Archive for November, 2010

Manon Garcia in einer Abend Talkshow

Dienstag, November 30th, 2010


Ich werde auf meinen Buchtitel immer wieder angesprochen. Es würde mißverständlich sein, dass die Hunde die Hochbegabten sind und die Katzen die Normalbegabten. Das würde manche vom Kauf und / oder Lesen abhalten. Oder ich werde angesprochen, dass der Untertitel einige vom Kaufen abhält. Denn so würden sich nur einige angesprochen fühlen, die sich bereits haben testen lassen. Aber was wäre mit den Menschen, die sich nicht trauen sich testen zu lassen oder nie auf die Idee kommen würden, sich testen zu lassen?

Tja, was ist in diesen Fällen? Ich kann nur hoffen, dass über den Titel gesprochen wird und im Gespräch dann festgestellt wird, dass der Buchinhalt für den ein oder anderen interessant ist. Ebenso hoffe ich auf viele Rezensionen. Denn bei den acht Rezensionen, die bei amazon eingestellt wurden, kann man schön erkennen, welche Überraschungen das Buch bereit hält. Es beschreibt aus unterschiedlicher Sicht, was den Leser erwartet. Hält der Titel vom Kauf ab, könnten die Rezension eventuell zum Kauf raten. Allerdings ist die Frage, ob sich jemand die Rezensionen durchliest, wenn er beim Titel weiter klickt. Wohl eher nicht. Also kommen wir zum ersten Punkt: Mund zu Mund Propaganda.

Welche Möglichkeiten gibt es das Buch und damit den Titel so bekannt zu machen, dass jeder weiß, was der Buchinhalt ist und für wen das Buch geeignet ist? Eine Rezension in Zeitschriften wäre dazu wohl am Ehesten geeignet. Anschließend müsste ich dann zu Talkshows eingeladen werden, um über mein Buch zu sprechen. Mir würden Fragen gestellt, wie ich auf die Idee kam mein Buch zu schreiben, warum es diesen Titel trägt und keinen anderen usw. Diese würde ich dann vor einem Millionenpublikum beantworten. Tja, so wäre der Buchtitel egal, bzw. sogar medienwirksam. Denn ein interessanter Titel über den gesprochen wird, ist geheimnisvoll. Aber bis ich in die Talkshows eingeladen werde, muss ich mir etwas überlegen. Das werde ich tun und erst wieder auf der Bildfläche erscheinen, wenn ich eine Lösung gefunden habe.

Ich werde abtauchen und ihr könnt solange von meinem Buch reden, euch austauschen und diskutieren. Vielleicht könntet ihr über einen neuen Titel brainstormen und mir das Ergebnis mitteilen, wenn ich wieder auftauche. So hätten wir alle was zu tun und können uns gegenseitig etwas präsentieren. Schöne Vorstellung – also bis dahin. 🙂

Ist Nachhilfe ein Splin, notwendig oder falscher Ehrgeiz?

Donnerstag, November 25th, 2010


In einem Artikel der Sonntagszeitung.ch steht, dass immer mehr Schüler eine zusätzlicher Förderung in Anspruch nehmen. Unter zusätzlicher Förderungen sind auch „Schwächen“ wie Lese- und Rechenschwäche, Sprachstörungen, aber auch spezieller Unterricht für die einzelnen Fächer. Manchmal wird auch eine Hochbegabtenförderung zu diesen zusätzlichen Maßnahmen hinzu gezählt. Das ist ein Trend, der sich nicht nur in der Schweiz heraus kristallisiert, sondern auch in Deutschland immer deutliche Formen annimmt.

Die Zeitschrift vermutet hinter diesen Fördermaßnahmen ehrgeizige Eltern, die nicht einsehen wollen, dass ihre Kinder nicht so gut und leistungsstark wären.

