellvertretend genannt. Veh möchte spielerisch gewinnen. Seine Mannschaft soll Druck ausüben und das Spiel kontrollieren.

Die Situation beim HSV
Beim HSV wurden die Trainer reihenweise entlassen, die Erwartungshaltung ist gigantisch, denn Champions League sollte es mindestens sein. Unzufriedenheit herrscht, wenn die Mannschaft sich hinten reinstellt und mit Glück gewinnt. Die Siege sollen herausgespielt sein. Dreckige Siege werden wie Niederlagen betrachtet. In der Führungsetage herrscht Unruhe. Armin Veh plante mit einem Urs Siegenthaler, dem Bastian Reinhardt zur Seite steht. Zur Vorbereitung waren diese Pläne Makulatur. Zumindest Bastian Reinhardt blieb ihm erhalten, aber dieser konnte ihm als Neuling anfangs keine große Hilfe sein.

Saisonverlauf
Die ersten beiden Spiele wurden gewonnen und der HSV spielte offensiv stark und defensiv mit Schwächen. Es folgten Begegnungen, in denen die Schwäche des HSV zu Tage trat. Trafen sie auf tief stehende Gegner, fiel der Mannschaft nicht viel ein. In solchen Spielen dürfen sich in der Verteidigung keine Fehler erlaubt werden. Aber Gegentore fielen durch individuelle Fehler oder schwachem Defensiverhalten. So folgten zwei Unentschieden sowie zwei Niederlagen gegen offensivstarke Mannschaften wie Bremen und Wolfsburg. Der HSV schien sich zu fangen, gewann zwei Spiele, ohne zu glänzen. Gegen Bayern spielte die Mannschaft unentschieden, was erst wie ein Sieg gefeiert wurde, aber nach den weiteren Ergebnissen von Bayern als Niederlage gewertet werden muss. Es folgten Niederlagen gegen Köln, Dortmund, Hannover, Freiburg und Leverkusen, die den Fans weh taten. Da konnten die Siege gegen Hoffenheim, Stuttgart und Gladbach nicht wirklich viel retten.

Leistungen des Trainers
Armin Veh zog sich gleich ein paar junge Spieler hoch. Er überraschte viele mit den Personalien Son und Besic. Beim HSV bereits viele junge Spieler: Torun, Choupo-Moting, Aogo, Diekmeier, Stepanek, Pressel, Elia, Tesche und Kacar. Keiner konnte nachvollziehen, dass er zusätzlich zwei 18-jährige Talente mit in den Profikader nahm. Aber mit diesen beiden Spielern bewies Armin Veh sein Auge für Talente. Nicht nur Son, sondern auch Besic überzeugte.
Armin Veh schaffte es, aus einem zappeligen Pitroipa, einen konstanten und gefährlichen Angreifer zu formen. Pitroipa spielte in der Startelf und rechtfertigte das Vertrauen mit guten Leistungen. Sein Tor gegen Bremen war Weltklasse. Pitroipa schießt noch zu wenig Tore, ist aber neben Zé Roberto der beste Torvorbereiter.
Armin Veh hat Spielern eine Pause gegönnt, wenn diese sie benötigten, und hat sie spielen lassen, wenn sie fit waren. Er scheint zu wissen, wann welcher Spieler welchen Einsatz benötigt. Auch seine Wechsel während des Spiels waren nachvollziehbar und zur rechten Zeit.
Armin Veh hat ein Auge für das Spiel der Gegner. Der HSV kam jedes Mal gestärkt aus der Halbzeitpause. Die Leistungen vor und nach der Halbzeit zeigen, dass Veh die richtige Ansprache bei den Spielern trifft. Diese Steigerung nach der Pause sehe ich sonst nur bei Dortmund.
Die Analysen von Veh sind ehrlich und auf den Punkt. Er redet nicht drum herum und hat Humor. Aber er ist nicht nur nett. Die Aktion gegen Trochowski direkt auf dem Platz nach der Niederlage gegen Werder, war diskussionswürdig. Ich fand die Reaktion menschlich. Trochowski ist ein begnadeter Techniker, der dreimal in ein unnötiges Dribbling ging und durch den Ballverlust drei gefährliche Konter einleitete. Der letzte Konter war der Siegtreffer von Bremen. Nach dieser Aktion wirkte Trochowski erwachsener. Er zeigte sich im Training und bekam seine Chance. In den anschließenden Spielen zauberte Trochowski nicht mehr, sondern konzentrierte sich auf das Spiel und spielte sachlich und gut. Seine Leistung war auf einem konstant gutem Niveau, die er so beim HSV noch nie zeigen konnte. Armin Veh kitzelte aus Trochowski heraus, was vor ihm keiner schaffte. Veh bewies auch, dass er junge Spieler aufbaut und für das Spiel richtig einstellt. Das zeigten die sehr gute Leistungen, von Son, Torun, Ben-Hatira oder Choupo-Moting.