Das allerdings bezweifle ich. Ich spreche von meinen persönlichen Erfahrungen, die ich mit meinem Lerninstitut Ich rechne in Hamburg erfuhr. Meine Spezialisierung lag auf dem Fach Mathematik, was bei vielen Schülern bekanntermaßen ein Angstfach ist. Hunderten Schülern (weiblich wie männlich) kamen zu mir, weil sie drohten das Schuljahr nicht zu schaffen. Es drohte entweder die Wiederholung der Klasse oder sogar der Wechsel auf eine niedrigere Schulform. Meist war nicht nur die Note im Fach Mathematik schlecht, sondern es waren mehrere Fächer. Die Eltern und oftmals auch die Schüler glaubten aber, die anderen Fächer alleine in den Griff zu bekommen. Diesen Schülern wird durch die Notengebung signalisiert, du bist nicht gut genug. Hier wären laut der SonntagsZeitung.ch die Eltern zu ehrgeizig, wenn nun eine Nachhilfe, also eine spezielle Förderung stattfinden würde. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass das nicht zutrifft.

Die Schüler, die bei mir wegen der Mathematiknote waren, wurden innerhalb kürzester Zeit besser. Das waren nicht selten zwei bis drei Noten, die sich die Schüler meist innerhalb eines Halbjahres verbesserten. Mit der besseren Note im Fach Mathematik, der abnehmenden Angst vor dem Fach und/oder Lehrer, stiegen das Selbstvertrauen und die Lust an der Schule. Ich konnte die Uhr danach stellen, dass nach spätestens einem weiteren halben Jahr die Schüler in allen Fächern besser wurden. Mit anderen Worten, die Schüler waren aus Sicht der Schule doch wieder in der Lage dem Unterricht zu folgen. Wie kann es sein, dass man einen Schüler so schnell den Spaß am Lernen wiedergeben kann, dass Schüler im Unterricht wieder folgen können, dass Schüler gute Noten schreiben. Ist es nicht Aufgabe der Schule, diese Leistung heraus zu kitzeln? Es handelt sich hier um Schüler, die von der Schule durchs Rost fallen würden, die den Klassenschnitt senken und dafür sorgen, dass die gesamte Klasse nicht so schnell und zügig arbeiten kann. Genau dieselben Schüler können ein Jahr danach folgen, gehören zum oberen Drittel der Schüler und haben Spaß am Unterricht?

Meine Meinung lautet: So lange die Schule nicht in der Lage ist, auf die Schüler so einzugehen, dass das Optimum heraus geholt werden kann, so lange sind außerschulische Förderungen unausweichlich. Leider ist diese Art der Förderung nicht kostenlos und es kann sich nicht jeder so eine Förderung leisten. Das führt dazu, dass Schüler, deren Eltern das Geld nicht haben oder nicht ausgeben wollen, durchs Raster fallen. In der Schule ist die Förderung grundsätzlich kostenlos, aber sie wird nicht durchgeführt. Es gibt keine Förderung und eine Forderung auch nicht.

Wann wird sich das Schulsystem endlich ändern? Wann wird endlich aufgehört über Anzahl der Glieder zu diskutieren und wann wird angefangen ein Unterricht zu konzipieren, der jeden Schüler als Individuum anspricht? Wie reich muss ein Land sein, um dieses brachliegende Potenzial nicht nutzen zu müssen.

Veh ist der richtige Trainer und muss bleiben

Montag, November 22nd, 2010


Ich höre schon wieder viele, die den Trainer entlassen wollen. Nach einem neuen schreien, um endlich Erfolg zu haben. Das ist kurzsichtig gedacht und wenig zielführend. Wer glaubt denn wirklich, dass alle Trainer, die in den letzten Jahren beim HSV lediglich ein kurzes Gastspiel hatten, schlecht waren? Es waren sicherlich ein paar dabei, die nicht gut waren, aber so schlecht, wie sie gemacht werden, sind sie nicht gewesen. Es gab richtig gute darunter, und Veh ist ein richtig Guter.

Wer von den anderen Trainern hatte denn ein Auge für den Nachwuchs und wer hat dann auch den Mum und Mut gehabt, seine Talente einzusetzen? Veh hat von Anfang an einen Son, einen Besic spielen lassen. Auch Sowah wurde eingesetzt. Wer kann das noch von sich sagen? Ein Martin Jol behauptete zwar, dass er auf den Nachwuchs setzt, aber er hätte Boateng am liebsten nicht eingesetzt, was mit dazu beitrug, dass er sich woanders umsah. Ich glaube, dass das sogar der Anfang von seinen Wechselgedanken war, die sich dann im letzten schlechten Jahr fortsetzten. Aber Veh setzt diese Spieler ein. Er glaubt an sie und gibt ihnen die Kraft. Wer Son und Besic gegen Hannover oder Dortmund spielen sah, weiß wovon ich spreche. Sie trauen sich etwas zu und sind erfolgreich. Jeder Spieler hat die Chance sich bei ihm zu beweisen. Bringt er im Training Leistung wird er auch eingesetzt.

Hinzu kommt, dass er bestehende Spieler so einstellen kann, dass diese Leistungen abrufen, die so noch keiner diesen Spielern abrufen konnte. Ein Beispiel ist Pitroipa. Der Glaube an ihn vom Trainer lässt Pitroipa von Spiel zu Spiel besser werden. ER wird auch noch ein Goalgetter, aber das dürfen wir nicht sofort erwarten. Pitroipa hat unter den letzten Trainern gelitten, wurde ausgelacht und von den Fans ausgepfiffen. Da ist es nicht leicht, den Schalter einfach umzustellen und nun alles besser zu machen. Aber er bereitet immer mehr Tore vor. Der nächste Schritt wird sein, dass er Tore schießt. Ein Trochowski hat in den letzten Spielen eine Konstanz in seinem Spiel, die er so bei keinem anderen Trainer zeigte. Er glänzt nicht mehr nur einmal im Spiel, sondern er spielt konstant sein Spiel und wird immer stabiler.

Veh schafft es eine Mannschaft zusammenzustellen, die immer mehr das Gesicht des Trainers zeigt. Sicherlich wird dabei der eine oder andere ältere Spieler hinten über fallen. Aber das ist auch notwendig und überfällig. Guererro, Petric müssen sich hinterfragen. Auch ein Ze Roberto muss dieses tun, denn es kann nicht sein, dass er nur Leistung bringt, wenn er Chancen auf den Meistertitel sieht. Gegen Dortmund und Hannover war seine Leistung unterirdisch. Zudem hat Ze Roberto am Anfang des Jahres immer so seine Schwierigkeiten wieder in seinen Rhythmus zu kommen. Ein Ruud dagegen ruft immer seine Leistung ab. Er ist immer anspielbereit, erkämpft sich Bälle, behauptet diese und macht keine Alibi Zweikämpfe, um so zu tun, als würde er sich bewegen. Allerdings ist Ruud nicht mehr der Jüngste. Ich hoffe aber, dass er wieder in die Spur findet und seine Tore noch schießen wird. Wenn er aber mit seiner Präsenz dazu beiträgt, dass die Jungen die Tore schießen, wäre mir das auch egal.

Hätte Sam gewusst, dass Armin Veh jungen Spielern eine Chance gibt und diesen auch Spielpraxis gibt, hätte er sich vielleicht anders entschieden und würde jetzt beim HSV spielen. Sidney Sam hat sich gegen den HSV entschieden, weil Talente beim HSV keine Chance haben. Er ging zu Leverkusen, weil dort traditionell auf junge Talente gesetzt wird. Wie schön wäre es, wenn das auch über den HSV gesagt werden würde. Es wäre ein enormer Imagewechsel.

Bin gespannt, wie Veh im nächsten Spiel spielen lassen wird. Aogo trainiert wieder mit dem Ball, aber ich denke nicht, dass er im nächsten Spiel schon fit ist. Leider ist wohl Sowah nicht so nah an der ersten Mannschaft, wie alle hoffen würden. Denn Ze Roberto hat keine Lust mehr auf diese Position und zeigt das leider viel zu deutlich. Ich glaube, dass das Mittelfeld und der Sturm anders aussehen wird. Son wird neben Ruud vorne stürmen, Pitroipa und Elia die Flügel beackern. Trochowski und Jarolim werden hinten aufräumen. Die Abwehr wird nicht anders aussehen, weil es keine Alternativen gibt. Ausser Benjamin wird fit und kann für Rincon hinten spielen. Dann würde ich Rincon für Jarolim spielen lassen. Gegen München und Mainz hat Rincon gezeigt, zu was er fähig ist. Geben wir ihm die Zeit da wieder hinzukommen.