Kritikpunkte
Er hielt zulange an Zé Roberto als Linksverteidiger fest. Hat mit dem 4-2-3-1 System für Aufregung gesorgt und wechselte Mitte der Hinrunde auf 4-4-2 zurück. Er ließ Sowah nicht spielen und auch einen Besic nur, wenn es die Situation erforderte. Er machte den Neuzugang Westermann zum Kapitän, was den Druck auf ihn erhöhte. Westermann ist einer der besten Verteidiger laut Statistik, allerdings erlaubt er sich in fast jedem Spiel Klopper, die ihm die Fans verübeln und seine Leistung schmälern.

Der Trainer wird bei einer Großzahl der Fans sehr kritisch gesehen und sie möchten ihn lieber heute als morgen austauschen. Das allerdings kann ich nicht nachvollziehen.

Jeder Trainer benötigt eine Einarbeitungsphase, in der sich die Mannschaft an die Vorgaben des Trainers gewöhnt und einstellt. Der HSV hatte so viele Verletzte, wie sonst keiner in der Bundesliga. Es gab kein Spiel, in dem mit derselben Mannschaft gespielt werden könnte. Automatismen stellten sich nicht ein und die Niederlagen verunsicherte die Mannschaft zusätzlich. Armin Veh konnte nicht zeigen, zu was seine Mannschaft fähig ist, wenn sie von Verletzungen verschont bleibt und sie sich einspielen und finden kann.

Ich würde mir wünschen, dass man die Rückrunde abwartet und Armin Veh mehr Vertrauen entgegen bringt. Anlaufschwierigkeiten hatten auch Trainer wie van Gaal oder Jürgen Klopp. Gerade bei Klopp sieht man, was es heißt an einem Trainer festzuhalten, auch wenn der Beginn holprig war.

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Ruud Rückrunde real oder Real?

Montag, Januar 17th, 2011


Beim Spiel HSV gegen Ajax saß ich im Stadion. Die Mannschaft spielte super, war in allen Belangen überlegen. Spielte kompakt und schnell nach vorne. Ruud wurde bedient und er bedankte sich auf seine Weise: mit drei Toren. Ich staunte über die Fitness und über sein Engagement. Seine Fähigkeit den Ball abzuschirmen und so lange zu halten, bis er seine Mitspieler einsetzen kann, ist einzigartig. Keiner sonst beim HSV kann das so gut wie er. Als sich die Mannschaft bei ihrem Publikum bedankte, geht sie wie immer in die Nordkurve. Allein Ruud ging eine Stadionrunde und bedankte sich bei allen. Ich zollte ihm insgeheim ein Lob, denn das würde ich von allen Spielern gerne sehen. Ich dachte noch so bei mir, der identifiziert sich mit dem Verein. Davon sollten sich so manche eine Scheibe abschneiden.