Bleibt ruhig und vertraut Veh. Er wird aus dem HSV etwas machen, aber dafür müssen wir ihm Kredit einräumen. Er wird die Jungen einbauen, er wird eine Mannschaft formen, die endlich auch kämpft und ackert, wenn es sein muss, die aber auch zaubern kann. Armin Veh wird es schaffen, wenn wir ihn lassen!

Unglückliche HSV Niederlage in Hannover

Sonntag, November 21st, 2010


Leider konnte ich das Spiel nur in der Konferenz bei Sky sehen, da ich in Berlin unterwegs war. Schade, ich hätte den couragierten und engagierten Auftritt dieser jungen Mannschaft gerne gesehen. Laut Berichten und Reaktionen hat der HSV gut gespielt und hat durch drei individuelle Fehler verloren. Besic – 1. Tor, Drobny – 2. Tor, Rincon – 3. Tor. Nun ist Besic (18) ein Debütant in der Startelf und mit seinem zweiten Bundesligaspiel noch am Anfang seiner Karriere. Drobny hat keine Spielpraxis. Seine Souveränität, die er in dem erfolgreichen Jahr von Berlin hatte, hat er derzeit nicht. Rincon spielte als linker Verteidiger und hat auch erst ein paar Spiele auf dem Buckel. Es ist natürlich schade und bitter, dass durch diese Fehler gleich Tore entstanden, aber ich sage mir, lieber mit einer jungen Mannschaft verlieren, die alles für den Verein gibt, als mit arrivierten, alten Hasen, die sich nicht bewegen. Dass ausgerechnet die erfahrenen Spieler nicht an ihre Leistungsgrenze gingen oder kamen, ist erstaunlich und für mich richtungsweisend. Wo war ein Guerrero, Petric, Ze Roberto? Einzig Westermann versuchte voran zu gehen und mitzureißen. Aber ein Westermann alleine ist zu wenig. Die besten Spieler waren die Jungen: Besic, Rincon, Pitroipa, Son. Trochowski scheint sich zu stabilisieren und sich zu entwickeln. Die 6-er Position scheint ihm zu liegen. Er hat das Spiel vor sich, sieht die Räume und kann seine Mitspieler einsetzen. Auf der 10-er Position habe ich manchmal den Eindruck es geht ihm zu schnell und seine Mitspieler stehen im zu nah auf den Füßen. Damit kann er nichts anfangen. Bin gespannt, ob sich Trochowski ähnlich wie ein Schweinsteiger auf der 6-er Position entwickeln kann. Ich würde es ihm wünschen, aber ich bezweifle, dass sein Engagement über diese Saison hinausgeht.

HSV verliert 2:0 in Dortmund

Samstag, November 13th, 2010


Deshalb fordere ich, den Wechsel bereits jetzt einzuleiten. Warum die jungen Talente länger auf der Bank verschmoren lassen. Jetzt die Talente spielen lassen, ihnen Mut geben, sie Fehler machen lassen und so für die Rückrunde oder für die nächste Saison vorbereiten. Dann kann es vielleicht endlich mal wieder klappen. Für mich sollten beim nächsten Spiel – ohne weitere Verletzte – folgende Spieler spielen:

Drobny
Besic – Westermann – Mathijsen – Benjamin
Rincon – Ze Roberto
Pitroipa – Son
Choupo-Moting – Petric/Guerrero