Vor meinem geistigen Auge sah ich die Aufholjagd. Die Mannschaft zeigte sich geschlossen und ich sah Spieler wie Elia sehr viel nach hinten laufen. Bei Ballverlust wurde nachgegangen. Das war ein Verhalten, was ich lange nicht sah beim HSV. Warum könnte nicht mal der HSV in der Rückrunde für Furore sorgen, waren es sonst andere Vereine wie Stuttgart, Dortmund, Bremen. Der HSV stand meist lange oben, sonnte sich im Licht und wenn andere aufkamen, konnte der HSV nicht mehr zulegen. Die Situation war jetzt anders, denn ausruhen konnte sich keiner, also mussten alle alles geben und dazu waren sie anscheinend bereit. Dazu passte die Leistung von Ruud. Schießt Ruud in der Rückrunde 15 oder mehr Tore, würde es sogar für einen Championsplatz langen. Träumen ist als Fan erlaubt.

Umso geschockter war ich von der Nachricht am Freitag. Ruud wird von Real umgarnt und dieser ist nicht abgeneigt. Die Medien berichteten sogar von einem Boykott des Spielers, bekäme er die Freigabe nicht. Ein Traum zerplatze, aber noch gab es keine sicheren Meldungen auch der HSV hat noch nichts vermeldet. Es blieb eine Resthoffnung, dass alles eine Ente ist oder sich der 1. April vertan hat oder Schalke ein Störfeuer versuchte. Aber nach dem Spiel gegen Schalke wurde Ruud interviewt. Er lässt die Berater arbeiten und wünscht sich Klarheit vom Verein. Real lässt ihn überlegen.

Natürlich kann ich es verstehen, dass er überlegt. Denn es ist ja nicht nur Real Madrid, sondern auch Mourinho. Mourinho ist der beste Trainer der Welt, Real Madrid der beste Verein der Welt. Mit Mourinho sind Titel vorprogrammiert, vielleicht sogar der CL Sieg, den Ruud nicht sein eigen nennen kann. Nun benötigt Real Madrid für die nächsten Wochen einen Ersatz für ihren etatmäßigen Stürmer, der sich verletzt hat. Ruud ist so fit, wie lange nicht, dank der akribischen Trainingspläne in Deutschland. Mit dieser Fitness, seinen Spielen, die er für den HSV absolvierte und seinen Toren, wäre er in der Lage auch dort zu treffen. Zumal die Gegner in der Spanischen Liga nicht so stark und ausgeglichen sind, wie die Bundesliga. Er würde treffen und das nicht wenig. Bei Real spielt er um die Meisterschaft, um den Pokal und um die Cl. Was spricht für den HSV?

Für den HSV spricht, dass dieser Verein mit seinen Fans da waren, als ihn keiner mehr wollte. Als er am Boden war, zwei Jahre verletzungsbedingt nicht mehr auflaufen konnte, nicht fit war und in dem Zustand keine Chance bei den Madrilenen hatte. Der damalige Trainer legte Ruud keine Steine in den Weg, sollte er wechseln wollen. Der HSV lag Ruud von Anfang an zu Füßen. Sie verziehen ihm Fehlschüsse, schlechtere Spiele und eine Eingewöhnungszeit. Denn allen war klar, dass Ruud erst wieder auf die Beine kommen muss. Er braucht Spielpraxis, um zu zeigen, was er noch kann. Der HSV hat immer an ihm festgehalten, baute ihn auf. Ruud ist so fit, wie noch nie beim HSV. Er spielt gut mit, kennt die Bundesliga, kennt seine Mitspieler und das Spiel wird mehr und mehr auf ihn zugeschnitten. Wo alles zu passen schien, will er weg.

Ich war begeistert von Ruud und bin es noch. Aber Ruud hat im ersten Jahr beim HSV nicht seine optimale Leistung gezeigt, nicht zeigen können. In mehreren Spielen hatte er den Siegtreffer oder den Anschlusstreffer auf dem Fuß, aber er zeigte Nerven. Er war nicht topfit, was in diesen Situationen erkennbar war. Aber ich ließ ihn gewähren, wusste ich doch, dass er uns das zurückgeben würde. Uns den Fans und uns dem Verein. Ich wusste, dass er wie gegen Schalke, der Matchwinner sein wird. Noch viel öfter, als bisher. Ich verzieh im Querschläger gegen Bremen, denn hätte er seine Chance dort genutzt, wären wir nicht als Verlierer vom Platz gegangen. Aber ich sah immer sein Potenzial, seine Steigerung von Spiel zu Spiel.

Und nun, wo er kurz davor stand mit dem HSV Großes zu leisten, nun möchte er weg. Ich träumte sogar davon, dass Ruud ein Jahr verlängern würde, wenn der HSV sich für die CL qualifiziert. Davon war ich überzeugt. Aber nun das Interview. Seine Augen glänzten, als er von Real sprach. Und wir? Wo bleiben wir? Wo bleiben wir mit unseren Hoffnungen und unseren Träumen? Vergraben? Wer soll seine Rolle einnehmen? Ruud schirmt den Ball ab wie kein Zweiter, Ruud setzt mit klugen Pässen seine Mitspieler manchmal besser ein, als es ein Mittelfeldspieler tun könnte und er schießt Tore. Derzeit ist seine Quote bei 40%, die kann er locker auf 60 – 80% steigern. Er ist jetzt fit. Wenn sich die Mannschaft in einen Rausch spielt, auch über 100%. Was wären das für Zeiten für den HSV.

Und nun kommt Mourinho und Real Madrid und der Dank für den HSV schwindet auf ein Lippenbekenntnis. Er hätte dem HSV viel zu verdanken, aber es hätte schließlich Real Madrid angefragt. Tja, was soll man dazu noch sagen? Der HSV ist nicht Real, aber real wäre mir Ruud lieber.

Verdienter Auswärtssieg auf Schalke

Sonntag, Januar 16th, 2011

Der Anfang war schlecht. Ein Foul an Elia von Metzelder wurde gegen ihn gepfiffen, der erste Angriff der Schalke hätte das 1:0 sein müssen. Da konnten alle HSVer froh sein, dass Huntelaar gerade keinen Lauf hat.
Das hat den HSV wachgerüttelt. Sie spielten nun sicherer. Hinten ließen sie nicht mehr viel zu. Vorne hatte Ben-Hatira die erste Chance. Er lief aufs Tor und schloss ab. Neuer hält gut. Ruud stand in der Mitte im Abseits, deshalb musste es Ben-Hatira selber probieren. Gleich die nächste Chance hinterher. Neuer springt unter einem Eckball durch, Kacar leider vorbei und Ruud kann ihn nur über die Latte lenken. Zwei Minuten später die nächste Chance von Pitroipa. Er läuft auf Neuer zu, in der Mitte steht Ruud frei, aber Pitroipa geht ins Dribbling und lässt sich fallen. Das Dribbling war schwach, die Schwalbe noch schwächer. Das waren drei Chancen in drei Minuten und es hätte 0:2 stehen müssen.

Schon jetzt wird deutlich, dass Kacar heute ganz wichtig ist. Er gewinnt alle Zweikämpfe, egal ob in der Luft oder am Boden. Er strahlt eine Ruhe aus, die allen gut tut. Trotzdem gab es immer wieder Situationen. Ein schnellausgeführter Freistoß der Schalker kann Westermann in letzter Sekunden klären. Er stand alleine mit zwei Schalkern.

Die Chancen der Schalker werden leichtfertig vergeben oder der HSV stand gut. Elia bereitet die nächste Chance vor, aber der Ball von Pitroipa ist zu lang für Ruud.

In der Abwehr werden immer wieder Bälle nicht klar geklärt. Sie versuchen den Ball im Spiel zu halten und Situationen spielerisch zu lösen. Nicht immer gelingt dieses und der Ball wird dem Gegner geschenkt.

In der 26. Minute die nächste Chance, aber ein Kopfball von Ruud wird auf der Linie von einem Schalker geklärt. Der Nachschuss ging in die Wolken.