Die Leistung war indiskutabel. Man kann verlieren, aber nicht ohne Gegenwehr. Wo war der Kampfgeist in Hälfte Zwei? Nichts zu sehen. Petric hat 90 Minuten lang nicht einen Ball annehmen und halten können, geschweige denn gleich weiter spielen auf einen Mitspieler. Guerrero wacht immer nur zehn Minuten vor der Halbzeitpause auf, um seiner Auswechslung vorzubeugen und dem Trainer weis zu machen, dass er zweite Halbzeit zulegen wird. Leider kommt da aber nichts mehr nach. Trochowski hat mal wieder gezeigt, dass er keine Alternative im Mittelfeld ist. Die letzten Spiele habe ich alle Augen zugedrückt, weil ich dachte, er muss sich mal einspielen, er wird besser und sicherer und nachdem ich ihn auch so gelobt habe, kommt gar nichts mehr. Nichts. Pitroipa haben sie viel zu wenig gesucht und ihm ist nach seiner Verletzungspause auch nicht viel geglückt. Aber ich sehe auch keinen in der Mannschaft, der ihn aufbaut, der ihn aufmuntert trotzdem weiter zu machen. Stattdessen guckt er ängstlich zu seinen Mitspielern, die ihn kopfschütteln oder gar nicht ansehen. Dann sind wir beim defensiven Mittelfeld. Jarolim ist nicht mein Lieblingsspieler, aber seine Leistung gegen Hoffenheim – boah – da habe ich gedacht, jetzt greift er an, jetzt spielt er gut und zügig und reißt alle mit. Leider hielt das nur ein Spiel. Kacar fällt mir eigentlich immer nur im Sturm auf, obwohl er auf rechts oft seine Seite dicht gemacht hat. Seine schlechte Kritik kann ich nicht ganz verstehen. Das habe ich nicht so gesehen. Immerhin spielt er vor Demel und von ihm ist nichts zu erwarten. Kacar ist viel gelaufen und hat seine Seite dicht gemacht, so lange er konnte. Die Abwehr. Demel – nein bitte nicht noch mal. Lasst da egal wen spielen und mit Besic haben wir doch einen tollen Nachwuchsmann, der nicht mehr falsch machen kann als Demel. Demel will ich nicht mehr sehen. Besic dort spielen lassen. Bundesligaluft schnuppern lassen und ab nächste Saison in der Innenverteidigung. Ze Roberto musste – weil sonst keiner nach vorne etwas machte – das Spiel antreiben und hat dadurch seine Position verlassen. Das hat Klopp gut erkannt und auch durch seine Spieler gut ausnutzen lassen. Aber warum Jarolim, Guerrero oder Pitroipa nicht hinten dicht machen, wenn Ze nach vorne geht – ein Rätsel. Tja, leider spielt Westermann nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Ich hatte mir mehr Stabilität erhofft, aber leider habe ich mittlerweile eigentlich mehr Angst vor seinen Klöppen, die er regelmäßig bringt, als dass ich mich freue, dass wir ihn als sichere Bank hinten drin stehen habe. Mathijsen ist so langsam, dass er freiwillig immer das Abseits aufhebt, weil er einen Vorsprung vor seinen Gegenspielern haben möchte. Es fehlt die Souveränität. Drobny ist eine arme Sau, die hält, was er halten kann, aber trotzdem immer die Hütte voll bekommt.

Armin Veh, wenn nicht jetzt, wann dann? Sie machen sehr viel richtig, ich finde ihre Auswechslungen gut und nachvollziehbar, sie legen Wert auf Leistung und Einsatz. Dann handeln sie und geben den Jungen eine Chance. Kann es denn schlechter kommen? Dass Sie gegen Dortmund die „Alten“ haben spielen lassen, kann ich verstehen, ein Ausrutscher mit den Jungen hätte sie wohl den Kopf gekostet. Aber jetzt ist doch der Zug erstmal abgefahren. Basteln Sie sich eine junge Truppe zusammen und lassen sie die Jungs kämpfen und spielen. Geben Sie denen Kredit und lassen sie sie Fehler machen. Aber sie können ja mit jungen Spielern umgehen. Das zeigt ein Son, ein Besic, ein Pitroipa. Warum Sie allerdings so wenig Stücke auf Choupo-Moting halten, verstehe ich nicht ganz. Denn immer wenn er spielte, hat er mir gefallen. Klar hat er auch mal schlechte Phasen, aber die hat jeder. Einem jungen Spieler verzeihe ich sie allerdings lieber. Bitte jetzt handeln. Nie wieder Demel. Auch ein Petric würde ich noch mal drüber nachdenken, obwohl er derzeit noch (!) Kredit hat, weil er ein paar Tore schoß. Aber ich bin gespannt, ob die in den nächsten Spielen auch von ihm kommen werden. Mir fehlt der Glaube daran. Bauen Sie sich Ihr Team für die nächste Saison vor und holen Sie das Maximum aus dieser Saison heraus.