Nach einer halben Stunde kann festgehalten werden, dass der HSV kompakt und sicher steht. Sie machen einen selbstbewussten Eindruck, spielen klar und schnell nach vorne. Diese Leistung hätte ich ihnen nach den Turbulenzen in den letzten Tagen nicht zugetraut. Trotzdem hat der HSV auch Glück. Einen abgefälschten Schuss von Zé Roberto kann Rost entschärfen, den Befreiungsschlag schießt Kacar Elia an die Hand. Aber es war aus kurzer Distanz und zurecht wurde kein Elfmeter gepfiffen.

Neben Kacar ist auch Aogo sehr auffällig. Er hält seine Seite dicht, greift seine Gegenspieler an und gewinnt jeden Zweikampf oder kann die Flanken entschärfen. So gut hätte ich ihn nach seiner langen Verletzung nicht erwartet.

Der HSV spielt weiter nach vorne und setzt Schalke unter Druck, aber es wird nicht mehr gefährlich. Ballbesitz der Hamburger liegt bei 70%. Aber in dieser Kategorie war Hamburg auch in der Hinrunde führend.

Den Schalkern fällt nicht viel ein. Sie spielen einen langen Ball nach dem anderen. Aber mit Kacar und Westermann ist mit hohen Bällen nichts zu holen. Auch Rost kann viele lange Bälle abfangen. Bis zur Halbzeitpause kam nicht mehr viel. Das Spiel beruhigte sich etwas.

Nach der Halbzeit war ich gespannt, ob Schalke einen Gang zulegen würden. Denn so wenig wie von Schalke in der ersten Halbzeit kam, konnte es ja nicht weitergehen. Aber nach der Pause schien es, dass die Schalker um den besten Fehlpass spielten. Jeder Angriff der Schalker wurde den Hamburgern geschenkt. Leider wurde das nicht genutzt. Nach vorne war Hamburg kurz nach der Pause nicht durchschlagskräftig genug.

Elia hat die nächste Chance, aber lässt auch diese liegen. Man kann nur hoffen, dass sich das nicht rächt. Aber da der HSV hinten weiter sicher stand, schien es nicht so, als würde Schalke ein Tor schießen können.

Die HSV Anhänger jubeln in der 53. Minute. Ruud hat mal wieder zugeschlagen. Eine gute Flanke von Demel drückt er zwischen Neuer und Pfosten ein. Die Diskussion, ob es Hand war oder nicht, kann ich nicht nachvollziehen.

Der HSV führt und spielt das nun herunter. Nach vorne wird nicht mehr viel gemacht. Auch hier hofft man als Fan, dass sich das nicht rächt. Aber die Harmlosigkeit der Schalker verwundert. Kein Aufbäumen, kein Kämpfen, keine Chancen, nichts.

Schalke kann nicht zulegen und der HSV macht nur so viel, wie nötig. Hat alles im Griff, spielt souverän. Auf eine Drangphase von zwei Minuten antwortet der HSV sofort mit Gegenangriffen. Hier zeigt sich Zé Roberto zum ersten Mal, ansonsten blieb er blass.

Mit zwei Wechseln nimmt der HSV noch Zeit von der Uhr. Und dann ist der Auswärtssieg perfekt!

Den Ankündigungen der Spieler folgten Taten. Jeder lief für den anderen. Bei Ballverlusten wurde sofort hinterher gelaufen und der Gegner angegriffen. So konnten sich viele Bälle umgehend zurückerobert werden. Sehr starke Defensivleistung. Wie gesagt, mit dieser Leistung und vorne noch etwas konsequenter, greift der HSV die CL Plätze an. Der HSV stand kompakt und zu keiner Zeit hatte man wirklich Angst um den HSV. Nach vorne waren die Hamburger gefährlich, aber nicht konsequent genug. Die Zuspiele auf Ruud kamen nicht genau genug. Klappt das besser, gewinnt der HSV diese Spiele eindeutiger und mit mehr Toren.