Vorstand. Lieber Vorstand. Bitte überlegt nicht, ob ihr den Trainer wechseln solltet. Ein Herr Klopp brauchte drei (!) Saisons, um jetzt mit seinen Dortmundern da zu stehen, wo er jetzt steht. Das ging nicht von heut auf morgen. In den ersten beiden Jahren brauchte er immer fast die komplette Hinserie, um überhaupt in den Tritt zu kommen. In diesem Jahr spielt außer Weidenfeller keiner mehr, der vor seiner Zeit auf dem Platz stand. Er hat in den letzten zwei Jahren die gesamte Mannschaft ausgewechselt. Geben wir doch Veh auch diese Zeit. Er soll sich seine Mannschaft zusammen suchen und dann zeigen, was er kann. Es kann doch nicht immer den Trainern angelastet werden, wenn vier oder mehr Trainer mit der vorhandenen Mannschaft, die ja kaum verändert wurde, nicht klar kommt. Vielleicht sollte einfach mal ein Schnitt gemacht werden. Demel, Trochowski, Petric, Guerrero weg und junge hungrige Spieler nach oben ziehen.

In diesem Sinne: Nur der HSV!

Buchbesprechung: Sind Sie noch Katze oder schon Hund? von Hagen Seibt

Dienstag, November 9th, 2010

„Ein nicht erkannter Hochbegabter fühlt sich ähnlich wie ein Hund, der als Katze aufwächst“, so die Autorin, die selbst erst mit 38 Jahren von ihrer Hochbegabung erfuhr,  über (zu) spät erkannte Hochbegabte. Sie beschreibt ihre eigenen Reaktionen auf das Testergebnis als ein Chaos von Überraschung, Euphorie, Aggression und Trauer. „Ich lebte Jahrzehnte ein falsches Leben“ und auch jetzt, nach dem Testergebnis,  fehlt mir „eine Bedienungsanleitung für das Leben“. Aber sie kämpft sich mühsam vorwärts, nach dieser Stunde Null.  Sie nimmt Hilfe in Anspruch. Sie gräbt verschüttete Kindheitsträume wieder aus. Sie erkennt, dass sie lernen muss zu lernen. Sie muss auch den Unterschied zwischen frustrierenden Über-/Unterforderungen und beglückenden Herausforderungen erst lernen. 

 

Ein Teil ihres Selbsthilfeprogramms: Sie macht sich umfassend schlau, sie liest alles, was ihr  zum Themenkomplex Hochbegabung–Motivation–Leistung in die Finger kommt. Und dieses geballte Wissen schreibt sie  – neben ihrer eigenen Geschichte – in diesem Buch nieder, nicht als quasi-wissenschaftliche Abhandlung, sondern als Botschaft: damit andere hochbegabte Erwachsene  „sich ernst nehmen“ und zu „innerer Stärke“ gelangen können.

 

Die Autorin beschreibt nicht nur, sie analysiert, hinterfragt, begründet, wertet, nimmt Stellung – immer aus dem Blickwinkel einer Betroffenen. Dabei kommen auch Themen zur Sprache, die man nicht so ohne weiteres im Zusammenhang mit Hochbegabung erwartet: „Wie kann unser Hund unter Katzen authentisch leben?“ „Können Hochbegabte einen gesunden Narzissmus entwickeln?“

 

Vor allem aber appelliert sie an den Mut und die Ressourcen spät entdeckter Hochbegabter, nicht in gelernter Hilflosigkeit zu versinken, sondern gezielt aktiv zu werden. Sie beschreibt ihre eigenen Strategien und Fehlschläge, sie macht Vorschläge, warnt, gibt Ratschläge: „Sollten Sie zu den gefühlten Minderleistern gehören, probieren Sie Folgendes…“; „Stellen Sie sich die Frage…“; „Überlegen Sie…“; „Machen Sie sich bewusst, was Sie möchten, fühlen, denken“. 

Fazit des sehr engagierten, sehr persönlichen Buches: Es gibt nur gut zwei Prozent Hochbegabte, deshalb kann die gesellschaftliche Norm, also das, was man tut/denkt/fühlt, nicht passen. So ist es und es ist nicht zu ändern. Finde also deinen eigenen Weg!