Sehr gut gespielt haben heute Kacar, Aogo und Ben-Hatira. Demel zeigte eine Steigerung und konnte sogar ein Assist beisteuern. Ze Roberto und Jarolim blieben heute blass, aber rackerten für die Kompaktheit. Pitroipa und Elia konnte nicht ihre erhofften Flankenläufe starten. Elia blieb viel zu oft hängen. Ich frage mich, warum Elia nicht schneller versucht den Ball in die Spitze zu spielen. Stattdessen möchte er den Ball bis zum Mitspieler dribbeln. Aber die Räume werden mit jedem Schritt enger. Pitroipa hätte ein Tor schießen und einmal Ruud bedienen müssen. Er war engagiert und gefährlich, aber für mein Geschmack abgelenkt. Ruud hat gemacht, was er kann, Tore schießen. Aber er war heute nicht bei 100%, was mit dem Trubel verständlich ist. Ben-Hatira war gefährlich, ist viel gelaufen und war an vielen Chancen beteiligt. Westermann war heute etwas nervöser, was hoffentlich an seiner alten Wirkungsstätte lag. Denn ein starker Westermann neben einem noch stärkeren Kacar könnte in den nächsten Spielen der Garant für eine starke Rückrunde sein. Rost hielt, was zu halten war. Ein starker Rückhalt.

Diese Leistung macht Hoffnung auf die nächsten Spiele. Allerdings bleibt ein fader Nachgeschmack, denn Ruud würde das Angebot von Real gerne annehmen. Ich hoffe, dass der HSV stark bleibt, Ruud nicht gehen lässt und Ruud professionell genug ist, um trotzdem eine starke Rückrunde zu spielen. Mit Ruud, der fit ist, kann es weit nach oben gehen in der Tabelle. Aber ohne?

18. Spieltag: S04 – HSV (Vorschau)

Mittwoch, Januar 12th, 2011


Nun ist es endlich so weit. Die Winterpause ist Geschichte und der Fußball rollt wieder. Am Samstagabend wissen wir, was die beiden Testspielsiege zu bedeuten hatten, wie effektiv das Trainingslager war und wie sich die Einzelgespräche von Reinhardt mit allen Spielern auswirkten. Was konnte Veh und sein Trainerteam seinen Mannen vermitteln und wie sehr macht den Spielern das Chaos im Verein zu schaffen?

Die Testspiele waren okay. Das erste Spiel wurde aufgrund der wachsenden Bedeutung vom HSV als Vertreter vom europäischen Fußball viel zu früh vereinbart und hatte keine Aussagekraft. Ein Spiel am zweiten Tag der Vorbereitung. Auch wenn die Winterpause nicht lang war, baut der menschliche Körper trotzdem ab. Die drei Einheiten täglich waren intensiv. So sah das erste Spiel aus. Umso überraschter war ich, als ich die Reaktionen von Fans las, die von der Leistung enttäuscht waren. Medien tragen ihren Teil zum Unmut bei, denn wer dem Reporter von Sport 1 zugehört hat, vernahm, dass auch er davon ausging, dass nach einem Trainingstag der HSV die gegnerische Mannschaft in Grund und Boden spielen würde.

Das Trainingslager sollte die Grundlage für eine Rückrunde mit vielen Siegen werden. Es gab drei Einheiten pro Tag und alle zogen mit. Positiv: Es war wieder Spaß zu erkennen, es wurde zusammengerückt und gearbeitet. Im Taktischen wurde an den Schwachstellen der Hinrunde gearbeitet. Eine weitere Schwachstelle war wohl die Fitness der Mannschaft, denn es kam ein neuer Fitnesscoach. Veh hatte auf seinen letzten Stationen bereits mit ihm zusammengearbeitet. Mit übungen im Schnellkraftbereich, wie Sprints und Steigerungsläufe, wurde die Basis für die Rückrunde gelegt. Armin Veh darf wieder so eine starke Rückrunde spielen, wie damals mit dem VfB Stuttgart, in der Meistersaison. So kann das Ziel der Saison internationaler Platz erreicht werden.