 

Wer selbst hochbegabt ist oder meint es zu sein, sollte dieses Buch unbedingt lesen.  Und wer zudem bereit ist für Sendungsbewusstsein und Ratschläge, für den stellt das Buch zweifellos eine Bereicherung dar – und sei es, um in der Auseinandersetzung seinen eigenen Wert und Weg abzusichern.   

 

Buchbesprechung von Hagen Seibt [Leiter des Arbeitskreises Hochbegabte/Potenziale im BDP e.V.]

Erst verliert der HSV, um dann gegen Hoffenheim zu gewinnen

Montag, November 8th, 2010


Vielleicht wundert ihr euch, dass von den letzten drei Spielen des HSV kein Blog mehr von mir kam. Aber ich frage mich ernsthaft, ob diese Berichterstattung real ist oder ob ich in einem Fantasie-Traum festhänge. Das bezieht sich aber nicht nur auf den HSV, sondern bezieht sich auf die gesamte Bundesliga. Wenn ich das Spiel in Köln sehe. Dort steht es 2:2 für den HSV. Guerrero schießt gegen die Latte, anschließend wird ein Elfmeter für den HSV nicht gepfiffen, obwohl jedem klar war, dass Pitroipa gefoult wurde. Es hätte 2:4 stehen können. Der HSV wäre gelobt worden, es wäre wahrscheinlich eine Weltklasseleistung, jeder müsste eine Gehaltserhöhung erhalten, der HSV wäre auf die nächsten Jahre unschlagbar, aber so … so war es blamabel. Denn der HSV macht drei Fehler in der Verteidigung und kassierte drei Tore. Damit verlor man in Köln und der HSV ist schlecht, grotten schlecht, nicht bundesligareif, die komplette Mannschaft sollte ausgetauscht werden und der Vorstand und alle gleich mit.

Mainz spielt einen erfrischenden Fußball, gewinnt und zeigt vielen eine lange Nase. So ganz aus dem Nichts ist die Leistung nicht, hat doch Mainz in der letzten Saison schon gut gespielt. Waren zu Hause eine Macht, haben kaum ein Spiel verloren oder unentschieden gespielt. Da sie auswärts nicht so viel mitnahmen, landeten sie trotzdem noch in UEFA Platz Nähe. Eine sehr gute Leistung. Dieses Mal konnte Tuchel mit seiner Mannschaft länger trainieren, sie vorbereiten, sie bekamen noch den einen oder anderen Spieler dazu und gewannen auch die Auswärtsspiele. Aber statt man sich mit dieser Mannschaft freut wartet jeder auf einen Ausrutscher. Jetzt hat Mainz vier Spieler verloren und jeder entspannt sich wieder in seinem Sessel. Die Normalität ist eingekehrt. Wie gut. Dass sich diese negative Kritik Tuchel ein bisschen selbst zuzuschreiben hat, ist etwas anderes. Damit meine ich nicht seinen Jubel mit den Fans. Wer sagt denn, dass das verboten ist? Warum nicht einfach mal was machen, etwas außer der Reihe? Würde uns allen gut tun, wenn wir uns trauen würden. Ich meine die beleidigten Kommentare von Tuchel, wenn er sich verfolgt fühlt von den Schiedsrichtern, den Gegnern und überhaupt von jedem. Seine eingeschnappte Haltung nach verlorenen Spielen, sein mehr als exzentrisches Verhalten während des Spiels, sind es, die ihm nun ein Bein stellen. Tuchel sollte schnell lernen, dass man sich am Spielfeldrand nicht wie ein Verrückter bei jedem Pfiff des Schiedsrichters aufführen sollte und – ganz besonders – nicht nur bei gewonnen Spielen strahlen sollte. Seine Manieren sollte er auch bei verlorenen Spielen behalten, dann wird er auf Dauer auch akzeptiert.