Dem zweiten Testspiel blickten viele Fans ängstlich entgegen. Bei einer Leistung wie im ersten Testspiel würde es zweistellig werden, wurde geunkt. Es kam anders. So wie Armin Veh und Reinhardt vorhersagten. Das zweite Testspiel hat gezeigt: Werden die Schwachstellen der Hinrunde ausgemerzt und geht die Mannschaft ohne Verletzte und fit ins Spiel, sehen wir eine kompakt stehende Mannschaft, die nach vorne mit ihren starken Offensivkräften für Furore sorgt. Ein Ruud, der mit Bällen gefüttert wird, ist immer noch ein Weltklassestürmer. Nur leider wurde Ruud in der Hinrunde zu selten ins Spiel eingebunden. Ein Elia auf links, ein Pitroipa auf rechts und ein sehr stark spielender Ben-Hatira um Ruud herum, haben sehr hohes Niveau, um das uns viele Mannschaften beneiden. Ein gut aufgelegter Zé Roberto lenkt das Spiel von hinten.

Eine weitere Trainingswoche hat die Mannschaft hinter sich, bevor am Samstag gegen Schalke gespielt wird. Dort zeigt es sich, was die Gespräche, das Training, das Trainingslager, die Testspiele bedeuteten.

Es geht gegen einen unbequemen Gegner, der nach Anfangsschwierigkeiten in die Spur fand und den entgegengesetzten Verlauf zum HSV nahm. Der HSV begann gut und ließ zum Ende der Hinrunde nach. Allerdings hatte der HSV auch die meisten Verletzten zu beklagen. Was das bedeuten kann, sehen wir nicht zuletzt bei Werder und Bayern (mit Verletzten) oder bei Dortmund, Mainz, Hannover (ohne Verletzte). Schalke spielte sich ein, weil sie keine Verletzten auf Schlüsselpositionen zu beklagen hatten. Die Mannschaft spielt seit der Saisonvorbereitung im selben System, mit denselben Spielern. Es wurden Automatismen erkennbar, die die Handschrift von Felix Magath zeigen. Dieser Trainer macht aus allem, was er anfasst, Gold. Aber es ist Glück, dass der HSV das erste Spiel in der Rückrunde gegen Schalke spielt. Magath lässt seine Spieler so intensiv trainieren, dass sie am Ende der Saison immer noch zulegen können, aber dafür am Anfang oft Schwierigkeiten haben. Wenn der HSV das ausnutzt und sich durchsetzt, starten wir mit einem Auswärtssieg in die Rückrunde.

Zur Mannschaftsaufstellung:
Ich war begeistert von der Nachricht, dass Kacar gegen Ajax in der Innenverteidigung spielen würde. Auf dieser Position spielte er früher bereits. Sein Auge, sein Kopfballspiel und sein Spielaufbau würden unserer wackeligen Abwehr helfen. Er hat überzeugt und wird auch gegen Schalke als Innenverteidiger neben Westermann spielen. Sollte Demel gegen Schalke so spielen, wie gegen Ajax, würde ich seiner Aufstellung als rechter Verteidiger neutral gegenüberstehen. Allerdings finde ich es schade, dass Veh den Besic nicht aufbietet. Aber der Trainer wird seine Gründe haben. Links ist Aogo gesetzt. Auf der 6er Position ist Zé Roberto gesetzt. Seine Leistung gegen Ajax war überragend. Um die Position neben ihm, streiten sich Jarolim und Trochowski. Jarolim hat, durch die Grippe von Trochowski, die Nase vorn. Trochowski muss den Trainingsrückstand aufholen. Bin gespannt, wie der Trainer entscheidet, wenn Trochowski wieder fit ist. Das offensive Mittelfeld ist rechts mit Pitroipa und links mit Elia top besetzt. Beide in Topform und sie zerlegen jeden Gegner. Als zweite Sturmspitze wird Ben-Hatira neben Ruud auflaufen. Und das nicht nur, weil sich Guerrero verletzt hat. Er hatte durch seine Leistungen die Nase vorn, auch vor Torun und Choupo-Moting. Das freut mich. Damit zeigt Veh, dass ihn jeder mit Leistung überzeugen kann. Das zeigt allen anderen Spielern, die auf der Bank sitzen oder in der Zweiten spielen, dass Leistung honoriert wird. Abschließend möchte ich Ruud lobend erwähnen. Er geht genauso fit in die Rückrunde, wie in die Hinrunde. Dort hatte er bis zu seinen Verletzungen gezeigt, zu was er fähig ist. Unter anderem mit zwei Toren gegen Schalke. Ruud will es noch mal wissen.