Zurück zu meinem HSV. Ich möchte, dass der HSV immer gewinnt, alle herspielt, am besten jeden Gegner an die Wand spielt, mit vier Toren Unterschied gewinnt und glänzt. Aber so ist Fußball nun mal nicht, das kann noch nicht mal Barcelona oder Real Madrid. Also warum wird das von den eigenen Mannschaften gefordert? Gewinnt die Mannschaft gegen Kaiserslautern mit einer schlechten Leistung, wird kritisiert. Alle raus, am besten alle entlassen und neue junge Spieler holen. Wird dann gewechselt – in diesem Fall zwar wegen Verletzungen – und die Neuen, die Jungen schlagen nicht so ein, wird auf sie genauso eingeprügelt, als wären es alte Hasen. Also wird nur akzeptiert, wenn entweder die Alten weltklasse Leistungen bringen oder die Neuen, die Jungen sofort einschlagen, keine Fehler machen und sofort funktionieren. Eingewöhnungszeit wird den Spielern nicht zugestanden. Verliert die Mannschaft und hat gut gespielt, war die bessere Mannschaft – wie gegen Wolfsburg und Bremen – dann wird die Mannschaft genauso zerlegt, als würde sie schlecht spielen und gewinnen. Wie kann das sein? Warum gesteht man den Spielern nicht auch mal schlechte Leistungen zu? Warum nicht auch mal ein dreckiger Sieg? Heißt es nicht, dass nur die Spitzenmannschaften auch mit dreckigen Siegen zur Spitze gehören? Werden beim HSV diese dreckigen Siege eingefahren, wird nicht gejubelt, weil wir auch diese Spiele gewinnen, sondern es wird etwas Negatives gefunden. Denn wer sucht, findet auch.

Zum Spiel gegen Hoffenheim möchte ich trotzdem noch etwas schreiben. Mich hat fasziniert, dass die Mannschaft immer mehr zusammenrückte, je mehr auf den Rängen Unruhe aufkam. Als dann sogar Westermann persönlich ausgepfiffen wurde, war es als rückte jeder Spieler etwas näher an Westermann heran, um ihm zu helfen. Dieses Zeichen deute ich sehr positiv! Die Mannschaft zeigte Moral und dass sie eine Mannschaft sind. Es gab eine Phase in der ersten Halbzeit, wo überhaupt nichts ging, aber ich hatte den Eindruck, dass das jeden Spieler zu  noch mehr Engagement anheizte. Das gefiel mir und mir war auch nicht bange. Das Tor von ausgerechnet Westermann gefiel mir. Er hat von Anfang an einen schlechten Stand, da ihn Veh zum Kapitän machte. Ich hoffe, dass die Mannschaft so zusammenrückt, dass jeder seine optimale Leistung abrufen kann. Dazu gehört auch Westermann. In vielen Situationen sieht man, wie wichtig er ist und sein kann, aber er hat immer wieder Böcke im Spiel. Aber die wird er abstellen, dafür ist er einfach zu lange im Geschäft und hat seine Leistungen schon mehrfach gezeigt. In der zweiten Halbzeit gefiel mir wieder, dass die Mannschaft je mehr nicht funktionierte, umso mehr investierte. Sie half sich, sie rannte und ackerte. Explizit loben möchte ich Trochowski und Petric. Ich bin bekanntermaßen kein Fan von beiden, aber Trochowski gefällt mir auf der Sechser Position sehr gut, wenn er von hinten kommt und das Spiel vor sich hat. Er hat endlich mal einen Spurt angezogen, ist gelaufen und hat im Sprint Gegner stehen lassen. Das habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen. Das freut mich und ich hoffe, dass sich Trochowski weiter steigern wird. Auch Petric hat mir gefallen. Er hat sich immer wieder am Riemen gerissen und ist gelaufen und hat so die Hoffenheimer schon in der eigenen Hälfte angegriffen. Sein Tor und seine Torvorbereitung waren Klasse und ich hoffe, dass Petric endlich mannschaftsdienlich spielt, wenn Ruud wieder zurück ist. Was könnten wir für einen Sturm haben, wenn Ruud mit Petric vorne drinnen sind und sich gegenseitig die Bälle auflegen. Son hat im Spiel erkennen müssen, dass er sich auf seine Stärken konzentrieren soll und noch nicht reif ist für große Dinge. Er soll die einfachen Dinge umsetzen und nicht versuchen Wunderdinge zu vollbringen. Das kann er noch nicht.

Bin gespannt, wie alles weiter geht. Einen Beitrag werde ich noch zu van Gaal und Hoeneß schreiben, denn dazu kann ich nicht schweigen. 🙂