Abschließend hoffe ich, dass sich keiner verletzt und die von mir genannte Mannschaft auflaufen kann. Interessant wird die Taktik, die Veh vorgeben wird. Er ließ auswärts oft defensiv spielen, was die Mannschaft hemmte. Der HSV hat seine Stärken in der Offensive und Schalke ist in der Abwehr nicht sattelfest. Mit Uchida fehlt ihnen zudem der rechte Verteidiger.

Hinten kompakt und vorne brilliant und wir gewinnen auf Schalke. Egal, ob dreckig oder an die Wand gespielt, Hauptsache das Auftaktspiel gewinnen.

Nur der HSV!

Diesen Beitrag habe ich auch bei hsv@spox.com veröffentlicht. Wer dort mit diskutieren mag hier entlang.

Weitere Rezension über das Sachbuch Hochbegabung

Dienstag, Januar 11th, 2011

Bei querbeet-gelesen.de gibt es eine Rezension über das Buch „Sind Sie noch Katze oder schon Hund? Hochbegabung nach dem Testergebnis“ zu bestaunen. Sehr interessant zu lesen mit einer anderen Herangehensweise.

Wer sich ein Bild machen und mit diskutieren möchte geht auf den Blog von Andrea Groh:
Rezension „Sind Sie noch Katze oder schon Hund? Hochbegabung nach dem Testergebnis“ von Andrea Groh

Rezension zum Sachbuch Hochbegabung

Mittwoch, Januar 5th, 2011

Eine weitere Rezension über das Buch:

ist mir zu Ohren gekommen, die ich mir natürlich gleich durchlas.

Grundsätzlich sollte es so sein, dass man ein Buch schreibt, von dem man zu hundert Prozent überzeugt ist. Das bin ich. Trotzdem freue ich mich über positive und mache mir Gedanken bei negativen Rezensionen. Deshalb freut es mich, dass die neue Rezension von Nathalie Bromberger positiv war und auch einen interessanten Aspekt mit aufnimmt. Sie führt vom Buch über die generelle Diskussion über das Thema Hochbegabung. Es hat sich seit dem ersten Buch von Andrea Brackmann einiges getan. Mittlerweile gibt es verschiedene Bücher. Anfangs gab es diese im Bereich für Kinder und Jugendliche. Sie richteten sich an die Eltern oder Lehrer. In der ersten Welle wurde vergessen, dass die Hochbegabung sich im Erwachsenenalter nicht auswächst. Sie ist immer noch vorhanden und wer in der Kindheit keinen positiven Umgang mit der Hochbegabung erlernen konnte, kann unter Umständen als Erwachsener leiden ohne zu wissen warum. Deshalb freute ich mich über das zweite Buch von Andrea Brackmann, welches sich an die erwachsenen Hochbegabten wendete. Danach folgten Bücher von Jürgen vom Scheidt, Detlef Scheer, Katharina Fitze und nun auch meines. Aber das ist erst der Anfang. Es werden weitere folgen – zu groß ist der Bedarf und die Notwendigkeit bestimmte Dinge aufzuarbeiten.

Lest die Rezension von Nathalie Bromberger, die sich ihre eigenen Gedanken zu diesem Thema machte:
http://begabung.blogspot.com/2011/01/sind-sie-noch-katze-oder-schon-hund.html